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Von den 1970er Jahren bis heute : Küchentrends im Wandel der Zeit

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In den vergangenen 40 Jahren hat sich die Küche in Deutschland zum Mittelpunkt des Hauses entwickelt. Ein Rückblick.

Liebe zum Detail? Farbenfrohe Gestaltung? Ein Ort zum Wohlfühlen? Fehlanzeige in den meisten deutschen Küchen in den 1970er Jahren. Zu einer Zeit als Deutschland Fußball-Weltmeister wird, Sylvester Stallone als „Rocky“ in die Kinos kommt und Udo Jürgens mit „Aber bitte mit Sahne“ die ZDF-Hitparade aufmischt, gilt die Küche in Deutschland als reiner Funktionsraum.

Essen zubereiten – ja, Aufenthaltsort – nein. Die Nachkriegswirkungen sind noch immer spürbar, den Bürgern fehlt das Geld in der Tasche. Häufig bestehen die Küchen daher nur aus lose zusammengestellten Einzelteilen, die kaum aufeinander abgestimmt sind.

Marathonlauf für Küchenstudios: Immer Schritt halten mit dem Trend

Was damals normal war, wäre heute eine mittelschwere Katastrophe für die Grenzen des guten Geschmacks. Das Design steht heute auf gleicher Ebene mit der Funktionalität: Aktuell dominieren in der Küchenplanung helle, offene Räume. Ästhetik und ergonomische Aspekte spielen eine große Rolle, Wohnraum und Küche sind zudem zu einer Einheit verschmolzen. Gemütlichkeit und Selbstverwirklichung des eigenen Lebensstils sollen sich auch in der Küche wieder finden und stehen im Vordergrund. Wie das aussieht? Ganz verschieden von Küche zu Küche, denn jeder hat seinen eigenen Geschmack und kann diesen heutzutage auch verwirklichen.

Es ist der völlige Kontrast zu den 1970er Jahren. Zum Ende dieses Jahrzehnts beginnt der bis heute ungebremste technische Fortschritt und wirbelt die Küchentrends in schöner Regelmäßigkeit durcheinander. Für die Küchenstudios ist es wie ein nicht enden wollender Marathonlauf, bei dem sie stets mit dem technischen Fortschritt und dem gesellschaftlichen Wandel und den sich so ändernden Kundenbedürfnissen Schritt halten müssen:

Die Zeit des klassischen Rollenverständnisses zwischen Mann und Frau beginnt in den 1980er Jahren zu bröckeln, immer mehr (Haus-)Frauen zieht es ins Berufsleben. Dadurch haben die Familien deutlich mehr Geld im Portemonnaie. Eine Folge: Maßgeschneiderte Einbauküchen werden mehr und mehr bezahlbar - und die Küchen somit insgesamt individueller. So wird bei den Möbeln nun stärker auf die Passgenauigkeit geachtet – etwa mit Dreh- und Eckschränken oder Hängeregalen.

1990er Jahre: Technischer Fortschritt lockt Männer in die Küche

Dieser Trend setzt sich in den 1990er Jahren fort – mit dem Zusatz verschiedener technischer Neuerungen, was zunehmend auch Männer in die Küchen lockt. Ob Mikrowellen, Induktionsherd oder leistungsfähige Dunstabzugshauben – sie sind nicht mehr wegzudenken aus den deutschen Küchen.

Die Küche ist nun nicht länger reiner Funktionsraum. Dies verstärkt sich nach der Jahrtausendwende – nicht zuletzt durch die immer ausgefeiltereTechnik, die Spülmaschinen, Backöfen oder Dunstabzugshauben hervorbringt, deren Lärmpegel dem einer Bibliothek ähnelt. Die Küchen haben damit den Wandel vom reinen Funktionsraum zum charmanten Wohlfühlort, zum Treffpunkt für die ganze Familie vollzogen.

Da passt es ins Bild, dass sich das Kochen zum Hobby und Erlebnis entwickelt und nicht weiter nur als notwendige Nahrungszubereitung betrachtet wird. Auch kurze Wege zu den einzelnen Küchen-Utensilien, die sich möglichst alle in Griffweite befinden sowie Rücken schonende Bewegungsabläufe durch optimierte Anordnung von Arbeitsflächen, Fächern und Geräten nehmen an Bedeutung zu – kein Problem dank neuester Technik in den Küchenstudios, wo solche Wünsche vorab am Computer simuliert werden können

Wie aber die Küchentrends in 20, 30 oder 40 Jahren aussehen werden, können auch die Küchen-Profis nicht vorhersehen. Es ist also gut möglich, dass es dann erneut heißt: Was damals normal war, wäre heute eine mindestens mittelschwere Katastrophe für die Grenzen des guten Geschmacks.

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erstellt am 09.Mär.2015 | 14:57 Uhr

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