Gründe nennen : Welche Angaben Mieter bei Untervermietung machen müssen

Wer einen Teil seiner Wohnung untervermieten will, muss sein Vorhaben begründen. Doch er ist nicht verpflichtet sein Vermögen offenzulegen. Das zeigt ein Urteil aus Berlin.  
Wer einen Teil seiner Wohnung untervermieten will, muss sein Vorhaben begründen. Doch er ist nicht verpflichtet sein Vermögen offenzulegen. Das zeigt ein Urteil aus Berlin.  

Mieter dürfen ihre Wohnung im Prinzip untervermieten. Allerdings müssen sie den Vermieter um Erlaubnis bitten und ihm einen Grund dafür nennen. Aber wie muss die Begründung aussehen?

shz.de von
14. Juni 2018, 15:16 Uhr

Mieter können ihre Wohnung oder einen Teil davon untervermieten - vorausgesetzt, sie haben ein berechtigtes Interesse. Dieses Interesse müssen sie auch begründen.

Vermieter dürfen die Hürden für die Prüfung, ob das Anliegen berechtigt ist, aber nicht zu hoch legen. Das zeigt eine Entscheidung des Landgerichts Berlin (Az.: 66 S 275/17), über die die Zeitschrift «Das Grundeigentum» (Nr 10/2018) des Eigentümerverbandes Haus & Grund Berlin berichtet.

In dem Fall wollte der Mieter einer 3-Zimmer-Wohnung einen Raum untervermieten, um seine Kosten zu senken. Er bat den Vermieter mit der entsprechenden Begründung um Erlaubnis und teilte ihm den Namen des Untermieters mit. Der Vermieter wollte vor seiner Zustimmung aber, dass der Mieter seine Vermögensverhältnisse offenlegt und die Bescheide des Jobcenters einreicht. Der Mieter klagte und erreichte vor Gericht, dass er die Erlaubnis bekommt. Der Vermieter sollte die Kosten für den Rechtsstreit übernehmen, wogegen er sich wehrte.

Ohne Erfolg: Der Mieter habe den Untermieter genannt, den Grund für die Untervermietung erklärt und den avisierten Untermietzins mitgeteilt. Damit habe er seine Pflichten erfüllt. Der Vermieter sei hier nicht berechtigt, die nähere Darlegung der Vermögensverhältnisse zu verlangen, bevor er sich zur Frage der Erteilung der Genehmigung verbindlich geäußert habe.

Der Mieter habe allein schon deshalb ein Interesse, weil eine 3-Zimmer-Wohnung für einen Mieter alleine einerseits zu groß und andererseits zu kostspielig sei. Das Interesse, die Kosten zu senken, um einen bei der angespannten Lage auf dem Berliner Wohnungsmarkt sonst nötigen Umzug zu vermeiden, sei dargelegt worden und berechtigt.

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