Mini-Referndariat : Begeistert vom Deutsch-Unterricht

Haben viel gelernt: die zehn Gaststudentinnen.   Foto: dewanger
Haben viel gelernt: die zehn Gaststudentinnen. Foto: dewanger

Zehn Studentinnen aus Polen, Estland und Finnland besuchten Flensburger Grundschulen - und sammelten Erfahrungen für den Deutschunterricht in ihren Heimatländern.

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25. Mai 2011, 11:27 Uhr

Flensburg | Ziel erreicht: "Ja klar!" Die Antwort der zehn Studentinnen aus Estland, Finnland und Polen kommt wie aus einem Mund. Gefragt war nach der Begeisterung für den Deutschunterricht. Die sollte nämlich mit dem "Mini-Referendariat", an dem die zehn jungen Frauen teilgenommen haben, gefördert werden.

Zehn Wochen lang waren die angehenden Deutschlehrerinnen an Flensburger Schulen unterwegs, gestalteten Unterrichtsstunden mit, zum Beispiel, indem sie aus ihren Heimatländern berichteten. Sehen, erleben und neue Methoden benutzen, so fassen die Frauen ihre Erfahrungen zusammen. "Wir wollen Deutsch unterrichten. Da ist es super, hier auch ein Praktikum zu machen. Es ist für uns ein Art Fortbildung", sagen sie. Denn nicht nur die Sprache konnten sie perfektionieren, sie lernten bei ihren Gastfamilien auch die deutsche Kultur besser kennen. Das Projekt der Deutschen Auslandsgesellschaft in Zusammenarbeit mit der Eule Flensburg (Einrichtung der Uni und des IQSH für Unterrichtsentwicklung, Lernkultur und Evaluation) will den Deutschunterricht im Ausland fördern. Rund 30 000 Euro lässt es sich die Auslandsgesellschaft, die kleinste Mittlerorganisation des Auswärtigen Amts, seit 2008 kosten, wieder mehr Studenten im Ausland vom Beruf des Deutsch-Lehrers zu überzeugen.

Mitnehmen in den Unterricht in Estland, Finnland und Polen wollen die Studentinnen die Differenzierung in den Klassen. "Jedes Kind wird individuell angesehen, Materialien und Methoden auf jedes einzelne zugeschnitten", haben die zehn Frauen beobachtet. Auch der jahrgangsübergreifende Unterricht hat sie beeindruckt. In ihren Heimatländern findet der meist statt, wenn die Klassen zu klein sind. Nicht zuletzt wollen sie auch das Lernen durch spielen in ihrer Heimat stärker etablieren. Aber die künftigen Deutschlehrerinnen haben auch kritische Beobachtungen gemacht. "In technischer Hinsicht sind die Schulen nicht gut ausgestattet", sagen sie unisono. Jede Schule müsse Internet haben, ein Beamer oder gar ein interaktives Smartbord gehöre bei ihnen in jedes Klassenzimmer.

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