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Traditionelle Vorstellungen : Ausbildungsinhalte: Warum Klo putzen nicht dazu gehört

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Zu jedem Beruf gehören bestimmte Ausbildungsinhalte. Aber was tun, wenn man als Koch auf einmal Rasenmähen oder als Chemielaborant die Toilette säubern muss?

shz.de von
erstellt am 10.Apr.2014 | 11:37 Uhr

Lehrjahre sind keine Herrenjahre, heißt eine Redensart. Was damit gesagt sein soll: Der Lehrling kann sich nicht ausruhen, erlebt eine strenge Ausbildung. Spaß gehört nach dieser Vorstellung nicht unbedingt dazu.

Aber das Sprichwort entstammt eher traditionellen Vorstellungen aus dem vergangenen Jahrhundert. Nichtsdestotrotz kann die Redensart einen wahren Kern beinhalten, denn Ausbildung bedeutet zum Beispiel manchmal auch, Aufgaben zu übernehmen, die nicht dem Ausbildungsberuf entsprechen. Solche Tätigkeiten nennt man ausbildungsfremde Tätigkeiten.

Beispiel: Als Koch soll man das Auto des Restaurantchefs waschen, als Chemielaborant die Toilette putzen. Mit der jeweiligen Ausbildung haben diese Tätigkeiten augenscheinlich wenig zu tun.

Um festzustellen, was zur jeweiligen Ausbildung gehört und was nicht, gibt es sogenannte Ausbildungsrahmenpläne oder - im besten Fall - auch betriebliche Ausbildungspläne. In den Dokumenten ist genau festgehalten, welche Kenntnisse während der Ausbildung in welchen Abschnitten vermittelt werden sollen. Den Ausbildungsrahmenplan oder den betrieblichen Ausbildungsplan sollte man zu Beginn der Ausbildung erhalten. Alternativ findet man die Pläne im Internet beim Bundesinstitut für Berufsbildung.

Mit dem Ausbildungsplan hat man eine Checkliste zur Hand, mit der man abgleichen kann, ob eine Tätigkeit zur Ausbildung gehört oder als ausbildungsfremde Tätigkeit einzustufen ist. Allerdings: Nicht immer fällt eine Überprüfung leicht. Denn Kopiertätigkeiten gehören möglicherweise durchaus auch zur Ausbildung, etwa zur Ausbildung zum Bürokaufmann. Nur, wenn diese Überhand nehmen und das eigentliche Ziel der Ausbildung nicht mehr im Mittelpunkt steht, sollte man als Auszubildender das Gespräch mit dem Unternehmen suchen.

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