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Wichtige formale und inhaltliche Kriterien : Qualifiziertes Arbeitszeugnis

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Ein qualifiziertes Arbeitszeugnis ist immer nach einem festen Schema aufgebaut. AzubIZ gibt einen Überblick über die einzelnen Bestandteile.

shz.de von
erstellt am 08.Apr.2014 | 10:40 Uhr

Arbeitszeugnisse sollten sich an bestimmte formale und inhaltliche Kriterien halten. Das fängt bereits bei der Verwendung des Papiers an: Die Beurteilung muss auf dem klassischen Firmenbriefbogen gedruckt werden. Anderes Papier sollte man nicht akzeptieren.
Da es um ein Zeugnis geht, muss dies auch zwingend in der Überschrift auftauchen. Arbeitszeugnis als Titel ist ebenso in Ordnung. Andere Überschriften wie Arbeitsbescheinigung sind unzulässig.
Erster Abschnitt
Der einleitende Satz im ersten Abschnitt des Arbeitszeugnisses enthält Angaben zur Person, konkret: Vor- und Nachname des Arbeitnehmers sowie das Eintritts- und Austrittsdatum. Dabei handelt es ist meistens um einen längeren Schachtelsatz.
Zweiter Abschnitt
Im zweiten Abschnitt erfolgt die Aufgabenbeschreibung. Zu achten ist auf eine mögliche genaue Angabe der Tätigkeiten. Die zentralen Aufgaben folgen zuerst, die weniger relevanten danach. Zu denken ist auch an besondere Aufgaben, die man übernommen hat. Diese sollten sich ebenso in der Aufgabenbeschreibung wiederfinden. Wenn im Zeugnis wichtige Tätigkeiten nicht angegeben werden, sollte man selbst Verbesserungsvorschläge machen.
Dritter Abschnitt
Wie wurden die einzelnen Aufgaben durchgeführt? Im dritten Abschnitt erfolgt eine Bewertung der Leistungen, zum Beispiel der Arbeitsmotivation. Häufig wird dieser Abschnitt mit dem zweiten Abschnitt zusammengefasst. Wichtig: Jede Leistung sollte eine Bewertung erhalten. Die Formulierungen lassen sich dabei in Schulnoten übersetzen. Wenn von "gut" oder "sehr gut" die Rede ist, dürften kaum Fragen aufkommen. Bei Sätzen wie "Herr Müller führte die ihm übertragenen Aufgaben selbständig, gewissenhaft und motiviert durch" lässt sich die Note "befriedigend" allenfalls erahnen. Da Beurteilungen positiv ausfallen sollten, bieten diese Leistungsbewertungen Spielraum für Diskussionen.
Vierter Abschnitt
Im vorletzten Abschnitt erfolgt eine Bewertung des Sozialverhaltens. Hier ist darauf zu achten, dass das Verhalten gegenüber sämtlichen Personengruppen im Betrieb beschrieben wird, also gegenüber Vorgesetzten, Kollegen und Kunden. Bei Leerstellen kommen Personalverantwortlichen schnell Fragen auf. Zuerst sollte das Sozialverhalten gegenüber Vorgesetzten, anschließend gegenüber Kollegen bewertet werden. Üblicherweise erfolgt keine direkte Benotung mit Schulnoten - diese verstecken sich stattdessen in Formulierungen wie "Herr Müller arbeitete in jeder Hinsicht vorbildlich". Wie man solche Textstellen entschlüsselt, lest Ihr in diesem Artikel.
Fünfter Abschnitt
Am Ende des Arbeitszeugnisses bedankt sich der Arbeitgeber beim Arbeitnehmer, bedauert idealerweise sein Ausscheiden und wünscht viel Glück für die Zukunft. Dabei wird auch eine Bewertung ausgedrückt. "Wie bedanken uns bei Herrn Müller und wünschen alles Gute" steht etwa nur für die Note "ausreichend", Sätze wie "Wir danken Herrn Müller für seine außergewöhnlichen Leistungen und bedauern sein Ausscheiden. Für seinen weiteren Berufs- und Lebensweg wünschen wir Herrn Müller alles Gute und weiterhin viel Erfolg" dagegen für die Note "sehr gut". Wichtig: Im Schlussabschnitt solle auch der Grund für das Ausscheiden aus dem Unternehmen angegeben werden.
In allen Abschnitten sollte man auf negative Formulierungen achten, die im Arbeitszeugnis nichts zu suchen haben. Kritik wird alternativ zum Beispiel durch relativierende Formulierungen wie "eigentlich" zum Ausdruck gebracht, die es ebenfalls zu entlarven gilt.
An dieser Stelle gibt es weitere praktische Ratgeber zu den Themen Ausbildung, Jobsuche und Bewerbung.

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