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Beziehungsratgeber : Zusammen schlaflos: Sind getrennte Betten das Ende der Beziehung?

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Gemeinsam einschlafen, gemeinsam aufwachen: Das Klischee sieht glückliche Paare im gemeinsamen Bett. Sind getrennte Schlafzimmer der Anfang vom Ende?

shz.de von
erstellt am 02.Jan.2016 | 15:26 Uhr

Bern | Er schnarcht, sie schnauft. Er träumt laut, sie wälzt sich, dass die Bettfedern quietschen. Und beide denken: „Was gäbe ich für ein Schlafzimmer für mich allein.“ Aber keiner traut sich, es auszusprechen. Denn zu einer glücklichen Beziehung gehört doch ein gemeinsames Schlafzimmer mit Doppelbett, oder etwa nicht?

Zumindest fallen Paare mit getrennten Betten aus dem Rahmen des Gewohnten, auch wenn sich Gründe für getrennte Schlafzimmer durchaus finden lassen: Der eine muss immer früh raus, der andere kommt erst nach Mitternacht zur Ruhe. Der eine weckt den anderen mit nächtlichen Gängen zur Toilette. Oder macht immer das Fenster auf, obwohl der Partner so schnell friert.

„Sehr häufig aber gibt es Klagen über das Schnarchen des Partners“, erzählt Friedhelm Schwiderski, Paar- und Sexualtherapeut aus Hamburg. Und es gibt noch weitere Unterschiede beim Thema Schlaf: „Man nimmt an, dass gesunde Frauen eher mehr Schlaf benötigen und auch länger schlafen sowie etwas mehr Tiefschlaf aufweisen als Männer“, sagt Johannes Mathis, Leiter des Schlaf-Wach-Zentrums am Inselspital in Bern. „Frauen leiden aber subjektiv häufiger an einer Schlafstörung.“

Ganz gleich, was die Gründe sind: „Wenn der eine Partner sich durch den anderen ständig im Schlaf gestört fühlt, kann das die Beziehung belasten“, sagt Schwiderski. Denn er macht den anderen für seine Schlafprobleme verantwortlich. Das Problem gehöre deshalb auf den Tisch, wenn beide wach sind: „Ich würde das gemeinsame Schlafzimmer nicht vorschnell aufgeben, ohne zumindest nach einer anderen Lösung des Problems gesucht zu haben“, sagt der Paartherapeut. Das können Ohrstöpsel sein, unterschiedlich warme Decken oder ein Ausweichzimmer, falls der Job mal zu besonders frühem Aufstehen zwingt.

Ganz auf ein gemeinsames Schlafzimmer zu verzichten, bedeute, „dass die Partner körperlich auf Abstand gehen“, sagt Schwiderski. Das setze einen Prozess in Gang, „der nur schwer wieder rückgängig zu machen ist“. Die Berliner Psychologin und Familientherapeutin Dörte Foertsch sieht das weniger problematisch: „Eine Beziehung kann auch mit getrennten Schlafzimmern funktionieren.“ Schließlich gehöre es zum Wesen einer Partnerschaft, unterschiedliche Bedürfnisse nach Autonomie zu akzeptieren.

Aber: Möglicherweise sind die Schnarchgeräusche gar nicht der wahre Grund für den Wunsch, sich aus dem gemeinsamen Zimmer zurückzuziehen. „Vielleicht fehlt es einem Partner in Wahrheit an anderer Stelle der Beziehung an Raum“, sagt Schwiderski.

Wie es sich besser schläft – ob gemeinsam oder einsam – hat Schlafforscher immer wieder beschäftigt. Frauen schliefen allein erholsamer, Männer dagegen profitierten von der Nähe der Partnerin, lautete vor einigen Jahren das Fazit einer Studie an der Universität Wien.

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