Ferien in Schleswig-Holstein : Ferienjobs: Darauf sollten Schüler achten

<p>Schüler können beispielsweise auch Aushilfstätigkeiten in Büros als Ferienjob übernehmen. </p>

Schüler können beispielsweise auch Aushilfstätigkeiten in Büros als Ferienjob übernehmen.

Die Ferienzeit bietet vielen Schülern die Möglichkeit, ihr Taschengeld aufzubessern. Doch nicht alle Tätigkeiten sind erlaubt. Das und mehr regelt das Jugendarbeitsschutzgesetz.

Karen Bartel von
14. Juli 2018, 04:33 Uhr

In Schleswig-Holstein haben diese Woche die Sommerferien begonnen. Für manche Schüler heißt das, sechs Wochen lang nichts tun und in Urlaub fahren, andere arbeiten aber auch in dieser Zeit. Dabei ist alles Rechtliche rund um den Ferienjob durch das Jugendschutzgesetz geregelt. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Jugend gibt dazu folgende Ratschläge:

Das Wichtigste des Jugendschutzgesetzes auf einen Blick

Ferienjobs für Jugendliche dürfen keine schweren körperlichen oder gefährlichen Tätigkeiten beinhalten. Diese sind verboten ebenso wie die Arbeit mit Gefahrstoffen oder im Akkord.
Möglich sind leichte Arbeiten, wie Aushilfstätigkeiten in der Gastronomie oder im Einzelhandel, Landwirtschaft- und Gartenarbeit sowie Zeitungen austragen oder andere Botengänge.
Vor dem 15. Lebensjahr dürfen Jugendliche in der Regel keine Ferienjobs ausführen. Mit Genehmigung der Eltern dürfen sie ab dem Alter von 13 Jahren bis zu zwei Stunden pro Tag zwischen acht und 18 Uhr arbeiten. In der Landwirtschaft sind es drei Stunden.
Als Jugendlicher gilt, wer zwischen 15 und 17 Jahre alt ist. In diesem Alter gibt es weniger Einschränkungen, aber dennoch muss beachtet werden, dass nicht mehr als vier Wochen im Jahr in den Ferien gearbeitet werden darf.
Die maximale Arbeitszeit am Tag beträgt acht Stunden und somit 40 Stunden in der Woche. Die Arbeitszeit muss zwischen sechs und 20 Uhr liegen. Jugendliche ab 16 Jahren dürfen im Ausnahmefall in der Gastronomie bis 22 Uhr und in Mehrschicht-Betrieben bis 23 Uhr arbeiten.
Die Ruhepausen für unter 18-Jährige betragen 30 Minuten bei einer Arbeitszeit von viereinhalb bis sechs Stunden sowie 60 Minuten bei mehr als sechs Stunden

Taschengeld aufbessern: So ist der Lohn geregelt

Jugendliche über 18 Jahre haben auch bei Ferienjobs Anspruch auf den Mindestlohn, der aktuell bei 8,84 Euro pro Stunde liegt. Dieser gilt auch, wenn ein Minijob auf 450 Euro-Basis ausgeübt wird. Bei einer geringfügigen Beschäftigung dürfen somit pro Monat maximal 51 Arbeitsstunden ausgeführt werden.

Das Mindestlohngesetz gilt jedoch nicht für unter 18-Jährige ohne abgeschlossene Berufsausbildung. Hierbei lohnt sich vor Vertragsunterzeichnung ein offenes Gespräch über das Gehalt. DGB-Jugendreferentin Tina Malguth sagt: „Auch Ferienjobs müssen fair bezahlt werden. Zwar sind keine Beiträge zur Sozialversicherung fällig, Steuern jedoch schon, wenn der Lohn über dem monatlichen Lohnsteuerfreibetrag von 750 Euro brutto liegt.“ Die Steuern kann man sich in der Regel beim Finanzamt vom nächsten Jahr erstatten lassen. Dafür brauchen die Jugendlichen eine elektronische Lohnsteuerkarte, die sie ebenfalls beim Finanzamt erhalten.

Das Recht auf seiner Seite haben: Vertrag, Unfallschutz und Problemfälle

Die DGB-Expertin rät weiter: „Auf jeden Fall sollte jede Schülerin und jeder Schüler nur mit einem Vertrag in der Hand einen Ferienjob beginnen. Der muss vorher abgeschlossen werden und ganz klar Aufgaben, Arbeitszeiten und den Lohn regeln.“

Während des Ferienjobs sind Schüler bei der Unfallversicherung des Arbeitgebers versichert. Das bedeutet, dass sie während der Arbeitszeit, wie auch auf dem Hin- und Heimweg versichert sind - und das ab dem ersten Arbeitstag.

Falls es in irgendeinem Punkt Probleme mit dem Arbeitgeber geben sollte, empfiehlt Malguth gemeinsam mit den Eltern dagegen vorzugehen: „Verstöße gegen Arbeitsschutzgesetze sollte keiner tolerieren. Am besten wendet man sich in solchen Fällen an die Aufsichtsbehörden - in der Regel sind das örtliche Gewerbeaufsichtsämter oder die Ämter für Arbeitsschutz.“ Hierbei müssen Arbeitgeber, die gegen gesetzliche Bestimmungen verstoßen, mit Geldbußen rechnen.

(mit Material von Deutscher Gewerkschaftsbund)

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