BGH : Mietern steht keine Frist zur Beseitigung von Schäden zu

Vermieter sind nicht verpflichtet, Mietern eine Frist zur Beseitigung von Schäden zu setzen. Sie können auch sofort einen Geldersatz fordern.
Vermieter sind nicht verpflichtet, Mietern eine Frist zur Beseitigung von Schäden zu setzen. Sie können auch sofort einen Geldersatz fordern.

Verkalkte Badezimmerarmaturen, Lackschäden an Türen und Heizkörpern oder Kratzer im Fußboden - wer in einer Wohnung lebt, hinterlässt Spuren. Nicht immer bekommen Mieter die Chance, den Schaden zu beheben. Denn Vermieter können sofort Schadensersatz verlangen.

shz.de von
01. März 2018, 10:21 Uhr

Ein Vermieter kann nach dem Auszug des Mieters inbestimmten Fällen sofort Schadenersatz für Mängel verlangen. Er müssedann keine Frist zur Nachbesserung setzen, entschied der fürMietrecht zuständige VIII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs (BGH) in Karlsruhe.

Der Ex-Mieter aus Bayern war bereits vor dem Amtsgericht in BadNeustadt a.d. Saale und dem Landgericht Schweinfurt gescheitert. Erhatte sich gegen finanzielle Forderungen seines früheren Vermieterswegen Schimmelbefalls, ungepflegter Badezimmerarmaturen, einesLackschadens an einem Heizkörper und Mietausfalls gewehrt. DieVorinstanzen sprachen dem Vermieter 5171 Euro plus Zinsen zu (VIII ZR 157/17) .

Eine Frist zur Nachbesserung muss ein Vermieter dem Urteil zufolgeetwa bei Schönheitsreparaturen einräumen. Anders verhalte es sich beider Verpflichtung des Mieters, die Räume schonend und pfleglich zubehandeln. Bei einer Beschädigung der Mietsache könne der Vermieterstatt einer Schadensbeseitigung auch sofort Geldersatz verlangen,ohne zuvor eine Frist zur Beseitigung gesetzt zu haben.

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