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Schöner Schein mit Schattenseiten

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Tipps zu Ethanolöfen im Haus / Bei schlechter Qualität oder falscher Bedienung sind Unfälle möglich

shz.de von
erstellt am 10.Okt.2015 | 02:57 Uhr

Ein Kaminfeuer wirkt einfach gemütlich. Beim Blick in die flackernden Flammen lässt es sich prima entspannen. Aber dafür braucht man keine klassische Feuerstätte. Mit Ethanol oder Bioethanol betriebene Öfen versprechen ein fast echtes Kaminerlebnis ohne Holz oder Kohle. „Bioethanolkamine sind sehr dekorativ und können je nach Größe in praktisch jedem Raum aufgestellt werden“, erklärt Nadine Petermann vom Industrieverband Haus-, Heiz- und Küchentechnik (HKI). „Denn sie müssen nicht an einen Schornstein angeschlossen werden.“

Mit einem Kamin haben sie eigentlich nur ihre Form gemeinsam, im Grunde sind es aber besonders große Kerzen. Aber Heizen kann man damit nicht. Und: So unkompliziert die Geräte auf den ersten Blick auch wirken, sie haben es doch in sich.

Was ist das Problem? Das Ethanol entzündet sich leicht und kann unter Umständen in Verbindung mit Luft sogar explodieren. Ursachen für Unfälle sind meist Bedienungsfehler, aber laut HKI  auch mangelhafte Billig-Geräte oder instabile Tischfeuer. „Familien mit Kindern oder Haustieren sollten besonders vorsichtig sein und im Zweifelsfall lieber auf den Tischkamin verzichten“, rät Frank Ehlert vom Tüv Rheinland. Die Gefahr ist groß, dass bei einfachen Geräten das brennende Ethanol ausläuft und die Wohnung in Brand setzt.

Wo stehen die Geräte am besten? Man sollte darauf achten, dass der Kamin möglichst weit entfernt von leicht entzündlichen Materialien wie Gardinen steht. Das gilt besonders für Geräte, die an die Wand gehängt werden. „Manche minderwertige Geräte werden so heiß, dass die Tapeten darunter angesengt wird“, sagt Ehlert. Niemals sollten die Kamine allein ohne Aufsicht vor sich hinbrennen.

„Wichtig ist, den Raum gut zu belüften, in dem der Kamin läuft“, erklärt Philip Heldt von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. „Denn während des Betriebes treten Gase aus, die man möglichst nicht intensiv einatmen sollte.“ Anders als bei einem normalen Kamin, wo die Verbrennungsrückstände kontinuierlich durch den Schornstein nach außen entweichen, verteilen sie sich beim Ethanolkamin im Raum.

Untersuchungen haben Heldt zufolge ergeben, dass beim Betrieb eines Ethanolofens sehr feine Partikel entstehen können, die mitunter tief in die Lunge eindringen. Auch krebserregende Substanzen wie Formaldehyd und Benzol sowie Stickstoffdioxid wurden in der Raumluft nachgewiesen, und das sogar trotz vorschriftsmäßiger Lüftung.

Worauf achte ich beim Kauf? „Auf der sicheren Seite sind Kunden, wenn das Modell die Normen der DIN 4734-1 erfüllt“, sagt HKI-Expertin Petermann. Das garantiere, dass die Hersteller alle Sicherheitsvorschriften berücksichtigt haben. Außerdem sollte das Gerät eine Löschvorrichtung haben. 

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