AzubIZ : Wenn Fleiß belohnt wird: Mit viel Eifer eine Lehrstelle erarbeitet

<p>Unterstützung erfährt Ali Aschour durch Fachlehrer Dennis Gefke und seine Mit-Lehrlinge wie hier Alisa Schiefelbein, ebenfalls Auszubildende im Zementwerk Holcim.</p>

Unterstützung erfährt Ali Aschour durch Fachlehrer Dennis Gefke und seine Mit-Lehrlinge wie hier Alisa Schiefelbein, ebenfalls Auszubildende im Zementwerk Holcim.

Migrationshintergrund muss kein Hindernis sein: Syrer Ali Ashour lässt sich bei Holcim zum Elektroniker ausbilden.

shz.de von
24. Juli 2018, 05:02 Uhr

Itzehoe/Lägerdorf | „Das ist super“, sagt Ali Ashour (23) begeistert. Gerade hat er von seiner Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik im Lägerdorfer Zementwerk Holcim und vom begleitenden Unterricht am Regionalen Berufsbildungszentrum (RBZ) Steinburg in Itzehoe erzählt. Eine duale Ausbildung gab es in seiner Heimat Syrien nicht. Seine Ausbildung, so berichtet er, basierte dort auf der Theorie, bevor es in den Beruf gegangen wäre. 

Vor drei Jahren flüchtete der damals 20-Jährige aus dem syrischen Kriegsgebiet nach Deutschland und kam nach Itzehoe. Am Regionalen Berufsbildungszentrum absolvierte er den ersten Deutschsprachkurs. RBZ-Integrationslotsin Claudine Schulz unterstützte ihn bei der Suche nach einem Praktikum, das er beim Lägerdorfer Zementwerk Holcim fand.

Das habe ihm sehr gefallen, erzählt Ali Ashour. Er habe dann den Meister gefragt, ob für ihn eine Ausbildung als Elektroniker möglich wäre. „Er sagte, dass ich meine Sprachkenntnisse verbessern müsste, danach kann man weiterschauen.“ Ali Ashour blieb am Ball, hängte noch einmal ein sechswöchiges Praktikum dran, bemühte sich weiter um bessere Deutschkenntnisse. Schließlich klappte es, er bekam im Werk einen Ausbildungsplatz.

Lob für den Fortschritt

Seit Schuljahresbeginn 2017 absolviert er die Lehre, besucht einmal wöchentlich das Berufsbildungszentrum. Klassenlehrer Dennis Gefken lobt Ali Ashours Fortschritte in einer „relativ leistungsstarken Klasse“. Allerdings sei es schwierig für den Syrer, so schnell mitzukommen – denn bei den Fachbegriffen gebe es noch Schwierigkeiten. Dabei entwickelten Lehrer und Schüler eine Lernstrategie. Ali Ashour darf im Unterricht das Handy für die Übersetzung nutzen. Allerdings seien Fachwörter-Übersetzungen nicht immer online zu finden. Einzelne Begriffe würden dann abseits des Unterrichts besprochen.

Hilfreich sei auch die Unterstützung seiner Mit-Auszubildenden in der Klasse und insbesondere bei Holcim. Die Bereitschaft zur Hilfestellung sei bei allen Beteiligten groß. Und für die kurze Zeit, die der junge Mann Deutsch lerne, seien Sprache und Schrift schon ganz gut, meint der Fachlehrer. Gern hätte Ali Ashour schon früher begonnen, Deutsch zu lernen. Aber als er nach seiner Flucht nach Deutschland kam, habe er erstmal sechs Monate warten müssen, bis ihm endlich der Sprachunterricht genehmigt wurde. Doch jetzt gehe es ihm gut, er fühle sich an seinem Arbeitsplatz sehr wohl, ebenso am Berufsbildungszentrum. 

Dort hat Ali Ashour auch die Ausbildungsmesse AzubIZ kennen gelernt, bei der es übrigens einen speziellen Informationsstand des RBZ für Flüchtlinge gibt. Und darüber hinaus werden natürlich an rund 90 Ständen auch in diesem Jahr wieder Unternehmen aus der Region berufliche Chancen für alle Jugendlichen darstellen. Davon können sich Interessierte am Freitag, 21. September, von 8.30 bis 13 Uhr auf dem RBZ-Gelände am Juliengardeweg ein Bild machen.

Offene Bewerberrunde für alle

Dabei sein wird erneut das Lägerdorfer Zementwerk. Personalleiter Wolfgang Kock betont: „Das Holcim Zementwerk Lägerdorf verspricht sich durch die Teilnahme an der AzubIZ einen noch höheren Bekanntheitsgrad bei potenziellen Bewerbern und deren Eltern und Freunden.“ Das Unternehmen erhoffe sich dadurch, „später möglichst viele qualifizierte Bewerbungen für unsere zukunftsorientierten Ausbildungsberufe“ zu erhalten. Zum 1. August 2019 biete Holcim in Lägerdorf jungen Frauen und Männern die Ausbildungsberufe Elektroniker für Betriebstechnik, Industriekaufleute, Industriemechaniker sowie Maschinen- und Anlagenführer.

Und worauf wird bei der Bewerbung besonders Wert gelegt? „Wir freuen uns in erster Linie über qualifizierte Bewerbungen – da machen wir keinen Unterschied zwischen Menschen mit oder ohne Migrationshintergrund.“ Alle Bewerber stünden hier im Wettbewerb, denn: „Im Mittelpunkt steht für uns die Eignung für den Ausbildungsberuf.“ Kock fügt hinzu, dass es für das Unternehmen gut wäre, „wenn sich die Bewerber auch vorstellen könnten, nach der erfolgreichen Ausbildung ihre berufliche Laufbahn bei uns weiter fortzusetzen.“

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen