Wohnen und mieten : Die erste eigene Wohnung: Sechs Tipps rund um die Finanzen

Nebenkosten, Mietkaution und Hausratversicherung - die eigenen vier Wände bringen nicht nur jede Menge Freiheiten, sondern auch Pflichten mit sich.

shz.de von
15. Januar 2018, 05:40 Uhr

Der Einzug in die erste eigene Wohnung ist ein großer Schritt: Zum einen genießen die jungen Bewohner mehr Selbstständigkeit und Freiheit, zum anderen übernehmen sie mehr Verantwortung. Das bedeutet auch, sich nun um Finanzen und Versicherungen zu kümmern.Verträge müssen geschlossen und Kosten beglichen werden. Sechs Tipps für den Neustart:

1. Tipp: Die Nebenkosten realistisch einschätzen

Die Nebenkosten sind wie eine zweite Miete zu betrachten. In der Regel zahlen Mieter die Nebenkosten in jedem Monat im Voraus an den Vermieter. Einmal im Jahr erstellt der Vermieter eine Nebenkostenabrechnung mit den gezahlten und tatsächlich aufgelaufenen Nebenkosten. Entweder bekommen die Mieter nun zu viel gezahltes Geld zurück oder müssen den fehlenden Betrag nachzahlen.

2. Tipp: Die Mietkaution einkalkulieren

Als Sicherheit für Schäden oder Mietausfälle während der Mietdauer darf der Vermieter bei Einzug in die Wohnung eine Mietkaution verlangen. Die Höhe ist im Mietvertrag ausgewiesen und beträgt meist zwei oder drei Monatskaltmieten. Der Mieter darf die Kaution ab Start des Mietverhältnisses in drei monatlichen Raten zahlen. Der Vermieter ist verpflichtet, das Geld zum marktüblichen Zinssatz anzulegen. Beim Auszug erhält der Mieter das Geld plus Zinsen zurück, wenn beim Auszug keine Ansprüche gegen ihn vorliegen. Haben Mieter Probleme, das Geld für die Kaution aufzubringen, kann eine Bankbürgschaft eine Option sein.

<p>Mit dem Einzug in die erste eigene Wohnung genießt man mehr Selbstständigkeit und Freiheit, zum anderen übernimmt man auch mehr Verantwortung.</p>
Foto: djd/BVR/thx

Mit dem Einzug in die erste eigene Wohnung genießt man mehr Selbstständigkeit und Freiheit, zum anderen übernimmt man auch mehr Verantwortung.

 

3. Tipp: Den Überblick über Ausgaben behalten

Nicht nur über die Wohnkosten, sondern auch über sonstige Ausgaben sollten Mieter stets den Überblick behalten. Mit einem Haushaltsplan hat man jederzeit Kontrolle darüber, dass die Ausgaben nicht die Einnahmen übersteigen. Das gilt unabhängig davon, wie man die erste eigene Wohnung finanziert.

4. Tipp: Unterstützung vom Staat

In der Regel ist die Höhe des Babfög von den eigenen Einkünften, von den Einkünften der Eltern und des Ehepartners abhängig. Nähere Infos zur genauen Berechnung gibt das Bafög-Amt. Wenn Studierende kein Bafög erhalten, stellt das Wohngeld eine Alternative dar. Dieses kann jederzeit beantragt werden. Es ist abhängig von der Höhe der Miete, der Anzahl der im Haushalt lebenden Personen und vom Haushaltseinkommen insgesamt.

5. Tipp: Überprüfen, ob man eine Hausratversicherung benötigt

Sobald man die erste eigene Wohnung auch als ersten Wohnsitz angibt, ist man nicht mehr über die Hausratversicherung der Eltern mitversichert. Sie schützt vor den finanziellen Folgen von Schäden an Haushaltsgeräten, Mobiliar oder Kleidung, die etwa durch Feuer, Wasser oder bei Einbruch entstehen. Auch junge Leute verfügen heute vor allem wegen der Elektronik - vom Laptop bis hin zum HD-Fernseher - bereits über beträchtliche Werte.

6. Tipp: Überprüfen, ob der Haftpflichtschutz ausreichend ist

Beim Einzug in die erste eigene Wohnung sollte auch die Privathaftpflichtversicherung überprüft werden. Vor den finanziellen Folgen bei Ansprüchen Dritter wegen Schäden, die man selbst fahrlässig verursacht haben, schützt in vielen Fällen eine Privathaftpflichtversicherung. Über die Eltern ist man solange mitversichert, wie man ledig und in der Schule oder in der Ausbildung beziehungsweise im Studium ist.

Quelle: Ratgeberzentrale

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