Arbeitsunfähigkeit wegen Krankheit : Bett statt Büro: Das müssen Arbeitnehmer bei einer Krankschreibung wissen

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Kopfschmerzen, verstopfte Nase, schwere Glieder - wer sich so fühlt, gehört ins Bett. Doch so schwer es auch fällt, sich krank um etwas zu kümmern: Ein paar Dinge müssen Arbeitnehmer erledigen und beachten.

shz.de von
20. August 2018, 04:33 Uhr

Es klingt ganz simpel: Ein Arbeitnehmer ist krank. Also meldet er das dem Arbeitgeber und kann sich in Ruhe auskurieren. Um die Details gibt es aber immer wieder Streit. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten rund um die Krankschreibung:

  • Wann muss sich der Arbeitnehmer krankmelden?

    Der Arbeitnehmer muss dem Arbeitgeber die Arbeitsunfähigkeit und deren voraussichtliche Dauer „unverzüglich“ mitteilen - das regelt das Gesetz und ist darüber hinaus hilfreich, denn es erleichtert dem Arbeitgeber die Planung. Spätestens vor dem üblichen Dienstantritt muss der Kranke den Arbeitgeber informieren, dass er arbeitsunfähig ist.
     
  • Auf welchem Weg muss sich der Arbeitgeber arbeitsunfähig melden?

    Das kann jeder Betrieb regeln, wie er will. Die erste Information des Arbeitnehmers ist aber oft formlos. Bei manchen Unternehmen genügt ein Anruf oder eine Nachricht des kranken Arbeitnehmers per E-Mail, SMS oder WhatsApp an die Führungskraft. Anders ist es bei der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vom Arzt: Die muss dem Arbeitgeber im Original vorliegen.
     
  • Wann muss die ärztliche Bescheinigung beim Arbeitgeber sein?

    Auch das steht im Gesetz: Nach dem dritten Tag der Arbeitsunfähigkeit, also an Tag vier, muss die Bescheinigung beim Arbeitgeber sein. Das Wochenende zählt dabei mit. Wer am Freitag fehlt, muss am Montag also die Bescheinigung vorlegen. Aber Vorsicht: Der Arbeitgeber darf von der gesetzlichen Regelung abweichen und von Arbeitnehmern schon ab dem ersten Tag eine Bescheinigung verlangen oder im Arbeitsvertrag eine andere Frist festlegen.
     
<p>Wer zusammen mit der Arbeitsfähigkeitsbescheinigung Bettruhe verordnet bekommt, sollte diese auch einhalten, um die eigene Genesung zu fördern.</p>
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Wer zusammen mit der Arbeitsfähigkeitsbescheinigung Bettruhe verordnet bekommt, sollte diese auch einhalten, um die eigene Genesung zu fördern.


 
  • Was passiert, wenn die Bescheinigung zu spät kommt?

    Liegt die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nicht rechtzeitig vor, darf der Arbeitgeber in diesem Zeitraum die Fortzahlung des Lohns verweigern. Wer zu krank ist, um zur Post zu gehen, sollte daher einen Boten schicken - etwa einen Freund oder Verwandten, der im Streitfall auch Zeuge sein kann.
     
  • Wie muss ich mich verhalten, wenn ich krankgeschrieben bin?

    Der Arbeitnehmer darf alles tun, was seine Genesung nicht verzögert und seiner Krankheit angemessen ist. „Wenn jemand einkaufen geht, muss das nicht heißen, dass er sich genesungswidrig verhält oder gar nicht arbeitsunfähig war“, sagt Peter Mayer, Fachanwalt für Arbeitsrecht aus Berlin.
<p>Auch wenn auf Grund der Grippewelle Personalmangel im Büro herrscht, gibt es ein paar wesentliche Aspekte, die man beachten sollte, bevor man wieder anfängt zu arbeiten.</p>
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Auch wenn auf Grund der Grippewelle Personalmangel im Büro herrscht, gibt es ein paar wesentliche Aspekte, die man beachten sollte, bevor man wieder anfängt zu arbeiten.

  • Darf man trotz Krankschreibung den Kollegen aushelfen?

    Ein solcher Teamgeist ist sicherlich ehrenhaft, jedoch befindet man sich hier schnell in einer rechtlichen Grauzone. Denn als Arbeitnehmer hat man sich so zu verhalten, dass man schnellstmöglich wieder gesund wird.
     
  • Sollte der Arbeitnehmer wieder zur Arbeit kommen, wenn er sich gut fühlt, aber noch krankgeschrieben ist?

    Eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung dokumentiert nur die vom Arzt erwartete maximale Dauer der Erkrankung. Wenn sich der Arbeitnehmer schon vorher fit fühlt, kann er auch zur Arbeit gehen. Damit es keinen Ärger mit dem Arbeitgeber gibt, sollte man erst wieder bei der Arbeit erscheinen, wenn keine Gefahr mehr besteht, dass man die Kollegen ansteckt.
     
  • Kann Arbeitsunfähigkeit zur Kündigung führen?

    Ja. „Arbeitsunfähigkeit ist ein klassischer Kündigungsgrund“, sagt Arbeitsrechtler Peter Meyer. Es sei ein weit verbreiteter Irrtum, dass dem Arbeitnehmer nicht während und wegen einer Krankheit gekündigt werden könne. Aber die Anforderungen sind hoch. Für den Arbeitgeber darf es nicht mehr zumutbar sein, den Arbeitnehmer weiter zu beschäftigen. Diese sogenannte Zumutbarkeitsgrenze sehen Gerichte aber in der Regel erst überschritten, wenn der Arbeitnehmer drei Jahre in Folge mehr als sechs Wochen im Jahr arbeitsunfähig war.

(mit Material von dpa, Arag Versicherungen und Advocard)

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Was: Berufsinformationsmesse über Ausbildung und Studium
Wann: 21. September 2018
Wo: Regionales Berufsbildungszentrum Steinburg in Itzehoe, Juliengardeweg 9-13, 25524 Itzehoe
Geeignet für: Schüler, die kurz vor ihrem Schulabschluss stehen
Eintritt: Kostenlos
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