Mietwohnung: streichen, renovieren & Co. : Sechs Dinge, die Mieter beim Auszug berücksichtigen müssen

<p>Ist im Mietvertrag vereinbart, dass die Wohnung „besenrein“ übergeben werden soll, so heißt das in einem sauberen und reinlichen Zustand.</p>

Ist im Mietvertrag vereinbart, dass die Wohnung „besenrein“ übergeben werden soll, so heißt das in einem sauberen und reinlichen Zustand.

Gedanklich ist man schon in der neuen Wohnung, doch auch um die alte muss man sich vor dem Umzug noch kümmern. In welchem Zustand muss die Wohnung übergeben werden?

Karen Bartel von
10. August 2018, 04:33 Uhr

Neue Wohnung, neues Glück? Erst wenn die alte ordnungsgemäß übergeben wurde. Doch was muss man als Mieter vor dem Auszug alles ausbessern und was liegt in die Händen des Vermieters?

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imago / blickwinkel
 

1. Beschädigung oder „vertragsmäßiger Gebrauch“?

Bereitet man den Auszug vor, kommt vielleicht die ein oder andere unschöne Delle oder Schramme zu Tage. Doch in welchem Fall muss der Mieter dafür aufkommen und wann liegt es im Verantwortungsbereich des Vermieters? „Grundsätzlich gilt, dass der Mieter mit der Wohnung sorgfältig und schonend umgehen muss und sie entsprechend zu hinterlassen hat“, sagt der Jurist Jörn-Peter Jürgens vom Interessenverband Mieterschutz. Doch ein gewisser Verschleiß ist normal, schließlich erwirbt der Mieter das Recht, die Räume zu gebrauchen. „Die daraus resultierenden Veränderungen oder Verschlechterungen in der Wohnung muss der Mieter also nicht vertreten“, erläutert der Experte. Unter einen solchen „vertragsmäßigen Gebrauch“ fällt beispielsweise, dass der Emaillebelag von Badewanne oder Waschbecken mit der Zeit stumpf wird.

Grundsätzlich muss der Vermieter die Wohnung im vertragsgemäßen Zustand erhalten, also etwa für eine funktionierende Elektrik, intakte Rohre, gut schließende Türen und Fenster sorgen. Mitunter können jedoch kleinere Reparaturen wie kaputte Lichtschalter oder tropfende Wasserhähne auf den Mieter abgewälzt werden. Dabei darf die Summe allerdings in der Regel nicht über 100 Euro pro Jahr hinausgehen.

Quelle: djd / Interessenverband Mieterschutz e.V., Hamburg

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2. Eine löchrige Angelegenheit: Bohren, Dübeln, Zuspachteln

Wer sich häuslich einrichtet, montiert meist auch an den Wänden und hängt Bilder auf. Wird beim Auszug alles wieder abgenommen, bleiben Löcher zurück. Im Rahmen vertraglich festgelegter Schönheitsreparaturen sollte der Mieter dafür sorgen, dass diese wieder verschwinden: Zuspachteln und überstreichen lauten hier die Zauberworte. Bei einer normalen Wand alles kein Kunststück. Anders sieht es jedoch bei Fliesen oder Kacheln aus: Hier sollte man vor dem Bohren bereits die Erlaubnis des Vermieters eingeholt haben. Auch Löcher im Parkett, beispielsweise durch Pfennigabsätze oder beschädigte Türen, gehen meist auf das Konto des Mieters. Hier entscheidet jedoch der Einzelfall.

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3. Auf dem Boden bleiben: Parkett und Teppich

Beschädigungen sind eben solche Löcher im Parkett oder gar Brandlöcher im Teppich. Das ist kein vertragsgemäßer Gebrauch der Mietsache. Kleinere Kratzer im Holzfußboden oder aber Möbelabdrücke auf dem Teppichboden - das sind Gebrauchsspuren, mit denen ein Vermieter zu rechnen hat und welche mit der Miete sozusagen beglichen werden.

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4. Bunte Wände müssen wieder weiß werden, oder?

Innerhalb der Mietzeit können die Wände ganz nach Belieben in der eigenen Traumfarbe gestrichen werden. Diese ist aber unter Umständen für den nächsten Mieter gar nicht so traumhaft. Doch heißt das automatisch, dass die Wände wieder weiß werden müssen? Verlangt wird ein neuer Anstrich in „hellen, neutralen, deckenden Farben“. Hintergrund ist, dass es ein Farbton sein muss, der laut Bundesgerichtshof (BGH) „von möglichst vielen Mietinteressierten akzeptiert wird“, damit die Wohnung problemlos weitervermietet werden kann. Mit Weiß ist man allerdings auf jeden Fall auf der sicheren Seite.

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5. „Der Hund war's!“ - wenn das Haustier der Übeltäter war

Beschädigungen an der Wohnung, die Hund oder Katze verursacht haben, sind vom Halter zu tragen - auch wenn die Haustierhaltung vom Vermieter gestattet wurde. Denn die kleinen Mitbewohner sorgen für eine intensivere Abnutzung der Wohnfläche, wie Biss- und Kratzspuren an Türen, Fußleisten und anderen Einrichtungsgegenständen.

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6. Im Zweifelsfall den Mieterschutzbund hinzuziehen

Ein Mietvertrag ist für Nicht-Juristen nicht unbedingt ein offenes Buch. Wenn Klauseln unklar oder gar vielleicht unnachvollziehbar sind, so lohnt es sich oft nach juristischer Beratung umzusehen. Denn meist entscheidet der Einzelfall und manchmal sind sogar Forderungen vom Vermieter schlichtweg unwirksam. Besser sich umfangreich informieren, wenn Fragen aufkommen. Eine Anlaufstelle ist der jeweilige Mieterschutzbund des Wohnorts.

(mit Material von djd Pressetreff und Arag Versicherungen)

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