Bienenfreundliche Blumen und Pflanzen : Gegen das Bienensterben: Das können Hobbygärtner tun

Es muss kein eigener Garten sein - schon ein Balkon in der Stadt kann helfen, um für die Artenvielfalt aktiv zu werden.

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02. Mai 2018, 05:56 Uhr

Es wird ihnen nicht leicht gemacht: Bienen und viele andere Insekten sind gefährdet - von Insektiziden, Krankheiten und einem Mangel an Pflanzen, in denen die Völker Nahrung finden. Wer über einen kleinen Garten oder einen Balkon verfügt, kann sich jedoch für die Tiere einsetzen.

Was Gartenbesitzer tun können

Viele Händler kennzeichnen bestimmte Pflanzen inzwischen mit Bienen-Symbolen. Sie sollen auf den ersten Blick erkennbar machen, dass sich Bienen besonders wohlfühlen. Bienenweiden oder Bienennährgehölze sind hier die richtige Wahl. Der Bund deutscher Baumschulen führt folgende Bäume auf. Sie sind ein beliebtes Ziel von Honigbienen, Wildbienen und Hummeln:

  • der Feldahorn
  • die Linde
  • die Kastanie
  • die Stieleiche
  • Apfelbäume
Der Feldahorn zählt zu den Planzen, bei denen Insekten sich wohlfühlen. /dpa-tmn
Andrea Warnecke
Der Feldahorn zählt zu den Planzen, bei denen Insekten sich wohlfühlen. /dpa-tmn

 

Was es für die Beete gibt

Wer im eigenen Garten keinen Platz hat für große Bäume, kann auch mit Zwiebelblumen, Bodendeckern und Stauden etwas für die Bienen tun. Der Deutsche Imkerbund führt hier zum Beispiel Schneeglöckchen, Krokus, Leberblümchen, Gänsekresse, Lungenkraut, Silberwurz und Steinkraut an. Auch das Vergissmeinnicht, Maiglöckchen, Goldnessel, die Fetthenne, Ziermohn und Kugeldistel gehören in die Liste bienenfreundlicher Gewächse, genauso wie Sonnenhut, Lavendel und Beinwell. Und unter den Blühpflanzen gehören die beliebten Malven, Sonnenblumen und etwa Herbstanemone dazu. Im Bereich der Kletterpflanzen bieten Wilder Wein, Klematis und Efeu Platz.

Hummeln finden ihre Nahrung in sogenannten Tracht-Pflanzen, die viel Nektar produzieren. Der Lavendel gehört dazu.  /dpa-tmn
Andrea Warnecke
Hummeln finden ihre Nahrung in sogenannten Tracht-Pflanzen, die viel Nektar produzieren. Der Lavendel gehört dazu.  /dpa-tmn
 

Tipps für den Balkon

Wer keine Angst vor Bienen hat und nicht befürchtet, dass die Tiere in die eigenen vier Wände fliegen, kann auf seinem Balkon tätig werden - und im gleichen Zug Kräuter für die eigene Küche und die gelb-schwarzen-Tiere anlegen. Der Deutsche Imkerbund empfiehlt Thymian, Ysop, Schnittlauch, Salbei, Weinraute, Zitronenmelisse und Bärlauch. Wer einen größeren Balkon mit mehr Platz hat, kann eine Wildblumenmischung aus dem Fachhandel säen, in denen sich Insekten zuhause fühlen.

Bienen brauchen Blüten, an deren Nektar sie gut herankommen.
Andrea Warnecke
Bienen brauchen Blüten, an deren Nektar sie gut herankommen.

So erkennt man bienenfreundliche Pflanzen
Weil es für Bienen manchmal zu schwer ist, bis in das Innerste einer Pflanze und damit bis zum Nektar zu gelangen, eigenen sich einfach blühende Pflanzen besser für Bienen als prächtige Blüten mit dichtem Blätterwerk. Hochgezüchtete Pflanzenformen wie Forsythien, Hortensien und Geranien zum Beispiel produzieren keine oder nur wenige Pollen und Nektar. Und bei allen Pflanzen gilt natürlich: Bitte auf Pestizide verzichten. Stattdessen sollte nur natürlicher Dünger zum Einsatz kommen. Auch in Insektenhotels, die wie kleine Setzkästen aussehen, fühlen sich Wildbienen gut aufgehoben.

(mit dpa)

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