zur Navigation springen

„Mehr Fantasie bei der Bebauungsplanung“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Baugewerbeverband und Bauunternehmer appellieren an Kommunen / Neue Zentrale von ECO HAUS in Neumünster eingeweiht

shz.de von
erstellt am 11.Okt.2014 | 04:58 Uhr

„Die Einweihung unserer neuen Zentrale in Neumünster ist auch ein Bekenntnis zum Standort Schleswig-Holstein.“ Für die beiden Geschäftsführer der ECO System HAUS GmbH in Neumünster, Holger Horstmann und Michael Stumm, bleibt der Markt im nördlichsten Bundesland auch künftig die Nr. 1. Das im Norden zu den Marktführern zählende Unternehmen hat sich auf den Bau von Massivhäuser nach individuellen Wünschen spezialisiert. In der neuen Zentrale hat ECO HAUS auf über 1700 Quadratmeter Fläche Platz für 50 Mitarbeiter und eine großzügige Ausstellung geschaffen.

Bei aller Treue zum Standort sehen die Geschäftsführer des in mehreren Bundesländern an insgesamt sechs Standorten agierende Unternehmens die Lage auf dem Grundstücksmarkt in Schleswig-Holstein durchaus kritisch. „Wir müssen insbesondere an viele Gemeinden und Städte im Land appellieren, die Bebauungsplanung nicht mehr so unverständlich restriktiv zu betreiben“, betont Unternehmensgründer Holger Horstmann. Diese starken Einschränkungen reichten von den vorgeschriebenen Farben der Ziegel bis hin zum Verbot echter zweigeschossiger Wohnbebauung. „Beide Einschränkungen gehen an den Wünschen vieler Bauherren vorbei, was auch Bremsspuren bei der Auftragsvergabe hinterlässt“, beklagt Michael Stumm, der zudem in bestimmten Regionen des Landes, insbesondere in Kiel und Lübeck, neue Baugebiete vermisst.

Unterstützung bekommen die beiden Unternehmer vom Hauptgeschäftsführer des Baugewerbeverbandes Schleswig-Holstein in Kiel, Georg Schareck: „Bei aller Notwendigkeit für gewisse gesetzliche Regelungen zur Erhaltung des typischen Ortsbildes scheint in vielen Städten und Gemeinden nicht bekannt zu sein, dass beispielsweise eineinhalbstöckige Bauweise bei Einfamilienhäusern nicht zwingend ist.“ Baufluchten könnten nämlich durchaus auch zweistöckig genehmigt werden, „die Gemeinden haben die Freiheit“. Schareck: „Ein zweistöckiges Einfamilienhaus ohne schräge Wände im oberen Geschoss ist wesentlich werthaltiger als ein eineinhalbstöckiges.“ Hinzu komme, dass durch die zweistöckige Bauweise deutlich weniger Bodenfläche verbraucht werde. Es eigne sich auch viel besser als Mehrgenerationenhaus, sagt Schareck mit Blick auf die demografische Entwicklung in Deutschland. Sein Plädoyer für einen „kreativeren“ Umgang mit der Bebauungsplanung betrifft sowohl Bauen in Neubaugebieten als auch Bauen im Bestand, also in älteren Ortsteilen.

ECO HAUS wurde 1996 in Oeversee, Kreis Schleswig-Flensburg, gegründet. Seine Spezialität ist der Bau von massiven, individuell geplanten Einfamilienhäusern nach einem selbst entwickelten Baukasten-System. Das reicht vom Friesen- oder Kapitänshaus über das typische Stadthaus bis zum Wohngebäude im Bauhaus-Stil. Im vergangenen Jahr hat ECO HAUS bei einem Umsatz von etwa 30 Millionen Euro rund 180 Häuser gebaut. Dazu Geschäftsführer Stumm: „Im Bereich der individuellen Architektur der Häuser sind wir wohl die Nummer 1 im Land.“


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen