Anzeige : Anlagenmechaniker/-in: Ausbildung mit hervorragender Zukunftsperspektive

Nils Kaumanns hat mit seinen 21 Jahren bereits eine abgeschlossene Meisterausbildung. 2013 hat er seine Ausbildung bei Firma Klein in Tinnum begonnen. 3,5 Jahre später hatte er den Gesellenbrief in der Tasche – als Innungsbester.

Nils Kaumanns hat mit seinen 21 Jahren bereits eine abgeschlossene Meisterausbildung. 2013 hat er seine Ausbildung bei Firma Klein in Tinnum begonnen. 3,5 Jahre später hatte er den Gesellenbrief in der Tasche – als Innungsbester.

Zwei Kenner über die Arbeit der Fachinnung für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, die Zukunft der Branche und besondere Vorteile für Azubis auf Sylt.

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25. März 2020, 00:00 Uhr

Sylt | Andreas Hansen und Jan Schwarze kümmern sich im Auftrag der Fachinnung für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik auf Sylt um die Ausbildung der Anlagenmechaniker. Im Interview sprechen die beiden über die Ausbildung zum Anlagenmechaniker, die Innung und den beruflichen Wandel in ihrer Branche.

Was macht die Ausbildung zum Anlagenmechaniker so attraktiv?

Andreas Hansen: Das Berufsbild selbst ist unglaublich abwechslungsreich – kein Tag ist wie der andere. Am einen Tag repariert man im Kundendienst eine Heizung oder sanitäre Anlage, am nächsten Tag bauen wir ein komplett neues Badezimmer. Und nicht zuletzt macht uns unsere Arbeit auch zum Klimaschützer, weil wir veraltete Heiz- und Energietechnik durch neue, nachhaltige Technik austauschen. Dabei haben wir viel Kundenkontakt und können uns auch vor Ort immer mit kreativen Ideen beratend einbringen. Auf Sylt haben wir zudem ein sehr hohes Qualitätsniveau: Wir sind bei der Arbeit meist umgeben von schönen Dingen und arbeiten überdurchschnittlich viel mit hochwertigen Materialien und Anlagen.

Jan Schwarze: Die Dichte der Sternegastronomie ist auf Sylt ja auch besonders hoch und lockt Auszubildende aus dem ganzen Land an. Wir bilden auf Sylt quasi die Sterneköche der Anlagenmechaniker aus: Mit den hochwertigsten Armaturen von Dornbracht und Co. und der ausgefallensten Technik. Wir haben beispielsweise eine sprachgesteuerte Dusche im Angebot und verbauen oft hochwertige Dusch-WCs.

Der Anlagenmechaniker ist eben ein Beruf mit Zukunft: Heizung, Sanitär und erneuerbare Energien werden immer gebraucht – das gilt besonders für Sylt. Wer hier bleiben möchte, wird als Anlagenmechaniker darum immer Arbeit finden. Jan Schwarze, Geschäftsführer des Unternehmens Heinz Tesch auf Sylt.
 

Aber dank seiner vielen Spezialisierungen findet man einfach überall Arbeit: Öl und Gasfeuerungstechnik, Wartung von Hebeanlagen, Kundendienst, Baustellenmonteur – das Spektrum ist sehr breit gefächert und Spezialisierung ist immer gefragt. Die Fortbildung zum Anlagentechniker kann weitere Türen öffnen, und wer die Meisterausbildung abschließt, kann sich nicht nur selbständig machen, sondern auch studieren.

Jan Schwarze führt seit 21 Jahren das Unternehmen Heinz Tesch, das im vergangenen Jahr seinen 50. Geburtstag feierte.
Sylt Connected

Jan Schwarze führt seit 21 Jahren das Unternehmen Heinz Tesch, das im vergangenen Jahr seinen 50. Geburtstag feierte.

 

Wie ist die Fachinnung für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik auf Sylt organisiert?

Andreas Hansen: Wir haben auf Sylt einen Zusammenhalt in der Innung, wie man ihn nirgendwo sonst findet: Bis auf einen sind alle Sylter Heizungs- und Sanitärbetriebe Mitglied der Innung, nach einer solchen Quote muss man anderswo suchen. Das hat enorme Vorteile, sowohl für die Betriebe als auch für die Auszubildenden:

Dank der Innung können die Prüfungen auf Sylt stattfinden und die Innung übernimmt die Prüfungsgebühren und Kosten für überbetriebliche Ausbildungen. Andreas Hansen, Innungsobermeister
 

Wir veranstalten regelmäßig gemeinsame Schulungen. Einmal im Jahr unternehmen wir gemeinsame Innungsreisen, besichtigen Armaturenwerke und waren sogar schon in Mailand. Sogar zwei Schornsteinfeger und ein Kaminbauer sind in unserer Innung: Wir haben viele gemeinsame Berührungspunkte, und die Zusammenarbeit zwischen den Branchen profitiert davon enorm.

Andreas Hansen führt seit 1987 das Sanitärunternehmen Karl Weber Inh. Hansen & Hansen auf Sylt und ist seit 19 Jahren Innungsobermeister.
Sylt Connected

Andreas Hansen führt seit 1987 das Sanitärunternehmen Karl Weber Inh. Hansen & Hansen auf Sylt und ist seit 19 Jahren Innungsobermeister.

 

Inhalte, Voraussetzungen und weitere mögliche Karriereschritte: Ausbildung zum Anlagenmechaniker/ -in

Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen, wenn ich Anlagenmechaniker/-in werden möchte?

Technisches Interesse und ein wenig handwerkliches Geschick sind optimale Voraussetzungen für den Ausbildungsberuf Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Ansonsten braucht es nicht viel:

  • Ein Hauptschulabschluss genügt, gute Kenntnisse in Mathematik und Physik sind zudem von Vorteil.
  • Wer engagiert und motiviert ist, hat gute Chancen – auch für eine Übernahme nach der dreieinhalbjährigen Lehre.
  • Wer dazu gern teamorientiert und kreativ arbeitet, könnte seine Passion in der Anlagenmechanik finden.
Wie läuft die Ausbildung ab und was gehört zu den Aufgaben?

In der Ausbildung werden zunächst technische und organisatorische Grundlagen wie das Bohren, Schrauben und Schweißen zum Befestigen von Anlagen, aber auch das Anfertigen von Rohren, Blechen und Profilen, vermittelt.

Desweiteren kümmern sich Anlagenmechaniker um die Installation und Reparatur von Rohrleitungen und Sanitäranlagen jeglicher Art. Aber der Bereich Heizung und Sanitär ist heute mehr als nur das Verlegen von Rohren: Technologische Aufgaben wie die Programmierung von Heiz- und Sanitäranlagen spielen eine immer größere Rolle. Praktisch bedeutet das: Anlagen in Betrieb nehmen, kontrollieren und in Stand halten.

Um auf dem neuesten Stand der Technik zu bleiben, gehört es dazu, regelmäßig Fortbildungen und Seminare zu besuchen, die neben neuen Wartungstechniken handwerkliche Neuheiten, unter Anderem neue Schweißverfahren, lehren.

Welche Fortbildungmöglichkeiten habe ich?

Wer in der Karriereleiter einen Schritt aufsteigen möchte, hat die Möglichkeit, sich zum Meister oder Techniker weiterzubilden. So kann man sich auf verschiedene Fachrichtungen, beispielsweise Installateur- und Heizungsbaumeister oder Techniker der Fachrichtung Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik spezialisieren.

Auch die Option eines Studiums steht Anlagenmechanikern offen: Mit Hochschulberechtigung in Form der bestandenen Meisterprüfung bieten sich spannende Studiengänge wie Maschinenbau, Versorgungs- und Verfahrenstechnik an.

Wie hat sich die Branche in dieser Zeit gewandelt?

Andreas Hansen: Der Beruf ist viel moderner geworden: Unsere Gesellen arbeiten oft mehr mit dem Smartphone als mit dem Stemmhammer. Wir kommunizieren sehr viel digital, können Bilder und Anleitungen an die Gesellen vor Ort schicken, Aufträge sind so viel leichter zu bewältigen. Außerdem funktionieren auch immer mehr Steuerungssysteme für Heizungen und Badtechnik per Handyapp aus der Ferne. Heiz- oder Sicherheitssysteme können so entstört werden, ohne dass man zum Kunden fahren muss.

Jan Schwarze: Der Beruf des Anlagenmechanikers ist heute nicht mehr nur „Gas, Wasser, Scheiße“, wie man es von früher kennt – das ist so in den Köpfen drin, aber die unliebsamen Arbeiten geben wir mittlerweile ab an Rohrreinigungsfirmen. Was wir machen, ist hochtechnisch und durchaus vergleichbar mit dem Berufsbild des KFZ-Mechatronikers: Wir arbeiten viel mit Messgeräten und Spezialwerkzeugen.

Wie wirkt sich das auf das Berufsbild aus?

Jan Schwarze: Der Beruf fordert durch die Technologisierung mehr geistige Arbeit als früher, ist dafür aber körperlich viel weniger anstrengend. Wasserleitungen werden heute in Hohlwände montiert, dadurch entfallen schmutzige und anstrengende Schlitz- und Stemmarbeiten. Auch die Materialien sind heute leichter geworden: Wo früher 400 Kilogramm schwere Gusskessel verbaut wurden, hängt heute eine 60 Kilogramm schwere Therme, zudem gibt es Trage- und Transporthilfen wie die Elektrosackkarre.

Hat das auch einen Einfluss auf den Frauenanteil in dem Beruf?

Andreas Hansen: Absolut! Heute entscheiden sich bereits deutlich mehr Frauen für eine Ausbildung zur Anlagenmechanikerin, obgleich diese Entwicklung leider nur langsam voranschreitet und durch uns schwer zu beeinflussen ist. Durch den Wandel ist der Beruf für Frauen viel attraktiver geworden – das können wir nur immer wieder betonen.

Was kann sonst getan werden, um mehr Auszubildende zu gewinnen?

Jan Schwarze: Wir tun bereits sehr viel. Es gibt umfassende Praktikumsmöglichkeiten, und viele Betriebe bieten attraktive Zusatzleistungen wie Vergünstigungen im Fitnessstudio, ein Firmenfahrrad oder kostenlose Monatskarten für die Bahn. Wir können nur immer wieder kommunizieren, wie spannend der Beruf ist und die Schüler einladen, es selbst herauszufinden.

Karte: Ausbildungsbetriebe für angehende Anlagenmechaniker/-innen auf Sylt

Weitere Informationen sind zu finden unter www.handwerknordfriesland.de sowie in der digitalen Beilage „Besseres Klima kann man auch installieren“ (einfach auf den Link klicken).

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