Anzeige : Zehn Regeln: Das müssen Arbeitnehmer im Krankheitsfall beachten

Wer krankheitsbedingt nicht arbeiten kann, muss zuhause bleiben. Ein paar Dinge müssen Arbeitnehmer erledigen und beachten. Dr. Fabian Geyer vom Arbeitgeberverband erklärt die wichtigsten Regeln.

Julia Gohde klein.JPG von
26. Mai 2019, 23:57 Uhr

Wenn man krank ist, sollte man zuhause bleiben und sich ausruhen, um schnell wieder fit zu werden. Dennoch gibt es einige Dinge, die Arbeitnehmer beachten müssen. Der Arbeitgeberverband Flensburg-Schleswig-Eckernförde kennt die Fakten rund um die Arbeitsunfähigkeit durch Krankheit, an die sich Angestellte halten sollten.

Regel 1: Wann muss ich mich krankmelden?

Auch wenn man sich am ersten Tag schlapp fühlt und am liebsten einfach weiterschlafen möchte: Als Arbeitnehmer muss man seinem Arbeitgeber „unverzüglich“ darüber informieren, dass man arbeitsunfähig ist – und wann man voraussichtlich wieder zurück an der Arbeitsstelle ist. „Dazu sollte man sich entweder an die Personalabteilung oder den Vorgesetzten wenden“, erklärt Dr. Fabian Geyer, Geschäftsführer des Arbeitgeberverbands Flensburg-Schleswig-Eckernförde. Nur so gibt man dem Arbeitgeber die Chance, den Ausfall entsprechend bei der Planung zu berücksichtigen.
 

Regel 2: Wie muss ich mich krankmelden?

Grundsätzlich kann jeder Betrieb selbst festlegen, auf welche Weise sich die Angestellten krankzumelden haben. Bei manchen Unternehmen genügt schon ein Anruf oder eine Nachricht per E-Mail, SMS oder WhatsApp. „Ich empfehle jedoch, lieber eine klassische E-Mail zu schreiben oder anzurufen, anstatt dem Chef oder der Chefin eine kurze Nachricht per WhatsApp zu schicken. Vielen Vorgesetzten ist dieser Weg lieber“, warnt Dr. Geyer. Besondere Regeln gelten übrigens bei der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vom Arzt: Diese muss der Arbeitgeber als Original bekommen.

Dr. Fabian Geyer, Rechtsanwalt und Geschäftsführer des Arbeitgeberverbands Flensburg-Schleswig-Eckernförde.
www.arbeitgeber-flensburg.de

Dr. Fabian Geyer, Rechtsanwalt und Geschäftsführer des Arbeitgeberverbands Flensburg-Schleswig-Eckernförde.


 

Regel 3: Wie muss ich das Attest übermitteln?

„Am sichersten ist es, die Krankschreibung direkt beim Betrieb abzugeben bzw. abgeben zu lassen. Der Postweg ist zu unsicher“, empfiehlt Dr. Geyer. Wer zu krank ist, um zur Post zu gehen, sollte daher einen Boten schicken - etwa einen Freund oder Verwandten, der im Streitfall auch Zeuge sein kann.
 

Regel 4: Wann muss ich mein Attest abgeben?

Spätestens am vierten Tag der Arbeitsunfähigkeit muss dem Arbeitgeber die ärztliche Bescheinigung vorliegen. Wichtig dabei: Auch Samstag und Sonntag werden dabei mitgezählt. Wer also am Freitag bei der Arbeit fehlt, muss das Attest schon am Montag vorlegen.
Es ist jedoch möglich, dass manche Betriebe mit dieser gesetzlichen Regelung anders verfahren und beispielsweise bereits ab dem ersten Krankheitstag eine Bescheinigung einfordern.
 

Regel 5: Muss ich meinem Arbeitgeber offenbaren, welche Krankheit ich habe?

Kurze Antwort: Natürlich nicht. Darum steht auch auf der „Ausfertigung zur Vorlage beim Arbeitgeber“ keine Diagnose geschrieben.

Auch wenn auf Grund der Grippewelle Personalmangel im Büro herrscht, gibt es ein paar wesentliche Aspekte, die man beachten sollte, bevor man wieder anfängt zu arbeiten.
Imago / McPHOTO

Auch wenn auf Grund der Grippewelle Personalmangel im Büro herrscht, gibt es ein paar wesentliche Aspekte, die man beachten sollte, bevor man wieder anfängt zu arbeiten.


 

Regel 6: Was kann passieren, wenn die ärztliche Bescheinigung nicht rechtzeitig vorliegt?

Nur wenige Betriebe sind im Krankheitsfall sehr streng, doch kann der Arbeitgeber in diesem Zeitraum die Fortzahlung des Gehalts verweigern, wenn ihm die Krankschreibung nicht rechtzeitig vorliegt. „Wichtig zu wissen ist: Eine rückwirkende Krankschreibung ist in der Regel unwirksam. Auch bei längerer Krankheit und bei Krankengeld muss sich der Arbeitnehmer darum immer wieder neu bei seinem Arbeitnehmer melden und die aktuellsten Atteste vorlegen. Im Fall der Krankschreibung sollte man regelmäßig Kontakt zum Arbeitgeber halten. So kann man Missverständnisse, Ärger und Sanktionen vermeiden“, empfiehlt Rechtsanwalt Dr. Geyer.
 

Regel 7: Muss ich die ganze Zeit zu Hause bleiben?

Nur weil man krankgeschrieben ist, ist man nicht zuhause angekettet: Als Arbeitnehmer darf man alles tun, was die eigene Genesung nicht verzögert und der Krankheit angemessen ist. „Wenn man also zum Beispiel einkaufen geht und dabei einen Kollege trifft, muss man sich nicht gleich hinterm Regal verstecken. Einkaufen zu gehen bedeutet in der Regel nicht, dass man seiner Genesung im Wege steht oder überhaupt nicht arbeitsunfähig war“, erklärt Dr. Geyer.


Wer zusammen mit der Arbeitsfähigkeitsbescheinigung Bettruhe verordnet bekommt, sollte diese auch einhalten, um die eigene Genesung zu fördern.
Imago / Photothek

Wer zusammen mit der Arbeitsfähigkeitsbescheinigung Bettruhe verordnet bekommt, sollte diese auch einhalten, um die eigene Genesung zu fördern.


 

Regel 8: Darf ich trotz Krankschreibung meinen Kollegen aushelfen?

Ein solcher Teamgeist ist sicherlich ehrenhaft, jedoch befindet man sich hier schnell in einer rechtlichen Grauzone. Denn als Arbeitnehmer hat man sich so zu verhalten, dass man schnellstmöglich wieder gesund wird.
 

Regel 9: Darf ich arbeiten, wenn ich mich gesund fühle, aber noch krankgeschrieben bin?

Wenn der Arzt einen Patienten krankschreibt, schätzt er nur die Dauer ab, die der Patient erkrankt sein könnte. Ist der Angestellte schon vorher wieder arbeitsfähig, kann er auch zu seiner Arbeitsstelle zurückkehren und ist dabei auch auch unfallversichert. „Eine Gesundschreibung ist überflüssig“, weiß Dr. Geyer. Damit es keinen Ärger mit dem Arbeitgeber gibt, sollte man erst wieder bei der Arbeit erscheinen, wenn keine Gefahr mehr besteht, dass man die Kollegen ansteckt.
 

Regel 10: Was ist, wenn ich in meinem Urlaub krank werde?

Wer in seinem Urlaub krank wird und vom Arzt darüber eine Bestätigung bekommt, kann die verlorenen Tage geltend machen. Die Krankheitstage werden also wieder als Urlaubstage gutgeschrieben. Auch in diesem Fall müssen der Arbeitgeber und die Krankenkasse schnellstmöglich über die Krankheit informiert werden und nicht zum Beispiel erst nach dem Urlaub.
 

Weiterlesen: Stress, Routine, Isolation: Zehn Faktoren, die Arbeitnehmer krank machen können (Anzeige)

Im nächsten Teil der Serie am 24. Juni erklärt Dr. Fabian Geyer, wie Arbeitgeber handeln sollten, wenn Frust am Arbeitsplatz aufkommt, weil manche Angestellte andauernd krank sind. Weitere Infos zum Thema gibt es unter shz.de/arbeitgeberverband. Wer weitere Fragen zu diesem Thema hat, kann sich Dr. Fabian Geyer vom Arbeitgeberverband Flensburg-Schleswig-Eckernförde wenden.
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