Unerlaubter Einzug : Untermietvertrag: Wann eine Kündigung erlaubt ist

<p>Vermieter erlauben es Mietern in der Regel, die Wohnung unterzuvermieten. Das bedeutet aber nicht, dass sie automatisch an einen Unter-Untermieter weitergegeben werden darf. In solchen Fällen ist eine Kündigung rechtens.</p>

Vermieter erlauben es Mietern in der Regel, die Wohnung unterzuvermieten. Das bedeutet aber nicht, dass sie automatisch an einen Unter-Untermieter weitergegeben werden darf. In solchen Fällen ist eine Kündigung rechtens.

Wer in der Wohnung wohnt, ist für den Vermieter von großer Bedeutung. Daher kann ein Mieter seine Wohnung auch nicht einfach anderen überlassen. Zumindest nicht, wenn er den Vermieter davon nicht in Kenntnis setzt.

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31. Mai 2018, 09:00 Uhr

Allgemein gilt: Mieter dürfen ihre Wohnung in der Regel untervermieten. Allerdings brauchen sie dafür die Erlaubnis des Vermieters. Erklärt sich dieser grundsätzlich damit einverstanden, heißt das nicht, dass die Wohnung einfach an einen weiteren Untermieter weitergegeben werden darf. Denn damit verletzt der Hauptmieter seine Pflichten, befand das Landgericht Berlin. Darüber berichtete die Zeitschrift „Das Grundeigentum“ (Nr. 8/2018) des Eigentümerverbandes Haus & Grund Berlin. Eine Kündigung ist in so einem Fall gerechtfertigt.

Gemeinsame Nutzung der Wohnung

In dem verhandelten Fall hatte der Hauptmieter einer Einzimmerwohnung bei seinem Vermieter eine Untermietererlaubnis eingeholt. Allerdings wohnte nicht der angegebene Untermieter in der Wohnung, sondern ein Dritter. Der Vermieter erfuhr davon, kündigte das Mietverhältnis wegen schuldhafter Pflichtverletzung und erhob Räumungsklage. Im Prozess trugen die beklagten Mieter vor, dass zwar hauptsächlich der Unter-Untermieter die Wohnung nutze, aber auch der Untermieter und der Hauptmieter sich gelegentlich in der Wohnung aufhielten.

<p>Bevor der Untermieter einzieht, sollte ein schriftlicher Vertrag zwischen Haupt- und Untermieter abgeschlossen werden. Ein Untermietvertrag gilt in diesem Fall wie ein gewöhnlicher Mietvertrag.</p>
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Bevor der Untermieter einzieht, sollte ein schriftlicher Vertrag zwischen Haupt- und Untermieter abgeschlossen werden. Ein Untermietvertrag gilt in diesem Fall wie ein gewöhnlicher Mietvertrag.

Das Gericht konnte diese Argumentation nicht überzeugen. Zwar habe ein Mieter durchaus Anspruch auf Erteilung einer Untermietererlaubnis. Wenn er die Gebrauchsüberlassung aber an einen Dritten zulasse, ohne um Erlaubnis zu fragen, verletze er seine vertraglichen Pflichten. Ob der Hauptmieter davon wusste, dass der Untermieter die Wohnung einem anderen überlassen habe, sei hierbei unerheblich. Für ein Verschulden des Untermieters müsse der Hauptmieter geradestehen.

(mit Material von dpa)

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