Messe in Husum : New Energy rückt Wasserstoff in den Fokus

Bei der viertägigen Messe liegt ein Fokus auf Wasserstoff.
Bei der viertägigen Messe liegt ein Fokus auf Wasserstoff.

Der Energieträger Wasserstoff ist Schwerpunkt-Thema der New Energy Husum. Die Messe findet vom 15. bis 18. März statt.

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12. März 2018, 14:00 Uhr

Diesel-Skandal, mögliche Fahrverbote, Feinstaub-Belastung: Diese Schlagworte sind in den Medien gerade omnipräsent – und überall wird die Forderung laut, dass endlich etwas geschehen müsse.

Dabei passiert schon einiges – und das zeigt sich eindrucksvoll auf der New Energy Husum. So ist am ersten Messetag (Donnerstag, 15. März) Wasserstoff Schwerpunktthema eines Kongresses, den der Erneuerbare-Energien-Verband watt_2.0 in Kooperation mit der Messe Husum & Congress organisiert. Beide fungieren auch als Messe-Veranstalter. Unter dem Motto „Grüner Wasserstoff – Rohstoff des echten Nordens“ tauschen sich Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz, Flensburgs Oberbürgermeisterin Simone Lange, Jürgen Wollschläger von der Raffinerie Heide, Dr. Ulrich Bünger als Vertreter der Ludwig-Bölkow-Systemtechnik GmbH und Ove Petersen, Vorstandsvorsitzender von watt_2.0 und Geschäftsführer der in der Gemeine Reußenköge sitzenden GP Joule GmbH in einem Podiumsgespräch aus. Dabei geht es um die Bedeutung und die Chancen des regenerativen Energieträgers.

Die Idee, dieses chemische Element zu nutzen, ist dabei gar nicht mal so neu. Schon Jules Verne, so heißt es dazu in einer Ankündigung der Veranstalter weiter, schrieb 1875 in seinem Buch „Die geheimnisvolle Insel“: „Das Wasser ist die Kohle der Zukunft. Die Energie von morgen ist Wasser, das durch elektrischen Strom zerlegt worden ist. Die so zerlegten Elemente des Wassers, Wasserstoff und Sauerstoff, werden auf unabsehbare Zeit hinaus die Energieversorgung der Erde sichern.“ Heute – im Angesicht immer knapper werdender Rohstoffe und der Klima-Erwärmung – ist diese Aussage aktueller denn je.

„Eine komplette, hundertprozentige Versorgung mit erneuerbaren Energien ist möglich, wenn man in der Lage ist, sich Dinge vorzustellen, die es noch nicht gibt“, sagt Ove Petersen. So global die Vision, so bodenständig sei die Umsetzung – denn: „Die Energiewende kann nur ‚von unten‘ und vor Ort passieren. Deshalb sind die Kommunen stark gefordert. Darin liegt auch für Gemeinden unter 10.000 Einwohnern die Gelegenheit zu regionaler beziehungsweise lokaler Wertschöpfung. Wer integrierte erneuerbare Energie-Lösungen umsetzt, stärkt den eigenen Standort“, so Petersen weiter.

Mai-Inken Knackfuß, Geschäftsführerin des Branchenverbandes watt_2.0, ergänzt: „Die watt_2.0-Mitgliedsunternehmen arbeiten gemeinsam an effizienten, zukunftsfähigen Konzepten für die sinnvolle Nutzung und Veredelung des hier erzeugten Stroms, beispielsweise mithilfe von Power-to-Gas-Technologien oder im Bereich der nachhaltigen CO2-neutralen Mobilität.“ Über Brennstoffzellen könnte man sich in absehbarer Zeit unabhängig machen von Erdölprodukten. Zudem entsteht bei der Verbrennung vor allem Wasser, jedoch weder Ruß noch Kohlenstoffdioxid.

Dass dies keine Zukunftsversion mehr ist, wird auf der New Energy Husum sichtbar, heißt es dazu weiter. Denn neben Brennstoffzellen-Autos stehen auch ein Brennstoffzellen-Bus, eine mobile Wasserstoff-Tankstelle und ein Brennstoffzellen-Zug zum Anfassen und Mitfahren bereit. So ist die Zukunft für jeden interessierten Besucher auf dieser Messe zum Greifen nah. Nähere Infos sind unter www.new-energy.de erhältlich.

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