Baufehler und Baumängel : „Pfusch am Bau“: Tipps wie man sich schützen kann

<p>Nicht immer handelt es sich um so eine große Sache, wie Hausbau: Auch bei kleineren Reparaturen kann es mit Handwerkern zu Problemen kommen.</p>

Nicht immer handelt es sich um so eine große Sache, wie Hausbau: Auch bei kleineren Reparaturen kann es mit Handwerkern zu Problemen kommen.

Pfusch am eigenen Neubau - für viele Bauherren ist das der reinste Albtraum, der schnell sehr teuer werden kann. Wie man die ersten Anzeichen für einen Pfusch erkennen kann und was dann zu tun ist.

shz.de von
25. November 2018, 05:04 Uhr

Abenteuer Neubau – eine Erfahrung, die Freude aber auch viel Stress bedeuten kann. Für Familien und Bauherren bedeutet ein Bauprojekt hohe Kosten, und obwohl Baubetriebe in der Regel sehr gewissenhaft arbeiten, kommt es in seltenen Fällen zu Fehlern.

Typische Fehler am Bau

  • Materialschäden (bei Lieferung oder Montur)
  • Fehlerhaft ausgeführte Arbeiten, wie z.B. fehlerhafte Dachdämmungen und abgequetschte Abluftleitung 
  • Probleme mit der so genannten Luftdichtigkeit

Um für solche Fehler abgesichert zu sein, gibt es eine Rechtsschutzversicherung für Bauherren. Denn einige Fehler sind nicht sofort sichtbar, sondern erst zu einem späteren Zeitpunkt. Verantwortlich bleibt trotzdem die durchführende Firma. Auch wenn es durch Verzögerungen und damit zu zusätzliche Kosten kommt, besteht für Bauherren die Möglichkeit auf Schadensersatzanspruch. Der Verursacher der Verzögerung macht sich hier haftbar.

Auch auf Kleinigkeiten sollte geachtet werden

Rohre mit Bauschaum fixieren

Häufig arbeiten verschiedene Handwerker und Firmen auf einem Bau. Werden Rohre nicht mit Bauschaum in der Wand fixiert und der nächste Handwerker verschließt das Loch, kann es später zu durchfeuchteten Wänden und Schimmelproblemen kommen. Denn werden Leitungen oder Anschlüsse nicht richtig befestigt, kann das Gewicht zu Undichtigkeiten führen.

Bodentiefe Duschen

Hier ist besondere Vorsicht angesagt. Bei ungenauen Arbeiten kann eventuell das Wasser nicht richtig ablaufen und sorgt später für Schimmelbefall oder setzt im schlimmsten Fall das Badezimmer unter Wasser – eine komplette Neusanierung ist hier kein seltener Fall.

Minderwertiges Material/Fehllieferung

Auch wenn minderwertiges Material oder eine Fehllieferung nicht gleich bedeuten, dass Schäden entstehen werden, gilt es offiziell als Mangel. Denn jegliche Abweichungen von den vertraglich vereinbarten Leistungen sind Baumängel, sagen die Experten der Arag-Versicherung.

 

Das A und O: qualifizierte Handwerker

Man kann sich viel Ärger und Geld für Schäden sparen, wenn man qualifizierte Fachleute beauftragt. Ob Empfehlungen oder Internetbewertungen: Besser ist es auf Nummer sicher zu gehen. Die Handwerkskammer listet eingetragene Betriebe auf und auch die Betriebe können ihre Befähigung nachweisen. Außerdem gehört zu jedem Betrieb ein Meister, der auf dem Bau die Verantwortung trägt. Er ist der Ansprechpartner und die Baubegleitung auf dem Bau. Im Allgemeinen ist jedem Bauherren zu raten, in regelmäßigem Kontakt mit dem beauftragten Betrieb zu sein, um sich über das Vorankommen und die Bauplanung zu informieren.

Baupfusch?! Was tun?

  1. Zuständigen Handwerksbetrieb informieren
  2. Alle Schäden/Baumängel fotografieren und dokumentieren
  3. Falls vorhanden Bauherren-Rechtsschutz informieren

Nachdem man dem Versicherer die Schäden bzw. Baumängel gemeldet hat, wird er entscheiden, ob ein Gutachter den „Pfusch am Bau“ begutachten wird. Hierfür werden insbesondere die Dokumente (Fotos inkl. Datum) benötigt. Die rechtliche Grundlage beruht auf dem neuen Bauvertragsrecht im Bürgerlichen Gesetzbuch und ermöglicht seit dem 1. Januar 2018 eine schnellere Verhandlung als es früher der Fall war bei einer Auseinandersetzung vom Bauherren und Handwerksbetrieb.

In jeden Fall sollte man sich vorab über Absicherungen und Schutz während einer Bauphase informieren, denn das Eigenheim ist ein Abendteuer, welches mehr Freude als Sorge bringen soll.

(Mit Material der Arag-Versicherung)

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