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350 Jahre Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU)

15. Dezember 2017 | 23:16 Uhr

Energiewende auf dem Acker

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

shz.de von
erstellt am 23.Apr.2015 | 05:00 Uhr

Der Ort ist mit Bedacht gewählt. „Die Aula der Kaiser-Karl-Schule ist groß genug und wirklich bildhübsch“, sagt Hartwich Puzich von der Itzehoer Sektion der Schleswig-Holsteinischen Universitätsgesellschaft. Dort hält Mittwoch, 29. April, 19 Uhr, Professor Dr. Friedhelm Taube, Direktor des Instituts für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung der Christian-Albrechts-Universität (CAU) Kiel, einen Vortrag. Thema: Die Grenzen der Energiewende.

„Das ist ein Vortrag, der gut zu uns und unserer Region passt, das wird ein dolles Ding“, sagt Puzich, der selbst Lehrer an der KKS ist. In Itzehoe sei er immer darauf bedacht gewesen, die Themen aktuell zu halten und für alles offen zu sein. Der Vortrag ist der Auftakt zu einer Reihe, die unsere Zeitung mit der Universitätsgesellschaft zum 350-jährigen Bestehen der CAU initiiert hat. Es folgen Vorträge und eine Podiumsdiskussion zu verschiedenen Themen – in Plön, Büdelsdorf und Flensburg.

„Gerade in unserem Kreis hat Energie schon immer eine große Rolle gespielt“, sagt Puzich mit Blick auf die drei Atommeiler in Schleswig-Holstein. Mit der Energiewende entstünden neue Fragen, auf die Taube eine Antwort präsentieren wolle.

Der Wissenschaftler will vor allem auf die Bioenergie vom Acker eingehen, die meist mit dem Schlagwort „Vermaisung“ belegt wird. Mit Mais für Biogasanlagen würden folgende Behauptungen in Verbindung gebracht: Biogas aus Mais spart keine fossile Energie ein, hagert den Boden aus, braucht viele Pestizide und viel Dünger, und „Maiswüsten“ schaden der Biodiversität, so Taube. „Die wissenschaftlichen Fakten sprechen jedoch eine ganz andere Sprache: Biogaserzeugung aus Mais spart mehr als 60 Prozent Treibhausgasemissionen im Vergleich zu fossilen Brennstoffen ein und erfüllt somit auch die Vorgaben der EU zur Nachhaltigkeit der Bioenergie-Erzeugung.“

Taube wird in seinem Vortrag auch auf die Frage „Tank oder Teller?“ eingehen. „Wir müssen uns doch alle diese ethische Frage stellen“, sagt Hartwich Puzich dazu. Denn die Debatte, ob bei weltweit knappen Nahrungsmitteln Ackerflächen für Bioenergie reserviert werden sollten, sei brandaktuell und in einem ländlichen Kreis wie Steinburg von besonderer Bedeutung. „Das Thema ist prickelnd und wird die Leute interessieren“, sagt Puzich, der sich freut, dass gerade Itzehoe für den ersten Vortrag der neuen Reihe ausgewählt wurde. Normalerweise kommen zu den Vorträgen, die Wissenschaftler der Universitätsgesellschaft in Itzehoe halten, im Schnitt 40 Zuhörer. Diesmal rechnet Puzich mit deutlich mehr.

>Der Eintritt kostet 8,50 Euro, Mitglieder der Universitätsgesellschaft, Schüler, Studenten und Abonnenten unserer Tageszeitung zahlen 5 Euro.

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