Kostenfalle defekte Heizung : Wie man die Heizung entlüftet und was der Vermieter bei Mängeln tun muss

Wenn die aufgedrehte Heizung nicht warm wird, muss der Vermieter etwas dagegen tun.

Wenn die aufgedrehte Heizung nicht warm wird, muss der Vermieter etwas dagegen tun.

Kaputte Heizkörper können für viel Unzufriedenheit und kalte Füße sorgen. Was Vermieter in solch einem Fall unternehmen müssen, ist aber klar geregelt.

<p>Lisa-Marie Spring</p> von
09. Oktober 2018, 05:00 Uhr

Manch einer wird in den letzten Tagen böse Überraschungen erlebt haben, als er nach Monaten mal wieder in jedem Zimmer die Heizung aufgedreht hat. Während die einen Heizkörper wie gewünscht funktionieren, rauscht und gluckert es in einigen sehr laut und wieder andere werden gar nicht oder nur teilweise warm. Viele solcher Probleme lassen sich durch das Entlüften der Heizung einfach und schnell aus der Welt schaffen. Das kann man sogar mit wenig Zubehör selber machen:

Zum Entlüften der Heizung benötigt man einen Vierkantschlüssel aus dem Baumarkt sowie einen Behälter zum Auffangen der Flüssigkeit. Der Vierkantschlüssel sollte dem Durchmesser des Ventils entsprechen.

  1. Mit dem Vierkantschlüssel dreht man das Ventil leicht auf, bis zischend die Luft aus der Heizung entweicht. Das Ventil befindet sich meistens seitlich oben.
  2. Ist die Luft entwichen, folgt etwas Wasser, was dann mit dem Gefäß aufgefangen wird. Wenn klares Wasser in einem durchgängigen Strahl aus der Heizung fließt, sollte das Ventil schnell wieder geschlossen werden, damit nicht zu viel Wasser verloren geht. Ansonsten muss welches nachgefüllt werden.

Funktioniert die Heizung danach noch immer nicht zur vollen Zufriedenheit, sollte man einen Fachmann konsultieren.

 

Mieter wenden sich in solchen Fällen in der Regel zuerst an ihren Vermieter. Hier sollten sie ihre Rechte und Pflichten kennen, um richtig zu handeln und vor allem nicht lange im Kalten sitzen zu müssen. Zunächst sollte bei einer Zentralheizung die Frage geklärt werden, ob der Vermieter diese im vorgeschriebenen Mindestzeitraum vom 1. Oktober bis zum 30. April überhaupt angestellt hat. Funktioniert eine Heizung gar nicht, muss der Vermieter sich, wenn draußen Minustemperaturen herrschen, sofort um den Mangel kümmern. Kommt er dieser Pflicht nicht nach oder ist für den Mieter schlicht nicht erreichbar, dann darf der Mieter auf Kosten des Vermieters einen Handwerker bestellen. In diesem Fall sollte er sich aber sicher sein, dass er nicht selber für den Mangel verantwortlich ist.

Es gibt Temperaturrichtwerte, an die sich der Vermieter halten muss. Zwischen 6 und 23 Uhr sollte in Wohnräumen eine Temperatur von mindestens 20 Grad Celsius möglich sein, in Bädern 21 bis 23 Grad. Nachts liegt der Richtwert bei 18 Grad Celsius. Paragraphen im Mietvertrag, die niedrigere Richtwerte vorschreiben, sind unzulässig und somit auch ungültig.

Wann eine Mietminderung erwirkt werden kann

Wer längere Zeit in eiszeitähnlichen Verhältnissen lebt, stellt wohl ziemlich schnell die Frage nach der Mietminderung. Auf diese hat der Mieter dann ein Recht, wenn die Temperaturrichtwerte dauerhaft unterschritten werden. Der Vermieter hat den Mangel innerhalb eines angemessenen Zeitraums, in der Regel innerhalb von zwei Wochen, zu beseitigen. Reagiert er stattdessen gar nicht und lassen sich in der Wohnung maximal 18 Grad Celsius erreichen, stehen dem Mieter nach einer Entscheidung des Frankfurter Landgerichts bis zu 15 Prozent Mietminderung zu. Werden tagsüber mehr als 18 Grad, aber keine 20 Grad Celsius erreicht, ist laut dem Landgericht Berlin eine Minderung von 5 Prozent möglich.

Störende Geräusche, wie Knarren und Klopfen, entstehen übrigens dadurch, dass das Metall sich bei Hitze ausdehnt und bei Kälte zusammenzieht. Daher hört man sie vor allem bei Temperaturveränderungen. Hier hilft demnach gleichmäßiges Heizen.


(Mit Arag-Presseservice und heizsparer.de)

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