Studium: Ein Wegweiser : Hochschularten: studieren – aber wo?

 Zwischen zweieinhalb und dreieinhalb Jahre dauert es, das Abitur über ein Fernstudium zu absolvieren.   Foto: gms
Zwischen zweieinhalb und dreieinhalb Jahre dauert es, das Abitur über ein Fernstudium zu absolvieren. Foto: gms

Universität, Fachhochschule, private Hochschulen – wer studieren will, muss sich auch über die Hochschulart Gedanken machen. Ein Wegweiser.

shz.de von
16. Juni 2014, 09:38 Uhr

Die auserwählte Universität hat einen guten Ruf, liegt aber zu weit entfernt vom Elternhaus – es gibt viele Kriterien, die eine Rolle bei der Auswahl der Hochschule spielen. Auch die Hochschulart ist relevant. Ein Überblick über die verschiedenen Typen.

Universitäten

Der Begriff Universität leitet sich von der lateinischen Bezeichnung universitas ab, was für Gesamtheit steht. In diesem Sinne steht die Universität für eine Bildungseinrichtung mit einem breiten, umfassenden Fächerangebot. Das Studium ist im Gegensatz zur Fachhochschule eher theoretisch ausgelegt, wobei die Studierenden in der Regel mehr Selbständigkeit an den Tag legen müssen. Der Stundenplan etwa muss selbst gestaltet werden. Während des Studiums an der Universität sollen die Studierenden ihre analytischen Fähigkeiten entwickeln, wozu etwa die seminar- und kursbezogenen Hausarbeiten gehören. Die Universitäten verleihen akademische Grade, wofür sich die Studierenden mit einer Abschlussarbeit zu einem bestimmten Thema qualifizieren müssen.

Fachhochschulen

Obwohl die Unterschiede zu den Universitäten geringer werden, zeichnen sich Fachhochschulen durch einen größeren Praxisbezug aus. Die Fachhochschulen arbeiten hierfür mit Unternehmen zusammen, bei denen Studierende Berufserfahrung über Praktika sammeln können. Das Studienangebot ist weniger breit angelegt im Vergleich zu den Universitäten – bestimmte Fächer wie Jura sind nicht zu finden. Die Orientierung fällt leichter an den Fachhochschulen, weil das Studium recht straff organisiert ist. Das gilt auch für den Stundenplan, der weniger eigenmächtig gestaltet werden kann.

Duale Hochschulen

Einige Unternehmen der AzubIZ bieten duale Studiengänge an. Ein dualer Studiengang besteht aus Praxis- und Theorieteilen – die Praxis findet im Unternehmen statt, die Theorie an der Dualen Hochschule. Grundsätzlich müssen sich Interessierte vorab bei einem Unternehmen bewerben und schließen, falls Sie genommen werden, einen Ausbildungsvertrag ab. Ein duales Studium ist sehr praktisch ausgelegt und wird vom Unternehmen monatlich vergütet.

Private Hochschulen

Ähnlich wie bei den Fachhochschulen ist das Fächerangebot speziell. Private Hochschulen verlangen hohe Studiengebühren, bieten dafür aber eine engere Betreuung an und werben mit Kontakten in die Wirtschaft. Sie dürfen auch akademische Grade vergeben.

Fernstudium

Das Fernstudium zeichnet sich im Unterschied zu den anderen Hochschularten dadurch aus, dass Studierende nicht auf einem Campus anwesend sein müssen, sondern von zuhause aus Wissen selbständig erwerben. Die Fernuniversitäten organisieren dies über Lernmaterialen, der per Post versandt oder multimedial im Internet (E-Learning) aufbereitet werden. Einige Präsenzzeiten gibt es aber weiterhin, und Klausuren und Hausarbeiten sind ebenso zu erledigen. Das Fernstudium führt zum Erwerb eines akademischen Grad. Oftmals wird es berufsbegleitend durchgeführt.

Weitere Hochschultypen

Zu den weiteren speziellen Hochschultypen gehören Kunst-/Musikhochschulen, kirchliche und pädagogische Hochschulen. Das Lernangebot ist reduziert – Kunst-/Musikhochschulen bieten ein Fach an, kirchliche Hochschulen die Fächer Theologie, Philosophie, Alte Sprachen und Pädagogik, pädagogische Hochschulen Lehramtsstudiengänge für Grund-, Haupt-, Real- und Sonderschule. Bei Kunst-/Musikhochschulen erfolgt eine besondere Eignungsprüfung, meist müssen Interessierte auch eine Mappe mit Arbeitsproben einreichen. Kirchliche Hochschulen gehören einer Kirche an, zu der eine Konfession gehört. Eine christliche Überzeugung sollte der Interessierte deshalb mitbringen.

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