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Jetzt die Ruhe vor dem Sturm nutzen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das Haus witterungsfest machen, bevor Herbst und Winter mit Unwettern zuschlagen

shz.de von
erstellt am 26.Sep.2014 | 17:30 Uhr

Christian und Xaver waren keine netten Genossen. Die Herbststürme fegten 2013 über Deutschland und hinterließen Millionenschäden. Hausbesitzer müssen damit jedes Jahr aufs Neue rechnen – und ihr Haus entsprechend sturmsicher machen. Denn das Wetter spielt immer verrückt. Unwetter und Windböen bis zur Orkanstärke fegen immer wieder übers Land. Bis zum Jahr 2100 könnten Stürme hierzulande um mehr als 50 Prozent zunehmen, prognostizieren das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, die Freie Universität Berlin und die Universität Köln in einer Klimastudie. Und sie sind längst kein reines Herbstphänomen mehr. Auch im Sommer werden sie häufiger und stärker. Doch gerade im Herbst sollten sich Hausbesitzer wappnen. Schadhafte Dächer, lose Bretter und defekte Regenrinnen sowie morsche Äste an den Bäumen im Garten sind ideale Angriffspunkte für den Sturm.

„Grundsätzlich müssen Hausbesitzer im Rahmen ihrer Verkehrssicherungspflicht gewährleisten, dass von ihrem Grundstück keine Gefahr für Leben und Gesundheit ausgeht“, sagt Manfred Gunkel, Technischer Berater beim Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks. „Mindestens zweimal pro Jahr sollten Besitzer ihre Immobilie checken, am besten zum Frühjahr und Herbst“, rät Corinna Kodim vom Eigentümerschutzverband Haus & Grund Deutschland. Dabei müssen sie selbst kleinste Schäden an Dach und Regenrinnen beseitigen. „Sonst riskiert man bei starkem Regen und Sturm große Folgeschäden.“

Besonders sensibel für Sturmschäden sind Fassade und Dach. Nicht selten lösen sich Bretter und Schindeln, die beim Herunterfallen Menschen verletzen können. Geprüft werden müssen auch Tür- und Fensterabdichtungen sowie Regenrinnen. Gibt es Risse im Putz, lose Klinker? Haben sich Dübel gelöst? Sitzt die Antennenanlage fest? Auch das Grundstück muss spätestens vor dem Herbst wetterfest gemacht werden. „Morsche Äste können zur Gefahr werden, wenn sie auf die Straße oder sogar gegen eine Stromleitung geweht werden“, erläutert Kodim. „Befinden sich alte und kranke Bäume auf dem Grundstück, ist es gut, einen Fachmann hinzuziehen und sie in Absprache mit den zuständigen Behörden sicherheitshalber fällen zu lassen. Während Hausbesitzer die Fassade des Hauses leicht selbst unter die Lupe nehmen können, sieht es beim Dach schon komplizierter aus. Das überlässt man besser einem Experten, besonders wenn es sich um ein Steildach handelt. Aber auch Flachdächer haben ihre Tücken. Der Handwerker kann auch besser als ein Laie einschätzen, welche Dinge sofort repariert werden müssen und was noch Zeit hat“, sagt Gunkel.

Er empfiehlt Wartungsintervalle von ein bis zwei Jahren. Hat jedoch ein Sturm in der Region getobt, muss auch zwischendurch ein Fachmann aufs Dach. „Sturmfolgen sollten umgehend in Absprache mit dem Versicherer beseitigt werden“, betont Kathrin Jarosch vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft. Denn wenn das Dach beschädigt ist, bietet es nicht nur weniger Schutz vor Kälte und Regen. Es liefert auch viel mehr Angriffsflächen für weitere Schäden. „Die Stabilität des gesamten Gebäudes kann in Gefahr geraten.“

Solaranlagen sind ein Fall für sich. Zwar müssten sie wie alle anderen Bauteile auf dem Dach den gesetzlich vorgeschriebenen Windsognachweis erfüllen, erklärt Gunkel. Aber es gibt Fälle, wo dieser Nachweis fehlt und die Solaranlagen entsprechend windanfällig sind. Seit 2011 haben Hausbesitzer hier sogar strengere Vorgaben. Für Neubauten ist es nun vorgeschrieben, dass etwa Verklammerungen Dachziegel mechanisch sichern. „Ältere Bestandsbauten sind davon zwar in der Regel ausgenommen,“ sagt Gunkel. „Aber ihre Besitzer sind gut beraten, alles dafür zu tun, dass Ordnung und Sicherheit auf ihrem Grundstück gewährleistet sind. Sie sollten unbedingt regelmäßig prüfen lassen, ob auf dem Dach noch alles fest sitzt.“ Besondere Sorgfalt erfordern Gründächer, die immer beliebter werden, die aber in der Anpflanzphase noch nicht den Widerstand gegen Wind leisten könne wie nach einigen Jahren.

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