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Ausbildungsplatz 2016 : Die Online-Bewerbung: Darauf kommt es an

vom
Aus der Onlineredaktion

Bewerbungsformulare auf Unternehmens-Webseiten werden immer mehr, doch sie haben für die Bewerber Nachteile. Eine pdf-Bewerbung per E-Mail ist besser geeignet.

shz.de von
erstellt am 11.Sep.2015 | 18:15 Uhr

Flensburg/Neumünster | Im Internet lassen sich zahlreiche Portale und Foren finden, auf denen es eine Vielzahl an Ratschlägen und Tipps für die perfekte Bewerbung gibt. Doch wer sich durch die Webseiten klickt, stellt schnell fest, dass die Empfehlungen oft ganz unterschiedlich sind und sich teilweise sogar widersprechen. Welche Bewerbungstipps aus dem Netz können bedenkenlos angewandt werden? Und welche nicht? Wir haben zwei Ausbildungsexperten aus dem Land mit einigen Tipps und Anregungen aus dem Internet konfrontiert.

Welche Vor- und Nachteile bestehen hierbei?

Für Heino Ewald, Ausbildungsexperte der Industrie- und Handelskammer (IHK) Flensburg, werden Online-Bewerbungen „immer selbstverständlicher“. Ewald: „Sie bieten den Vorteil der Papierersparnis und sind für das Unternehmen leicht händelbar.“

IHK
IHK-Ausbildungsexperte Heino Ewald

Andrea Julke von der Agentur für Arbeit Neumünster sieht den Kostenfaktor als klaren Pluspunkt einer Online-Bewerbung: „So können Porto und alle sonstigen Kosten für Papier, Fotos und Bewerbungsmappe gespart werden. Je nachdem, wie viele Bewerbungen man versendet, kann die eingesparte Summe auch durchaus ein größerer Betrag sein.“

Zudem seien in einigen Berufen Onlinebewerbungen mittlerweile sogar ausdrücklich erwünscht, da sie den Personalabteilungen einen hohen Verwaltungsaufwand ersparen und die Bewerberdaten auch teilweise in einer Datenbank systematisch ausgewertet werden können. Weiter sagt Julke: „Ein weiterer Vorteil ist, dass man in die Onlinebewerbung beliebig viele Multimediadaten einbinden kann, daher macht sie besonders in kreativen Berufen Sinn, bei denen Referenzen möglichst interaktiv präsentiert werden müssen.“

 

BA
Andrea Julke (Arbeitsagentur Neumünster)
Allerdings ermöglichen vorgefertigte Textfelder oft nur eine eingeschränkte Eingabe der Fähigkeiten und Qualifikationen. „Bei der Menge der Daten kann es auch leicht passieren, dass die Onlinebewerbung im System untergeht oder auch im Spamordner landet. Ein telefonisches Nachfassen ist daher nach einer gewissen Zeit empfehlenswert.“

Ein weiterer Nachteil von Onlinebewerbungen: „Häufig erfolgen sie automatisiert über Formulare und demzufolge fehlt die individuelle Note und man kann sich als Person nicht richtig präsentieren.“ Ein Ausweg wäre eine pdf-Bewerbung, bei der alle Dokumente wie für die Papierbewerbung erstellt, diese dann aber als pdf versendet werden. Julke: „So kann sich der Personaler die Datei auch ausdrucken, und die persönliche Note bleibt erhalten, da das Dokument flexibel gestaltet werden kann.“

Vermittelt eine Online-Bewerbung eine Affinität bzw. Kompetenz zu digitalen Medien?

„Nein!“, sagen beide Experten. Ewald: „Digitale Kompetenz wird heute ohnehin fast überall vorausgesetzt.“ Und Julke ergänzt: „Da digitale Medien mittlerweile in jeder Schulform beheimatet sind, verfügt der überwiegende Teil der potentiellen Bewerber über die entsprechenden Kompetenzen.“

Genügt es, im Anhang den Lebenslauf und ggf. ein Foto mitzuschicken?

Dazu sagt Ewald: „Nein, eine Bewerbung sollte immer komplett sein.“ Julke findet hingegen, dass der Umfang der Online-Bewerbung abhängig gemacht werden sollte von den Vorgaben des Betriebes. „Arbeitgeber haben die Möglichkeit, genau anzugeben, welche Daten übersendet werden sollen.“

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