zur Navigation springen

Geplatzte Wasserleitungen : Wasserrohrbruch nach Frost: Das gilt es zu beachten

vom

Die Kälte der vergangenen Tage hat einige Wasserleitungen im Norden gefrieren und platzen lassen, was jetzt erst sichtbar wird. Wie sich dies vermeiden lässt und wie Betroffene reagieren sollten, lesen Sie hier.

shz.de von
erstellt am 26.Jan.2016 | 19:45 Uhr

Zahlreiche Schleswig-Holsteiner atmen angesichts der milden Temperaturen seit dem Wochenbeginn auf, denn die Kältephase der vergangenen Tage hat vorerst ein Ende - zum Leidwesen einiger Hausbesitzer: Denn der strenge Frost hat seine Spuren hinterlassen und so so manche Wasserleitung gefrieren und platzen lassen. Nach dem schnellen Anstieg der Temperaturen am Wochenende werden nun die Schäden sichtbar - und zwar in Form nasser Wände und gefluteter Fußböden.

Besonders häufig passieren diese Schäden in Ferien- und Wochenendhäusern, die nur vorübergehend bewohnt werden, oder in Häusern, die eine Weile leer stehen. Provinzial-Schadenexperte André Marotz rät daher dazu, diese Gebäude in den nächsten Tagen besonders regelmäßig zu kontrollieren: „Die Schäden, die der Frost an den Wasserleitungen angerichtet hat, werden jetzt sichtbar“. Schnelles Handeln könne helfen, um einen noch größeren Schaden zu verhindern.

Aber wie? Wichtig sei, einige Sofortmaßnahmen einzuleiten: Der Haupthahn vor dem Wasserzähler muss - wenn nicht schon geschehen - geschlossen, das Wasser abgepumpt und aufgewischt werden. Die betroffenen Räume müssen anschließend gut gelüftet und Gegenstände vor weiteren Nässeeinwirkungen geschützt werden.

„Der Schaden sollte unverzüglich dem Versicherer gemeldet und mit ihm das weitere Vorgehen abgestimmt werden, insbesondere die Trocknungs- und Sanierungsmaßnahmen,", sagt Marotz.

Leitungswasserschäden werden von der Wohngebäude- und von der Hausratversicherung übernommen, teilt die Provinzial mit. Verallgemeinern lässt sich diese Aussage jedoch nicht: So entschied das Oberlandesgericht Bamberg 2002, dass Gebäudeversicherer den Schaden nicht übernehmen müssten, wenn der Eigentümer fahrlässig handele und trotz angekündigter tagelanger Minustemperaturen bis 20 Grad unter Null sein Haus nicht heize und dort vier Wochen lang nicht nach dem Rechten sehe.

Zudem sollten Betroffene den Schaden möglichst umgehend der Versicherung melden und nichts zu verändern, bis der Versicherer den Schaden begutachtet hat. Andernfalls droht der Verlust des Versicherungsschutzes, wie das Amtsgericht München vor acht Jahren urteilte. In dem vorliegenden Fall hatten die Eigentümer den Wasserrohrbruch sechs Wochen nach dem Schadenfall gemeldet.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen