Anzeige: Arbeitgeberverband Flensburg : Stressfaktor Bürokratie: Wenn Unternehmen ein „Burn Out“ droht

Vor allem wer in der Verwaltung arbeitet, auf dem lasten die stetig wachsenden gesetzlichen Auflagen für Unternehmen, die eigentlich kein Mensch mehr bewältigen kann.

Vor allem wer in der Verwaltung arbeitet, auf dem lasten die stetig wachsenden gesetzlichen Auflagen für Unternehmen, die eigentlich kein Mensch mehr bewältigen kann.

Ein Gespenst namens Bürokratiewahnsinn geht um in deutschen Unternehmen – und fordert seine Opfer. Die gesetzlichen Auflagen führen zu Überlastung und Krankheitsausfällen. Das neue Gesetz verschafft keine Abhilfe.

Karen Bartel von
18. November 2019, 23:57 Uhr

Flensburg, Schleswig, Eckernförde | Überlastung durch zusätzliche administrative Aufgaben, Dokumentationspflicht für jede Kleinigkeit und das genaue Einhalten von tausend Vorschriften, die keiner so richtig versteht: Dieses Schicksal trifft nicht nur die einzelnen Mitarbeiter, sondern auch das gesamte Unternehmen. Bürokratiewahnsinn ist mittlerweile an der Tagesordnung bei vielen Betrieben in Schleswig-Holstein. Dr. Fabian Geyer, Geschäftsführer des Arbeitgeberverbands Flensburg-Schleswig-Eckernförde, weiß, dass dieser ein ganzes Unternehmen lahmlegen kann:

Aktuell sind Mitarbeiter in der Verwaltung circa zwei Drittel des Monats nur damit beschäftigt, die gesetzlichen Vorgaben umzusetzen. Sie laufen nur noch den Auflagen hinterher und ihre eigentlichen Aufgaben bleiben dabei auf der Strecke. Und es wird immer schlimmer! Dr. Fabian Geyer, Geschäftsführer Arbeitgeberverband Flensburg-Schleswig-Eckernförde

Der Kern des Problems ist, dass die bürokratischen Auflagen des Gesetzgebers zu umfangreich, zu komplex und vor allem oft zu unverständlich sind. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen trifft dies am meisten, betroffen sind jedoch im Prinzip alle deutschen Arbeitgeber und -nehmer.

Die Mitarbeiter sind am Limit und gehen am Bürokratiewahnsinn zugrunde. Dies führt zu Arbeitsausfällen durch Überlastung und Krankheit, die im Grunde staatlich organisiert sind. Dr. Fabian Geyer
Dr. Fabian Geyer ist Geschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Flensburg – Schleswig – Eckernförde.
Arbeitgeberverband Flensburg-Schleswig-Eckernförde.

Dr. Fabian Geyer ist Geschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Flensburg – Schleswig – Eckernförde.

Auch Finanzberater oder Steuerprüfer, die eigentlich ihrem Fach mächtig sein sollten, wissen oft nicht genau, was sie prüfen sollen, da sie die gesetzlichen Auflagen selbst nicht mehr verstehen. Überall herrschen Angst und Unsicherheit – das erfährt Dr. Geyer täglich bei seiner Arbeit: „Denen, denen die gesetzlichen Vorschriften eigentlich helfen und sie schützen sollen, wird damit am meisten geschadet. Hier läuft etwas grundlegend falsch.“

Dr. Geyer sieht in dem „Bürokratie-Monstrum“ eine ernsthafte Bedrohung für die Zukunft von Unternehmen, denn viele junge Leute haben wegen dem hohen Maß an Verwaltungsauflagen schlichtweg keine Lust, Betriebe zu übernehmen und weiterzuführen. Der bürokratische Aufwand ist für die nächste Generation unattraktiv und viele sehen darin keinen Sinn – zu Recht wie Dr. Geyer findet. „Es muss zukünftig deutlich einfacher werden, sonst droht vielen Unternehmen ein totales Burn Out – angefangen bei den Mitarbeitern.“

„Das neue Bürokratieentlastungsgesetz III ist eine Mogelpackung“

Das neue Bürokratieentlastungsgesetz III hält Dr. Geyer für eine „reine Mogelpackung“. Auch wenn beispielsweise Krankmeldungen ab 2021 nur noch digital eingereicht werden sollen, ist dies dennoch ein bürokratischer Arbeitsschritt, der dokumentiert und archiviert werden muss – nur eben nun digital statt analog. „Ad hoc fallen mir 30 bis 40 Vorschriften ein, die man entweder deutlich verschlanken oder gar ganz streichen kann“, so Dr. Geyer.

Laut ihm herrscht in Deutschland eine „krankhafte Sucht nach Überregulierung“. Dabei sollte man die Menschen „einfach mal machen lassen“. Problematisch ist, dass das, was der Gesetzgeber vorgibt, und das, was der Arbeitgeber eigentlich braucht, viel zu weit voneinander entfernt liegt. „Hier fehlt eindeutig ein Realitäts-Check des Gesetzgebers.“

Damit die Mitarbeiter daran nicht zugrunde gehen, rät der Rechtsanwalt, dass man Mut zur Lücke haben sollte: Die To Dos der gesetzlichen Auflagen priorisieren, das Wichtigste erledigen und den Rest der Auflagen liegen lassen. „Anders ist es einfach nicht machbar“, so Dr. Geyer.

Weiterlesen: Stressfaktor Bürokratie - wenn Unternehmen sich „zu Tode verwalten“ (Anzeige)

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