Ausbildung, Studium, Fortbildung

An den Info-Telefonen (von rechts): Hans-Hermann Lausen, Heino Ewald, Corinna Gonnsen und Jochen Groneberg.
An den Info-Telefonen (von rechts): Hans-Hermann Lausen, Heino Ewald, Corinna Gonnsen und Jochen Groneberg.

Telefonaktion: Besonders interessierten sich junge Anrufer für Karrieremöglichkeiten im Anschluss an eine Berufsausbildung

shz.de von
23. Mai 2015, 03:06 Uhr

Schulabgänger und Eltern aus allen Landesteilen nutzen die Möglichkeit, vier Ausbildungsexperten bei der jüngsten Telefonaktion des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages (sh:z) zum Thema „Berufsausbildung und Studium“, die von der Ausbildungsoffensive der Bundesregierung und der Wirtschaft unterstützt wurde, zu befragen. Deutlich wurde dabei die Unsicherheit vieler Jugendlicher, welche Berufsrichtung für sie die richtige sein könnte.

Gefragt waren Berufe wie Erzieher, Kaufmann im Groß- und Außenhandel, Kaufmann für Büromanagement, Industriemechaniker, Mechatroniker, Raumausstatter und Kfz-Mechatroniker. Außerdem duale Studienmöglichkeiten, das Medizinstudium, das Tiermedizinstudium und Studiengänge wie Soziale Arbeit und Medienmanagement.

Mehr als in den vergangenen Jahren interessierten sich junge Anrufer für Karrieremöglichkeiten im Anschluss an eine Berufsausbildung, sei es im Rahmen einer Aufstiegsfortbildung oder für ein Studium nach erfolgreicher Ausbildung.

Wer erst im kommenden Jahr die Schule abschließt, sollte das letzte Schuljahr schon in den Sommerferien nutzen, um sich umfassend über Beruf oder Studium zu orientieren und zu bewerben. Unentschlossenen Schulabgängern, die jetzt in den Beruf starten oder ein Studium beginnen wollen, rieten die Ausbildungsexperten, schnell die angebotenen Hilfen der Berufsberatung der Arbeitsagentur oder die Vermittlungsmöglichkeiten der Kammern zu nutzen. Es kann für die Schulabgänger brenzlig werden, die glauben, es werde alles schon gut gehen und sie könnten problemlos einen Ausbildungsplatz auch nach den Sommerferien finden. Bereits ab der vorletzten Klasse besuchen sowohl Berufsberater wie auch Unternehmen die Schulen. Wer pfiffig ist, nutzt die Gunst der Stunde und greift bei diesen Angeboten zu, betont Corinna Gonnsen von der Agentur für Arbeit.

Viele Abiturienten wissen nicht, ob sie nach der Schule studieren oder eine Ausbildung beginnen sollen. Daher bietet sich immer ein Beratungsgespräch mit einem Berufsberater für Abiturienten der Agentur für Arbeit an. Dort kann man außerdem entweder an einem Berufswahltest teilnehmen oder einen studienfeldbezogenen Test absolvieren. Empfehlenswert sind Besuche der regionalen Berufsmessen oder auch die Tage der Offenen Tür an Hochschulen.

Nicht nur bei Bewerbern, die sich nicht für eine Berufsausbildung oder ein Studium entscheiden können, ist ein duales Studium begehrt, weiß Jochen Groneberg von der Agentur für Arbeit. Das duale Studium mit integrierter Berufsausbildung kann bis zu viereinhalb Jahre dauern und kann dann den jeweiligen Berufsabschluss und außerdem den Bachelor-Abschluss enthalten. Überdies rät Groneberg Bewerbern, die sich für ein zulassungsbeschränktes Studium wie Medizin interessieren, sich mit Hilfe der Websites der jeweiligen Hochschule über die Zulassungsmodalitäten vor Ort zu informieren. Denn die Durchschnittsnote im Abitur ist oft nur ein Kriterium.

Mittlerweile hat es sich herumgesprochen, dass die duale Berufsausbildung mehr als nur Sicherheiten wie eine spätere feste Anstellung und solide Praxiskenntnisse bietet. Fragen wie „Kann ich nach der Ausbildung zum Kaufmann im Groß- und Außenhandel Karriere machen?“ konnte Heino Ewald von der IHK gut beantworten. Nach Ausbildungsabschluss ist in diesem Beruf eine Aufstiegsfortbildung zum Wirtschaftsfachwirt oder zum Handelsfachwirt möglich. Der Handelsfachwirt ist einem Bachelor-Abschluss gleichgestellt.

Überdies kann eine Ausbildung zum Kaufmann im Groß- und Außenhandel auch in Hongkong in Zusammenarbeit mit DIHK und Außenhandelskammer (AHK) und in Spanien zum Industriekaufmann erfolgen.

Zahlreiche Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten bietet auch das Handwerk in Schleswig-Holstein an, betont Hans-Hermann Lausen, Ausbildungsberater der Handwerkskammern. Die Karrieremöglichkeiten sind im Handwerk besonders vielfältig. Beispielsweise kann eine Ausbildung im Lebensmittelhandwerk Grundstein für eine spätere Karriere als gefragter Fachmann im Lebensmittelbereich sein.

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