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Checkliste für Hausbesitzer : Von Fassade bis Fenster: So machen Sie ihr Haus winterfest

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Aus der Onlineredaktion

Ist das Laub aus der Dachrinne entfernt? Und die Wasserleitung im Garten abgestellt? Spätestens jetzt gilt es für Hausbesitzer, ihr Eigenheim für die kalte Jahreszeit fit machen. Worauf Sie achten müssen, lesen Sie hier.

Kiel | Der erste Schnee ist am Wochenende bereits gefallen und hat den Winter eingeläutet. Spätestens jetzt sollten Hausbesitzer daher überprüfen, ob sie alle notwendigen Maßnahmen für die kalte Jahreszeit getroffen haben. Eine Checkliste: 

Haustechnik

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Wasserhähne an der Außenfassade sollten auf jeden Fall vom Betrieb genommen werden.
 

Die Heizungsanlage sollte spätestens zum Winter hin gewartet werden lassen, rät Thorsten Kuchel, Leiter des Kieler Regionalbüros im Verband Privater Bauherren. „Zudem sollte die Heizungsanlage entlüftet werden und gegebenfalls Wasser nachgefüllt werden.“ Der Grund: „ Eine nicht richtig eingestellte Heizungsanlage kann zu höheren Energieverbräuchen führen, stellt die Beheizung nicht sicher und nimmt unter Umständen sogar Schaden“, erläutert Kuchel.

Da Rohre im Garten in der Regel nicht in frostsicherer Tiefe liegen, sollte die Wasserzufuhr abgestellt und die Leitung gegebenfalls entleert werden. Zur eigenen Sicherheit und um ungebetene Gäste abzuschrecken, sollte auch die Außenbeleuchtung kontrolliert werden. Ebenfalls empfiehlt es sich, die Be- und Entlüftungsanlage warten und reinigen zu lassen.

 

Fassade

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Risse im Mauerwerk sollten gerade im Winter umgehend beseitigt werden.
 

Hausbewohner sollten einen Rundgang mit wachsamen Augen um das Haus machen und die Fassade auf Schäden überprüfen. Denn im Laufe der Zeit können sich Risse bilden, in denen sich Feuchtigkeit ansammelt. „Das ist gerade in Schleswig-Holstein von Bedeutung, da der Regen häufig in der Verbindung mit starkem Wind auftritt und dadurch hier eine besonders hohe Beanspruchung der Fassade besteht“, sagt Kuchel. „Feuchte oder sogar nasse Fassaden führen bei Frosteinwirkung schnell zu größeren Schäden, die Dämmung kann feucht werden und verliert dann ihre Dämmeigenschaft.“

„Vorhandene Risse gilt es daher umgehend zu schließen und vorhandene Schäden am Mauerwerk und den Fugen zu reparieren“, sagt Kuchel. Bei Holzfassaden sollten schadhafte Bretter und Leisten ausgetauscht werden.

 

Fenster und Türen

VFF/Rodenberg
Gerade Türen im Außenbereich sollten sich problemlos schließen lassen, damit keine Kälte eindringt.
 

Damit es im Winter nicht kalt im Haus zieht, sollten Fenster und Türen einer Funktionsprüfung unterzogen werden und im Zweifel von einem Fachmann richtig eingestellt werden. „Defekte, gerissene Dichtgummis sollten natürlich ausgetauscht werden“, sagt Kuchel. Durch undichte oder nicht richtig eingestellte Fenster und Türen kommt es zu Zugerscheinungen, Wärme geht verloren und die Fenster- bzw. Türleibungen kühlen aus. An zu kalten Bauteilen in beheizten Wohnräumen kann dann Kondensat und letztlich (Grenzwert ca. +13°C) Schimmel entstehen.

 

Dach

RHEINZINK GmbH & Co. KG
Das Dach sollte gut befestigt sein, um Herbst- und Winterstürmen standzuhalten.
 

Nachdem das Laub im Oktober und November gefallen ist, sollten Regenrinnen und Fallrohre von Laub, Zweigen und Ästen befreit werden. In dem Zuge können auch gleich Moos und Verkrustungen von den Dachflächen entfernt werden. „Das auf den Dachflächen vorhandene Moos verwurzelt ansonsten in die Dachsteine, wodurch Feuchtigkeit eindringen kann, was wiederum in Kombination mit Frosteinwirkung zu Schäden führen kann“, sagt Kuchel.

Die Dachdeckung sollte einer optischen Kontrolle unterzogen werden und schadhafte Dachsteine ausgetauscht werden lassen. „Denn Dachflächen und deren Aufbauten unterliegen im Winter bei Schneefall einer besonderen Beanspruchung durch die Schneelast.“

Zudem sollten Antennen-Anlagen, Solaranlagen und Schornsteinverkleidungen auf ihre Standsicherheit überprüft werden.

 

Entwässerung

Herabgefallenes Laub sollte aus der Dachrinne entfernt werden, damit Regen- oder Schmelzwasser gut ablaufen kann.
Herabgefallenes Laub sollte aus der Dachrinne entfernt werden, damit Regen- oder Schmelzwasser gut ablaufen kann.
 

„Die Entwässerungsanlage für das Grundstück und das Haus inklusive der Dachflächen muss funktionsfähig sein, um Regen- und Tauwasser schnell und rückstaufrei ableiten zu können“, betont Kuchel. Für Hausbesitzer heißt das: Rinnen und Abläufe sollten gereinigt werden, Drainagen kontrolliert bei Bedarf gereinigt oder gespült werden lassen und Hebeanlagen - etwa für eine Kellerdrainage - sollten geprüft werden.

Außerdem sollten Schächte optisch kontrolliert und unter Umständen gereinigt werden. Kuchel: „Bei tiefen Schächten ist hier fachkundiges Personal notwendig. Tiefe Schächte nicht ohne Kontrolle der Luftverhältnisse im Schacht beseitigen.“

 

Heizen und Lüften

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Auch bei Abwesenheit sollte geheizt werden, da sich das Mauerwerk ebenfalls abkühlt.
 

Gerade im Winterhalbjahr ist das richtige Heizen und Lüften für das Raumklima und den Feuchtehaushalt wichtig und notwendig. Ein beheizter Wohnraum sollte Temperaturen von 18°C bis 21°C bei einer Luftfeuchtigkeit von 45 bis 55 % aufweisen.

Damit das gewährleistet werden kann, sollte beim Heizen nicht gespart werden: „Eine gleichmäßige Beheizung der Wohnräume sorgt für angenehme Raumtemperaturen und für eine ausreichende Erwärmung der kritischen Bauteile wie Außenwände - insbesondere Außenwanddecken -, Fenster- und Türleibungen, Decken zu unbeheizten Dachräumen, etc.“, sagt Kuchel.

Die Ausrede „Wir sind ja tagsüber nicht da“, lässt Kuchel als Begründung für ein erhebliches Absenken der Raumtemperatur tagsüber nicht gelten. „Dies führt zwangsläufig auch zu einem Auskühlen der Bauteile“, sagt er. „Die vermeintlich ,gesparte' Energie wird dann dadurch wieder benötigt, um die Raumtemperatur aber auch die Wände, Decken und Möbel auf Temperatur zu bringen.“

Genauso wichtig wie richtiges Heizen ist auch richtiges Lüften, um die Raumluft regelmäßig auszutauschen. Die sich ansammelnde Feuchtigkeit durch die Bewohner, das Kochen, Wäsche, Duschen/Baden usw. führt zwangsläufig zu einem Anstieg der Raumluftfeuchtigkeit. „Diese warme, feuchte Luft muss gegen kühlere, deutlich trockenere Außenluft getauscht werden“, sagt Kuchel. „Dafür ist es in der Regel ausreichend, 2-3 mal täglich eine 10-minütige Stoßlüftung durchzuführen.“

Die Fenster auf die Kippstellung zu bringen, erfüllt diese Maßgabe nicht, sondern sorgt nur für das Auskühlen der Fenster- und Türleibungen. Kuchel: „Das Stoßlüften muss als Querlüftung betrieben werden, sodass die Luft auch wirklich getauscht wird. Viel hilft hier nicht viel, 10 Minuten sind ausreichend. Die Luft kann ja nur einmal getauscht werden.“ Zur eigenen Kontrolle empfiehlt er kombinierte Hygro-/Thermometer. „Die gibt es günstig schon ab ca. 10 Euro im Handel.“

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erstellt am 26.Nov.2015 | 05:45 Uhr

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