Energetische Sanierung bei Altbauten : Schlechte Dämmung, alte Heizung: wer modernisiert, kann sparen

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Verbrauch senken, Komfort steigern, Umwelt schonen: Diese Ziele kann eine energetische Sanierung auch bei älteren Häusern erreichen.

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16. März 2018, 05:02 Uhr

Ein Großteil der Gebäude in Deutschland ist älter als 35 Jahre, wurde also noch vor der ersten Wärmeschutzverordnung errichtet. Zwei Drittel dieser Häuser verfügen nach Angaben der KfW-Förderbank weder über eine geeignete Gebäudedämmung noch über eine zeitgemäße Heizungs- und Gebäudetechnik – sind also energetisch ineffizient. Nur fünf Prozent der Gebäude sind energetisch auf der Höhe des technisch Möglichen. Im Durchschnitt verbrauchen Wohngebäude hierzulande jährlich 177 Kilowattstunden (kWh) Energie pro Quadratmeter, jedes vierte sogar mehr als 250 kWh/m² (das entspricht umgerechnet 25 Litern Heizöl pro Quadratmeter und Jahr). Der größte Anteil am Energieverbrauch entfällt dabei auf Ein- und Zweifamilienhäuser.

Zum Vergleich: Neubauten verbrauchen heute in der Regel 60 bis 70 kWh/m² im Jahr, besonders energieeffiziente Häuser kommen mit weniger als 30 kWh/m² aus. Werte deutlich unter 100 kWh sind durch entsprechende Modernisierungen auch bei Altbauten problemlos zu erreichen.

Individuelle Analyse zeigt Einsparpotenzial

Wer privater Hausbesitzer ist und glaubt, seine Energiekosten wären zu hoch, sollte sich folgende Fragen stellen:

  • Wie ist der derzeitige Energiebedarf im eigenen Haushalt zu bewerten?
  • Welche Modernisierungsmaßnahmen sind sinnvoll?
  • Was kosten sie, und wie viel lässt sich damit sparen?

Da es dafür keine Pauschalrezepte gibt, muss jedes Gebäude individuell analysiert und behandelt werden. So kann jeder Eigenheimbesitzer seine ganz persönliche Energiewende schaffen, und zwar so, dass es sich unterm Strich auch rechnet.

Dabei kann man sich von einem Energieberater unterstützen lassen, wenn eine größere Sanierungsmaßnahme geplant ist. Dieser nimmt die Immobilie gründlich unter die Lupe, um professionelle Antworten auf diese Fragen zu finden:

  • Wie ist es um die Bausubstanz bestellt?
  • Wie gut sind Fassade, Keller und Dach gedämmt?
  • Wo gibt es Wärmebrücken und undichte Stellen?
  • Wie sieht es mit Fenstern, Rollladenkästen und Haustür aus?
  • Wie alt ist die Heizung, und wie hoch sind die Anlagenverluste?
Die Frage, die sich bei der Modernisierung eines Hauses immer stellt, ist, ob man das Geld, das man in den Umbau steckt, am Ende wieder durch Einsparungen bei den Energiekosten herausbekommt.
Imago / allOver-MEV

Die Frage, die sich bei der Modernisierung eines Hauses immer stellt, ist, ob man das Geld, das man in den Umbau steckt, am Ende wieder durch Einsparungen bei den Energiekosten herausbekommt.

 

Energieberater berechnen Amortisierung

Alle energetisch relevanten Bauteile kommen ebenso auf den Prüfstand wie die gesamte Haustechnik. Eine Thermografie kann helfen, versteckten Mängeln in der Wärmedämmung auf die Spur zu kommen. Nach Abschluss der Bestandsaufnahme wertet der Energieberater die erhobenen Daten aus, ermittelt den Primärenergiebedarf des Hauses und berechnet, welche Wärmeverluste in den einzelnen Bereichen entstehen. Der Vergleich mit Häusern, die nach der Energieeinsparverordnung (EnEV) saniert wurden oder gar den Standard eines KfW-Effizienzhauses erreichen, gibt erste Anhaltspunkte für die Größenordnung des Einsparpotenzials. Im nächsten Schritt werden dann konkrete Sanierungsmaßnahmen vorgeschlagen und berechnet. Hierbei ist es wichtig zu fragen:

  • Was kostet die Maßnahme?
  • Wie stark lassen sich die Energieverluste dadurch reduzieren?
  • Und nicht zuletzt: Wie viel Heizkosten lassen sich einsparen?

Die Analyse mündet jeweils in die Frage, ob und wie schnell sich die Maßnahme amortisiert, das heißt, wie schnell die Kosten durch die Einsparungen wieder eingebracht werden.

Der Staat hilft sparen

Auch die Möglichkeiten, staatliche Fördermittel zu nutzen, prüft der Energieberater dabei und bezieht sie in seine Kalkulation mit ein. Alle Faktoren fließen in den Beratungsbericht ein, eine Art energetisches Gutachten, das dem Hausbesitzer alle relevanten Daten und Fakten an die Hand gibt. Ebenso berät die Bank des Vertrauens, wenn eine Modernisierung ins Haus steht.

(mit Material der Bausparkasse Schwäbisch Hall)

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