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Policen : Welche Versicherungen sich für Auszubildende lohnen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Eine private Haftpflichtversicherung abschließen? Auszubildende benötigen nicht jede Versicherung. Welche Policen Pflicht - und welche unnötig sind.

shz.de von
erstellt am 10.Apr.2014 | 12:00 Uhr

Im Laufe des Lebens schließt man eine Menge Verträge ab, dazu zählen auch Versicherungen. Für Auszubildende kommen aber nicht alle Policen in Frage. Es gibt aber auch einige ...

Pflichtversicherungen

Der Auszubildende hat hier keine Chance, Ja oder Nein zu sagen. Das gilt etwa für die …

- Krankenversicherung: Der Auszubildende ist in der Gesetzlichen Krankenversicherung versichert, die bei Erkrankungen oder Unfällen voll oder teilweise für die Kosten aufkommt. Als Lehrling hat man die Möglichkeit, eine bestimmte Krankenkasse zu wählen. Teilt man dem Unternehmen seine Wunschkasse nicht mit, wählt der Betrieb einen Anbieter aus. In die Krankenkasse zahlt man einem bestimmten Teil des Lohnes ein (15,5 Prozent: Stand 2011).

- Kfz-Versicherung: Wer ein Auto besitzt, benötigt auch eine Kfz-Versicherung. Für Auszubildende mit Auto im Schlepptau ist sie also ein Muss - eine Zulassung des Wagens ist ohne eine solche Police auch gar nicht möglich. Die Kfz-Versicherung deckt Unfallschäden ab, die der Fahrer bei anderen verursacht hat. Schäden am eigenen Auto übernimmt eine Kaskoversicherung. Ob sich ein Abschluss lohnt, hängt vom Alter des Autos ab. Eine Vollkaskoversicherung lohnt sich nur bei Neuwagen, eine Teilkasko ist bei Wagen nicht älter als acht Jahre empfehlenswert. Der Unterschied zwischen Voll- und Teilkaskoversicherung: Eine Vollkaskoversicherung übernimmt fast alle Schäden, eine Teilkasko haftet nur in bestimmten Fällen. Die Vollkasko schützt also umfassender.

Empfehlenswerte Versicherungen

- Private Haftpflichtversicherung: Diese Versicherung deckt alle Schäden ab, die bei anderen entstehen und für die man selbst verantwortlich ist. Wenn die Eltern eine Familienhaftpflichtversicherung abgeschlossen haben, ist man automatisch mitversichert und zahlt kein Geld. Auch während des Zivildienstes und bei der Bundeswehr benötigt man keine eigene private Haftpflichtversicherung. Nach dem Ende der Berufsausbildung sollte man aber eine eigene Haftpflichtversicherung abschließen. Übrigens: Es gibt spezielle Haftpflichtversicherungen, etwa für bestimmte Tiere. Wer also einen Hund oder eine Katze besitzt, sollte über den Abschluss einer Tierhalterhaftpflichtversicherung nachdenken.

- Berufsunfähigkeitsversicherung: Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist keine Pflichtversicherung, aber eine wichtige Police. Sie kommt nämlich in Fällen auf, wenn man aufgrund eines Unfalles oder einer Krankheit nicht mehr in der Lage bist, zu arbeiten. Die Rentenversicherung ist dabei keine Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung. Von daher ist der Abschluss einer solchen Police anzuraten. Mehr Informationen zur Berufsunfähigkeitsversicherung gibt es im Internet beim Bund der Versicherten.

Meist unnötige Versicherungen

- Unfallversicherung: Wer sich auf dem Weg zur Arbeit, beim Sport oder bei der Ausübung von Hobbys verletzt, kann seine zuvor abgeschlossene Unfallversicherung in Anspruch nehmen. Sie deckt auch die Kosten bei Invalidität ab. Im Gegensatz zur Berufsunfähigkeitsversicherung, die Kosten erst ab 50 Prozent Berufsunfähigkeit übernimmt, deckt die Unfallversicherung die Kosten schon ab einem Prozent. Allerdings sollte man vor Abschluss sein Sicherheitsbedürfnis und den nötigen Risikoschutz ermitteln. Sinnvoll für Jedermann ist die Unfallversicherung jedenfalls nicht.

- Hausratversicherung: Die Hausratversicherung haftet für Schäden, die in der eigenen Wohnung entstehen. Als Auszubildender ist man über die Police der Eltern mitversichert, solange man noch keinen eigenen Hausstand gegründet hat. Ist dies der Fall, muss man sich selbst versichern. Ein möglicher Abschluss sollte aber vom eigenen Hausstand abhängig gemacht werden: Ist dieser sehr wertvoll und sind die Neuanschaffungskosten bei Raub oder Diebstahl sehr hoch, kann über eine eigene Hausratversicherung nachgedacht werden.

- Rechtsschutzversicherung: Diese Police deckt mögliche Anwalts-, Gerichts- und Prozesskosten bei Rechtsstreitigkeiten. Bis zum Alter von 25 Jahren ist man bei den Eltern versichert, falls diese eine Rechtsschutzversicherung abgeschlossen haben. Ansonsten gilt: Die Police ist weniger sinnvoll. Zwar besteht immer die Gefahr eines Rechtsstreites, aber sind Azubis besonders gefährdet? Eher nicht.

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