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Bauen & Wohnen

21. Oktober 2017 | 14:56 Uhr

So wird die Wohnung barrierefrei

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Haupthürde ist häufig das Badezimmer, aber auch der Zugang in die Wohnung oder Schwellen im Haus

shz.de von
erstellt am 04.Apr.2015 | 03:54 Uhr

In Deutschland regelt die DIN 18040-2, wann ein Haus oder eine Wohnung barrierefrei ist. Verbindlich gilt sie nur für Neubauten. Private Bauherren und Mieter müssen sie nicht einhalten, können sich aber daran orientieren. „Leben in der eigenen Wohnung bedeutet den Erhalt des bisher bewährten Umfeldes“, sagt Heike Nordmann, Geschäftsführerin des Kuratoriums Deutsche Altershilfe (KDA). Doch das funktioniert nur, wenn die Wohnung es zulässt, dass sich jemand auch bei körperlichen Einschränkungen selbst helfen kann.

Viele Wohnungen und Häuser in Deutschland erfüllen diese Bedingungen nicht: Nach einer Studie im Auftrag des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung aus dem Jahr 2011 gibt es rund 1,4 Millionen weitgehend barrierefreie Wohneinheiten. Der geschätzte Bedarf für ältere Menschen mit Einschränkungen der Mobilität liegt aber laut KDA bei rund 2,5 Millionen. Die Lösung könnten Umbaumaßnahmen sein.

Hürden und kreative Lösungsmöglichkeiten: „Haupthürde ist häufig das Badezimmer, aber auch der Zugang in die Wohnung oder Schwellen im Haus“, sagt Sabine Strüder, Leiterin der Bereiche Pflege und Gesundheit bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Daher müsste ein Umbau Rampen, ebenerdige Duschen oder Schwellenanpassungen vorsehen. Wobei solch ein Umbau nicht nur für ältere oder körperlich eingeschränkte Menschen Vorteile hat: „Auch eine Mutter mit Kinderwagen freut sich, wenn im Eingangsbereich keine Stufen sind“, sagt Strüder.

Ohne Kompromisse ist ein Umbau nur selten zu bewerkstelligen. In manchen Fällen kann beispielsweise eine neue Raumaufteilung sinnvoll sein. „Es macht schließlich keinen Sinn im ersten Stock ein Bad umzubauen, wenn es keine Lösung für die Treppenüberwindung gibt“, sagt die Verbraucherschützerin. Dann kann eine Verlegung von Schlafzimmer und Bad ins Erdgeschoss eine Lösung sein. „Deshalb empfehlen wir als Alternative, das Gäste-WC im Eingangsbereich in ein barrierefreies Badezimmer umzubauen“, so Strüder.

Im Idealfall wird schon beim Neubau die Barrierefreiheit bedacht. Das verringert nicht nur die Kosten sondern erhöht schon in jungen Jahren den Komfort. „Bodengleiche Duschen beispielsweise gelten ja mittlerweile als schick“, sagt Strüder.

Rechte der Mieter und Vermieter: Wer zur Miete lebt, muss einige rechtliche Aspekte beachten, bevor der Umbau beginnen kann. „Den altersgerechten Umbau der Wohnung muss der Mieter selbst bezahlen“, sagt Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund (DMB).

Die KfW-Bank bietet dafür Zuschüsse und günstige Kredite an. Grundsätzlich könne der Mieter die Wohnung aber nur umbauen, wenn er vorher die Zustimmung des Vermieters eingeholt hat. „Pflegebedürftige Mieter haben ein Recht auf einen barrierefreien Umbau – aber der Vermieter kann auf seinem Recht auf Rückbau beim Auszug bestehen“, erklärt Nordmann (KDA). Das bedeutet: Der Mieter muss beim Auszug den ursprünglichen Zustand der Mietsache wiederherstellen. Deshalb ist es sinnvoll, wenn Mieter und Vermieter vor den Umbauarbeiten eine sogenannte Modernisierungsvereinbarung schließen. Darin können vorab alle Fragen geklärt werden, so Ropertz.

Individuelle Bedürfnisse durchsetzen: Das Thema Barrierefreiheit regelt Paragraf 554a des Bürgerlichen Gesetzbuches. „Hat der Mieter nach dem Gesetz Anspruch auf Zustimmung zu einem barrierefreien Umbau und der Vermieter erteilt die Erlaubnis nicht, muss der Mieter klagen, wenn er den Anspruch durchsetzen will“, so Ropertz.

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