Überblick über Gesetze : Rechte und Pflichten von Auszubildenden

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Das Führen des Berichtsheftes ist meist vorgeschrieben, allerdings bekommt man das Heft gestellt. Was Auszubildende für Rechte und Pflichten besitzen.

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10. April 2014, 12:02 Uhr

Die Rechte und Pflichten der Auszubildenden sind in Gesetzen festgehalten - Berufsbildungsgesetz, Jugendarbeitsschutzgesetz, Handwerksordnung. Azubiz.info gibt eine Übersicht über die wichtigsten Rechte und Pflichten.

Rechte

- kostenlose Ausbildungsmittel: Dein Unternehmen muss Dir Ausbildungsmittel kostenlos zur Verfügung stellen; dazu gehören Fachbücher, Taschenrechner, Werkzeug, also das, was Du für Deine Ausbildung im Unternehmen benötigst. Das ist auch im Berufsbildungsgesetz festgelegt.

- Freistellung: Für die Berufsschule musst Du von Deinem Unternehmen freigestellt werden. Das gilt auch für damit zusammenhängende Aktivitäten, die nicht in die Unterrichtszeit fallen - zum Beispiel Betriebsbesichtigungen.

- ausbildungsfremde Tätigkeiten: Arbeiten, die nicht dem Inhalt des Berufes entsprechen, müssen nicht ausgeführt werden. Mehr dazu könnt Ihr in diesem Text nachlesen.

- Anspruch auf Urlaub: Der gesetzliche Urlaubsanspruch hängt vom Alter ab; unter 16-Jährige erhalten 30, unter 17-Jährige 27, unter 18-Jährige 25 und über 18-Jährige 24 Werktage Urlaub.

- Schutzkleidung: Der Arbeitgeber muss aus Sicherheitsgründen zwingend vorgschriebene Arbeitsschutzkleidung zur Verfügung stellen. Dies gilt aber nicht für allgemeine Berufskleidung, die in der Regel selbst angeschafft wird.

- Arbeitszeugnis: Nach Ende der Ausbildung hat der Auszubildende Anspruch auf ein einfaches oder qualifiziertes Zeugnis. Der wesentliche Unterschied: Ein qualifiziertes Zeugnis enthält auch eine Beurteilung Deiner Leistung.

- Kündigung: Auszubildende können das Ausbildungsverhältnis mit einer vierwöchigen Frist kündigen. Eine fristlose Kündigung ist nur bei schwerwiegenden Gründen möglich, wie etwa bei Mobbing am Arbeitsplatz.

- Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV): Die sogenannte JAV wird von Azubis und Beschäftigten unter 25 Jahren gewählt und vertritt die besonderen Interessen dieser Gruppe von Beschäftigten.

Pflichten

- Überprüfung des Gesundheitszustandes: Bei Minderjährigen erfolgt jeweils vor Beginn der Ausbildung sowie nach einem Jahr eine ärztliche Untersuchung - damit soll Dein Gesundheitszustand festgestellt werden und ob Du bestimmte Tätigkeiten ausüben kannst oder nicht.

- Pflege des Berichtsheftes: Die Pflege des Berichtsheftes ist vorgeschrieben - ein geführtes Berichtsheft ist Voraussetzung, um überhaupt zur Prüfung zugelassen zu werden.

- Lernpflicht: Der Ausbilder muss ausbilden - die Auszubildenden verpflichten sich im Gegenzug, sich die vermittelten Inhalte in Theorie und Praxis anzueignen.

- Pflicht zur Teilnahme an Ausbildungsmaßnahmen: Dazu gehört etwa der Besuch der Berufsschule.

- Betriebsordnung: In vielen Unternehmen gibt es eine Betriebsordnung, die das Miteinander am Arbeitsplatz regelt. An diese Ordnung müssen sich natürlich auch Auszubildende halten.

- Sorgfaltspflicht: Beim Umgang mit Werkzeugen, Computern und anderen Arbeitsgegenständen ist Sorgfalt gefragt! Das gilt allgemein für alle Arbeitsmittel, die Du von Deinem Unternehmen gestellt bekommst.

- Krankheitsmeldung: Bist Du krank, musst Du dies umgehend Deinem Betrieb melden und je nach Dauer der Krankheit eine ärztliche Bescheinigung vorlegen.

- Verschwiegenheitsklausel: Betrbsinterna dürfen nicht nach außen getragen werden.

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