Energiewende auf dem Acker

Seit seinem Dienstantritt an der KKS im Jahr 1980 begleitet Französisch- und Geographie-Lehrer Hartwich Puzich (r.) die Universitätsgesellschaft, seit 2001 leitet er die Itzehoer Sektion. Diese Aufgabe übernimmt nun Rene Wallich, Lehrer für Wirtschaft/Politik, Geographie und Informatik und wie Puzich Itzehoer. Beide stehen vor Pavillon 5 der KKS, Veranstaltungsort für viele Vorträge.
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Seit seinem Dienstantritt an der KKS im Jahr 1980 begleitet Französisch- und Geographie-Lehrer Hartwich Puzich (r.) die Universitätsgesellschaft, seit 2001 leitet er die Itzehoer Sektion. Diese Aufgabe übernimmt nun Rene Wallich, Lehrer für Wirtschaft/Politik, Geographie und Informatik und wie Puzich Itzehoer. Beide stehen vor Pavillon 5 der KKS, Veranstaltungsort für viele Vorträge.

Kay Müller von
23. April 2015, 05:00 Uhr

Der Ort ist mit Bedacht gewählt. „Die Aula der Kaiser-Karl-Schule ist groß genug und wirklich bildhübsch“, sagt Hartwich Puzich von der Itzehoer Sektion der Schleswig-Holsteinischen Universitätsgesellschaft. Dort hält Mittwoch, 29. April, 19 Uhr, Professor Dr. Friedhelm Taube, Direktor des Instituts für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung der Christian-Albrechts-Universität (CAU) Kiel, einen Vortrag. Thema: Die Grenzen der Energiewende.

„Das ist ein Vortrag, der gut zu uns und unserer Region passt, das wird ein dolles Ding“, sagt Puzich, der selbst Lehrer an der KKS ist. In Itzehoe sei er immer darauf bedacht gewesen, die Themen aktuell zu halten und für alles offen zu sein. Der Vortrag ist der Auftakt zu einer Reihe, die unsere Zeitung mit der Universitätsgesellschaft zum 350-jährigen Bestehen der CAU initiiert hat. Es folgen Vorträge und eine Podiumsdiskussion zu verschiedenen Themen – in Plön, Büdelsdorf und Flensburg.

„Gerade in unserem Kreis hat Energie schon immer eine große Rolle gespielt“, sagt Puzich mit Blick auf die drei Atommeiler in Schleswig-Holstein. Mit der Energiewende entstünden neue Fragen, auf die Taube eine Antwort präsentieren wolle.

Der Wissenschaftler will vor allem auf die Bioenergie vom Acker eingehen, die meist mit dem Schlagwort „Vermaisung“ belegt wird. Mit Mais für Biogasanlagen würden folgende Behauptungen in Verbindung gebracht: Biogas aus Mais spart keine fossile Energie ein, hagert den Boden aus, braucht viele Pestizide und viel Dünger, und „Maiswüsten“ schaden der Biodiversität, so Taube. „Die wissenschaftlichen Fakten sprechen jedoch eine ganz andere Sprache: Biogaserzeugung aus Mais spart mehr als 60 Prozent Treibhausgasemissionen im Vergleich zu fossilen Brennstoffen ein und erfüllt somit auch die Vorgaben der EU zur Nachhaltigkeit der Bioenergie-Erzeugung.“

Taube wird in seinem Vortrag auch auf die Frage „Tank oder Teller?“ eingehen. „Wir müssen uns doch alle diese ethische Frage stellen“, sagt Hartwich Puzich dazu. Denn die Debatte, ob bei weltweit knappen Nahrungsmitteln Ackerflächen für Bioenergie reserviert werden sollten, sei brandaktuell und in einem ländlichen Kreis wie Steinburg von besonderer Bedeutung. „Das Thema ist prickelnd und wird die Leute interessieren“, sagt Puzich, der sich freut, dass gerade Itzehoe für den ersten Vortrag der neuen Reihe ausgewählt wurde. Normalerweise kommen zu den Vorträgen, die Wissenschaftler der Universitätsgesellschaft in Itzehoe halten, im Schnitt 40 Zuhörer. Diesmal rechnet Puzich mit deutlich mehr.

>Der Eintritt kostet 8,50 Euro, Mitglieder der Universitätsgesellschaft, Schüler, Studenten und Abonnenten unserer Tageszeitung zahlen 5 Euro.

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