zur Navigation springen

„Grüne Berufe“ : Ausbildung 2016: 12 Jobs, die es in der Landwirtschaft gibt

vom
Aus der Onlineredaktion

Eine Ausbildung in der Landwirtschaft klingt für viele Jugendliche auf den ersten Blick wenig verlockend, dabei haben die Berufsfelder dort einiges zu bieten. shz.de stellt ein Dutzend „Grüne Berufe“ vor.

shz.de von
erstellt am 05.Mär.2016 | 05:15 Uhr

Polizist, Arzt oder Lehrer - das sind die häufigsten Antworten, wenn Kinder gefragt werden, als was sie später einmal arbeiten möchten. Berufe in der Landwirtschaft werden dagegen nur selten genannt, obwohl auch sie einiges zu bieten haben - gerade in einem Flächenland wie Schleswig-Holstein. Eine Übersicht:

Landwirt

Von wegen eintönig: Wer gerne im Freien ist, sich mit Tieren beschäftigt, moderne Agrartechnik spannend findet und auch die Arbeit im Büro nicht scheut, hat schon einmal gute Voraussetzungen. Denn all diese Bereiche sind es, in denen sich ein Landwirt bewegt.

Seine Hauptaufgabe ist die Erzeugung von gesunden und qualitativ hochwertigen Lebensmitteln, Milch, Fleisch, Eier, ökologische Produkte und Wolle. Landwirte können aber auch Energiewirte sein und nachwachsende Rohstoffe erzeugen und verwerten. Dienstleistungen wie Urlaub auf dem Bauernhof oder Natur- und Landschaftspflege sind auf immer mehr Höfen zusätzliche Einnahmequellen.

Um den Betrieb rentabel zu halten, müssen Landwirte produktionstechnische Abläufe beherrschen, Kenntnisse im Betriebsmanagement haben und die Anforderungen der Lebensmittel- und Produktqualität kennen.

Der Einsatz moderner Computertechnik ist heute Alltag, der umweltgerechte, ressourcenschonende und nachhaltige Umgang mit Boden, Luft, Wasser, Pflanzen und Tieren sowie Maschinen und Geräten ebenso. A und O für Landwirte: Die eigene Arbeit sollte gut organisiert sein.

Tierwirt

Rinder, Schweine, Geflügel, Schafe und Bienen spielen in der Landwirtschaft eine große Rolle und an ihre Erzeugnisse werden hohe Qualitätsanforderungen gestellt – egal ob es sich dabei um Milch, Fleisch, Wolle, Eier oder Honig handelt. Verantwortungsvolle Tierwirte tragen dazu bei, die Produkte tierschutzgerecht sowie umweltschonend und nachhaltig herzustellen. In Stallanlagen arbeiten Tierwirte mit modernen Haltungssystemen, in denen häufig computergesteuerte Fütterungs- und Klimatisierungssysteme eingesetzt werden.

Gärtner

Kaum ein Beruf ist so vielseitig wie der des Gärtners. Wer Liebe zu Pflanzen, ästhetisches Empfinden und handwerkliches Geschick mitbringt, für den ist Gärtner genau der richtige Beruf. Moderne Technik erleichtert heute die Arbeit in freier Natur, im Gewächshaus oder im Verkaufsraum.

Als Gärtner lernt man aber nicht nur den Umgang mit Pflanzen, sondern auch die Bedienung von Computern und speziellen Maschinen sowie richtig zu beraten und zu verkaufen. In der Berufsausbildung können sieben gärtnerische Fachrichtungen gewählt werden: Baumschule, Friedhofsgärtnerei, Garten- und Landschaftsbau, Gemüsebau, Obstbau, Zierpflanzenbau oder Staudengärtnerei.

Fachkraft Agrarservice

Obwohl die Ausbildung erst seit einigen Jahren möglich ist, hat sich dieser junge Beruf bereits fest etabliert. Pflanzen säen, düngen, ernten – und das alles mit modernster Technik. Als Fachkraft Agrarservice ist man Profi für vielfältige landwirtschaftliche Dienstleistungen in einem Ackerbaubetrieb, bei Lohnunternehmen oder Maschinenringen.

Auszubildende lernen nicht nur Mähdrescherfahren, sondern auch das Bedienen und Führen anderer landwirtschaftlicher Maschinen. Kenntnisse über Nutzpflanzen, den sinnvollen Einsatz von Dünger und Pflanzenschutzmitteln, bis zur Ernte, Lagerung und Vermarktung stehen ebenso im Fokus.

Milchwirtschaftliche Laboranten

Im sensiblen Bereich der Verarbeitung von Rohstoffen und der Lebensmittelproduktion sind „Milchwirtschaftliche Laboranten“ tätig. Sie entnehmen Proben für Untersuchungen, führen sensorische Prüfungen durch und bewerten diese. Neben Personal-, Produkt- und Betriebshygiene spielt im Umgang mit dem Rohstoff Milch die Lebensmittelsicherheit eine besondere Rolle. Insofern sind die Laboranten eine wichtige Kontrollinstanz.

Milchwirtschaftliche Laboranten arbeiten nicht nur in milchverarbeitenden Betrieben, sondern auch in anderen Bereichen der Lebensmittelindustrie, wie der Feinkost-, Getränke- oder Süßwarenherstellung.

Pflanzentechnologe

Freiland, Gewächshaus und Labor: Das sind die Einsatzorte von Pflanzentechnologen, den Experten der Pflanzenzüchtung und Pflanzenvermehrung. Entwicklung neuer Sorten, Planung, Durchführung und Dokumentation  von Feldversuchen und Untersuchungsreihen sind ebenso Ausbildungsinhalt wie Anbau, Pflege und Ernte von Pflanzen.

Im Labor wird das pflanzliche Material auf chemische Inhaltsstoffe oder bestimmte Erbanlagen mit verschiedenen Analyseverfahren untersucht. Das Wissen von Pflanzentechnologen wird in Forschung, Entwicklung und Qualitätskontrolle gebraucht.

Pferdewirt

Der Pferdeflüsterer lässt grüßen: Die Liebe zu Pferden, aber auch ein guter Umgang mit Menschen ist Grundvoraussetzung für den Beruf eines Pferdewirts. Die Entscheidung für den Beruf ist gleichzeitig die Entscheidung für das Leben mit Pferden. Hierzu gehört das Versorgen der Pferde (Ausmisten, Füttern, Putzen und Verarzten), das Züchten, aber auch das Ausbilden der Pferde. Daneben kümmern sich Pferdewirte auch um Kunden, die im richtigen Umgang mit Pferden unterrichtet werden. Fünf Fachrichtungen gibt es:  Pferdehaltung und Service, Pferdezucht, Klassische Reitausbildung, Pferderennen, Spezialreitweisen.

Milchtechnologe

Aus Milch kann man eine Menge machen: Trinkmilch, Jogurt, Quark, Butter, Sahne, Käse und mehr. Zu diesen Produkten verarbeiten Milchtechnologen das Lebensmittel Milch. Die Fachleute sorgen für eine störungsfreie Produktion, erkennen Qualitätsmängel und technische Fehler und beseitigen sie selbständig. Milchtechnologen planen und kontrollieren Abläufe in der Milchverarbeitung bis hin zur Verpackung und Einlagerung der verderblichen Produkte und dokumentieren ihre Arbeitsschritte.

In der Ausbildung geht es aber um mehr als Milch und Käse: Zu den Inhalten gehören neben Qualitätsmanagement, umfassenden Hygienevorschriften auch das Lebensmittelrecht und Umweltschutz in Produktionsabläufen.

Fischwirt

Wer weiß, dass Fisch nicht gleich Fisch ist, das Wasser liebt und vielleicht auch mal geangelt hat, für den ist die Ausbildung zum Fischwirt vielleicht die richtige. Als Fischwirt züchtet und fängt man Fische, Krebstiere und Muscheln und erfährt alles über die Ökosysteme Fluss, See, Teich und Meer. Fischwirte lernen die dort lebenden Tiere und Pflanzen zu bestimmen. Auch die Aufgaben nach dem Fang – zerlegen, kühlen, konservieren und vermarkten – gehören zur Ausbildung. Aufgrund der unterschiedlichen Anforderungen wählen die angehenden Fischwirte zwischen drei verschiedenen Schwerpunkten: Fischwirt Fischhaltung und -zucht, Seen- und Flussfischerei, Kleine Hochsee- und Küstenfischerei.

Revierjäger

Wildbestände regulieren, Jagdhunde führen, die Öffentlichkeit über Jagd und Natur informieren – das sind nur einige Aufgaben von Revierjägern, die hauptsächlich in Jagd- und Forstbetrieben, bei Verbänden und in der jagdlichen Aus- und Weiterbildung arbeiten. Eine Aufgabe ist der Erhalt eines artenreichen und gesunden Wildbestandes. Dazu gehört auch die Gestaltung der Lebensräume von Wildtieren und Maßnahmen zum Tier-, Arten- und Naturschutz. Revierjäger müssen sicher mit Waffen und anderen Jagdgeräten umgehen und tierschutzgerecht einsetzen können.

Forstwirt

Der Wald ist einer unserer wichtigsten Lebensräume und ein faszinierender Arbeitsplatz. Forstwirte pflegen den Waldbestand. Sie lernen in der Ausbildung Baumarten und Waldtiere zu bestimmen und erleben die ökologischen Zusammenhänge. Verantwortungsbewusstsein und Umsicht sind in diesem Beruf besonders gefragt, vor allem beim Führen von Maschinen. Weitere typische Arbeiten sind: Saatgut gewinnen, Boden bearbeiten, Bäume in Forstbaumschulen heranziehen, Flächen aufforsten, Waldareale umzäunen und Schutzvorrichtungen an jungen Bäumen anbringen.

Hauswirtschafter

Hauswirtschafter sind Meister im Management des Alltags, nicht selten von Kindern, älteren, behinderten oder kranken Menschen. Neben professionellem Kochen und Reinigen gehören auch Einkauf und fachgerechte Vorratshaltung von Lebensmitteln zu den Aufgaben. Hauswirtschafter erlernen nicht nur die Budgetplanung   sondern auch die Dekoration von Räumen. In landwirtschaftlichen Betrieben kommt oft  noch die Versorgung von Tieren oder die Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte hinzu.

Noch keinen Ausbildungsplatz gefunden? Vielleicht werden Sie hier fündig.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen