Im Ausland arbeiten : Europäischer Freiwilligendienst: Ich bin dann mal weg

Teilnehmer des EFD
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Neues Land und neue Leute kennenlernen: Teilnehmer des EFD. (Bild: JUGEND für Europa)

Im Ausland arbeiten? Nach der Schule bietet der Europäische Freiwilligendienst eine reizvolle Alternative zum direkten Start in Ausbildung und Studium. AzubIZ stellt das Programm vor.

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11. Juli 2014, 10:04 Uhr

Der Schulabschluss ist in der Tasche, aber was kommt danach? Nicht immer ist eine Ausbildung oder ein Studium im Anschluss das Richtige – eine interessantes Angebot sind auch Freiwillige Dienste wie der Europäische Freiwilligendienst (EFD) sein. AzubIZ stellt das Programm vor.

Was ist der Europäische Freiwilligendienst?

Der EFD ist ein Austauschprogramm, bei dem junge Menschen für eine bestimmte Zeit in einem gemeinnützigen Projekt im Ausland leben und arbeiten. Es bietet eine Möglichkeit, ein fremdes Land und neue Leute kennenzulernen. Außerdem lernt man eine neue Sprache oder verbessert Sprachkenntnisse. Wer sich nicht sicher ist, welcher Beruf erlernt werden soll, kann über das EFD Orientierung finden. Hinter dem Freiwilligendienst steht das EU-Programm Jugend in Aktion. Jugend in Aktion gehört zu Erasmus+, das den kulturübergreifenden Austausch fördert und Rahmenbedingungen setzt.

Wer darf am EFD teilnehmen und wie lange dauert das Programm?

Der Europäische Freiwilligendienst ist für junge Menschen zwischen 17 und 30 Jahren gedacht – unabhängig vom Schulabschluss und Sprachkenntnissen. Eine besondere Zielgruppe sind förderbedürftige junge Menschen. Normalerweise beträgt die Dauer zwischen zwei und zwölf Monaten. Ausnahmen sind Gruppenfreiwilligendienste und Jugendliche mit höherem Förderbedarf. Unter diesen Gegebenheiten sind auch kürzere Projekte zwischen zwei Wochen und zwei Monaten möglich.

Was werden für Projekte angeboten?

Die Bandbreite ist vielfältig: Es gibt Arbeitsplätze in Kindertagesstätten, Nationalparks, Flüchtlingsprojekten. Weitere Beispiele für Tätigkeiten im Rahmen des EFD gibt es zum Beispiel auf der Seite go4europe.de.

Wer organisiert die Projekte?

Der Europäische Freiwilligendienst lebt von den Partnern, die Projekte in der Gemeinschaft durchführen, und den Freiwilligen, die Lust an den Projekten haben. Am EFD nehmen zum Beispiel Nichtregierungsorganisationen (NGOs), soziale Unternehmen oder gemeinnützige Einrichtungen teil. Voraussetzung für den Austausch ist, dass die Organisation, die Freiwillige in das Projekt entsendet, anerkannt ist. Auch das Projekt, das die Freiwilligen aufnimmt, muss anerkannt sein. Und: Das Projekt muss in einem Programmland stattfinden sowie ein pädagogisches Ziel verfolgen.

Wie erhalte ich eine EFD-Stelle?

Die Organisationen, die EFD-Stellen anbieten, sind in einer Datenbank der EU-Kommission aufgelistet. Auf der Seite go4europe.de gibt es unter dem Navigationsbutton "LOS legen" außerdem eine Übersicht bundesweiter Angebote.

Aus der Vielzahl der Organisationen sollte man sich mehrere heraussuchen und den Kontakt per E-Mail oder Telefon einleiten. Dann bespricht man Details zur Bewerbung. Alles Weitere, also die Vorbereitung, Tickets, Formulare, Versicherung werden von der Organisation geklärt.

Was kostet der EFD?

Die Kosten hängen von den Organisationen ab, die Stellen im Rahmen des EFD anbieten. Abhängig von der Entfernung zur Arbeit bezuschusst das Erasmus+-Programm die Reisekosten, den Rest übernimmt entweder dann entweder der Stellenanbieter oder du selbst. Details am besten per Telefon oder E-Mail klären – insbesondere, weil es auch kostenpflichtige Freiwilligendienste gibt. Diese finden aber nicht im Rahmen des EFD statt. Der Europäische Freiwilligendienst wird nicht entlohnt, aber es gibt ein Taschengeld als Aufwandsentschädigung. Eine Kranken-, Unfall-/Invaliditäts- und Haftpflichtversicherung sind ebenfalls inklusive.

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