Wenn der Winter kommt

Es kann sehr schnell gehen: Winter auf norddeutschen Dächern.
Es kann sehr schnell gehen: Winter auf norddeutschen Dächern.

Schneewehen von Hausmauern und Türen entfernen, große Eiszapfen über Gehwegen abbrechen

shz.de von
03. Januar 2015, 03:44 Uhr

Zieht der Winter mit voller Wucht über das Land, machen frostige Temperaturen, Schneemassen und Eiszapfen dem Haus Probleme. Experten erklären, was zu tun ist, wenn eine dicke Schneedecke auf dem Dach liegt:

Schnee auf dem Dach kann die Standsicherheit des Hauses gefährden. „Die Hausbesitzer müssen daher wissen, wie viele Kilogramm Schnee die Konstruktion tragen kann“, erklärt der Statiker Prof. Norbert Gebbeken von der Ingenieurekammer-Bau. „Schon 10 Zentimeter nasser Schnee bedeuten fast 100 Kilogramm pro Quadratmeter. Aber die Werte variieren von Region zu Region. Angaben dazu finden sich im Standsicherheitsnachweis des Daches. „Sie müssen aber beachten, dass nicht die Dicke eines Schneebretts, sondern sein Wassergehalt entscheidend für das Gewicht ist“, erläutert Prof. Gebbeken. Handeln müssen Hausbesitzer, wenn sich das Dach sichtbar verformt, Fenster oder Türen klemmen oder der Putz Risse bekommt. „Laien sollten Dächer allerdings nicht betreten – das ist viel zu gefährlich.“ Dachdecker übernehmen das vorsorgliche Räumen, die Feuerwehr hilft nur bei akuter Einsturzgefahr. In Norddeutschland bläst allerdings oft der hier auftretende stärkere Wind größere Schneemengen vom Dach. Das nimmt dem Hausbesitzer dann Arbeit ab .

Wie vertragen sich Schnee und Solaranlagen? Das ist kein Problem. „Fachgerecht installierte Solaranlagen kommen mit mitteleuropäischen Schneeverhältnissen klar“, erläutert Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft in Berlin. Auf keinen Fall sollten Hausbesitzer selbst die Module auf dem Dach von Schnee befreien. Die Unfallgefahr sei einfach zu groß.

Anders sieht es aus, wenn sich Schneeberge direkt am Haus auftürmen. Schneeverwehungen an der Fassade sowie an Terrassen- sowie Balkontüren werden am besten weggeräumt. Denn taut die Masse auf, läuft das Tauwasser oft durch Türen ins Haus oder durchnässt das Mauerwerk, erläutert der Verband Privater Bauherren.

Was tun, wenn Wasserrohre eingefroren sind?  Zunächst muss der Hahn der Zuleitung abgesperrt werden, erklären die Experten der Berliner Wasserbetriebe. Dann wird mit handwarmem Wasser die Leitung aufgetaut, nicht aber mit einem Heizgerät oder einer offenen Flamme. Das kann ein Feuer entfachen. Die Experten raten dazu, die Rohre nicht in Eigenregie aufzutauen, sondern einen Sanitärexperten zu beauftragen. Außerdem sollten Frostschäden an der Anschlussleitung – also am Rohr, das von der Straße zum Wasserzähler führt – und am Wasserzähler selbst dem Entstörungsdienst der lokalen Wasserbetriebe gemeldet werden.

Vorsicht, wenn Eiszapfen am Dach wachsen, denn Eiszapfen sind gefährlich. Hausbesitzer müssen den Bereich unter dem Dach absperren, damit keine Menschen von herabfallenden Eiszapfen verletzt werden. Das betont der Verband Privater Bauherren. Denn der Hausbesitzer müsse dafür sorgen, dass keiner durch seine Immobilie zu Schaden kommt. Wer die Möglichkeit hat, kann die Eiszapfen abschlagen. Aber auch hier gilt: Sich nicht selbst in Gefahr bringen. 

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