Anzeige : Arbeitgeberverband warnt: „Bleibt zuhause, damit eure Eltern den Job behalten!“

Fabian Geyer, Geschäftsführer des Arbeitgeberverbands Flensburg-Schleswig-Eckernförde, fordert schnelles Handeln der Politik.

Fabian Geyer, Geschäftsführer des Arbeitgeberverbands Flensburg-Schleswig-Eckernförde, fordert schnelles Handeln.

In einem Gastbeitrag wendet sich Dr. Fabian Geyer an die Schleswig-Holsteiner. Er fordert auf: Bleibt zuhause! Und schützt so die Wirtschaft vor einem Kollaps.

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20. März 2020, 13:17 Uhr

Flensburg, Schleswig, Eckernförde | Dr. Fabian Geyer ist aufgebracht. Der Geschäftsführer des Arbeitgeberverbands Flensburg-Schleswig-Eckernförde und seine Kollegen bekommen hunderte Anrufe und E-Mails von hilfesuchenden Unternehmern aus der Region, die aufgrund des Corona-Virus um ihre Existenz fürchten. Breitet es sich weiter aus, kann das für die Wirtschaft den K.O.-Schlag bedeuten – und damit auch für jeden Einzelnen. Denn die Konsequenz, die das Sterben von Unternehmen nach sich zieht, ist vielen Menschen nicht bewusst, ist Geyer überzeugt: Arbeitslosigkeit im ganz großen Stil.

Mit diesen Worten wirbt Dr. Fabian Geyer für mehr Eigenverantwortung:

„Zurzeit überschlagen sich die staatlichen Maßnahmen und Anordnungen zur Einschränkung der Bewegungsfreiheit, um eine weitere rasche Ausbreitung der Epidemie zu verhindern. Ausgangssperren für Menschen sind flächendeckend in Italien, Frankreich, Spanien und Belgien bereits umgesetzt. Auch in Deutschland haben Städte und Gemeinden vereinzelt schon Sperren verhängt – immer verbunden mit dem Hinweis, das Leben vornehmlich älterer und kranker Menschen zu schützen und das Gesundheitssystem nicht weiter zu überfordern.

Unser Wirtschaftssystem droht für längere Zeit zusammenzubrechen. Dr. Fabian Geyer, Geschäftsführer Arbeitgeberverband Flensburg-Schleswig-Eckernförde
 

Was dabei vollständig vergessen wird, ist der ebenso dringliche Hinweis, dass unser gesamtes Wirtschaftssystem gerade droht für längere Zeit zusammenzubrechen. Vergessen wird, dass ohne eine funktionierende Privatwirtschaft nichts mehr in Deutschland möglich sein wird. Kunst, Kultur, Sport, Gesundheit, Pflege, Schulen und Universitäten, öffentlicher Dienst – alles hängt von den Einnahmen aus der Wirtschaft mit seinen Unternehmen und Beschäftigten ab.

Viele Menschen haben diesen Zusammenhang nicht vor Augen. Daher fordern wir insbesondere von:

Jugendliche und junge Erwachsene: Bleibt die nächsten drei Wochen zu Hause, vermeidet jegliche Gruppenbildung, pflegt eure sozialen Kontakte digital. Langeweile ist dabei das geringste Problem. Falls das nicht beachtet wird, werden viele eurer Eltern ihren Job verlieren. Ihr braucht euch dann um das nächste Smartphone, Auslandsaufenthalte oder ein Leben wie bisher keine Gedanken mehr zu machen. Der Geschenketisch bleibt leer!

Ältere und kranke Menschen: Bleiben Sie ebenfalls strikt zu Hause, gehen Sie einzeln und mit ausreichendem Abstand spazieren, bitten Sie eine andere Person einzukaufen. Falls das nicht beachtet wird, überlegen Sie sich, wer zukünftig Ihre Rente und Pension erwirtschaften soll, wenn wir zahllose Pleiten und Massenarbeitslosigkeit haben. Die deutsche Wirtschaft steht mit dem Rücken zur Wand, um vor allem Sie zu schützen.

Jetzt die Weichen für die Zukunft stellen

Die Gedankenlosigkeit vieler Menschen ist unfassbar und beruht offenbar auf dem Irrglauben, nicht direkt betroffen zu sein oder das Leben gelebt zu haben. Wir alle stellen jetzt die Weichen, ob dieses Land und seine Menschen eine wirtschaftliche Perspektive haben oder jegliche Zukunftsplanung begraben müssen. Es geht nicht mehr um Solidarität und Verständnis, sondern um die Frage, wie wir zukünftig leben wollen.

Also, halten Sie sich an alle staatlichen Anordnungen, Maßnahmen und Empfehlungen strikt und ohne Ausnahme. Nur dann gibt es die Hoffnung, dass in einigen Wochen so etwas wie ein normales Leben wieder möglich ist und unsere Wirtschaft nicht irreparabel in Trümmern liegt.

Wir tun zur Zeit alles, um die schlimmsten Folgen abzufedern. Das wird aber nur erfolgreich sein, wenn wirklich alle einschließlich der Gewerkschaften uneingeschränkt mitziehen. Ich kann nur hoffen, wir können das in einigen Wochen wieder entspannter sehen.“

Über den Arbeitgeberverband Flensburg Schleswig-Eckernförde

Dr. Fabian Geyer und seine Kollegen vom Arbeitgeberverband Flensburg-Schleswig-Eckernförde unterstützen Unternehmen der Region in Rechtsfragen. Der Verband zählt aktuell über 350 Mitglieder und hat es sich zum Ziel gemacht, die regionale Wirtschaft zu stärken. Aktuell beschäftigt die Mitglieder des Verbands nur ein Thema: die wirtschaftlichen Auswirkungen des Corona-Virus auf den Betrieb.

Weiterlesen: Arbeitgeberverband im Interview: Was das Corona-Virus für Unternehmen bedeutet (Anzeige)

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