Tipps für Verbraucher : Die eigenen vier Wände - wann ein Energieausweis benötigt wird

<p>Für jeden Immobilienbesitzer ist es sinnvoll, einen Energieausweis erstellen zu lassen.</p>
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Für jeden Immobilienbesitzer ist es sinnvoll, einen Energieausweis erstellen zu lassen.

Viele Verbraucher wissen nicht, wann genau sie einen Energieausweis brauchen und welcher Energieausweis der Richtige ist. Tipps für Vermieter, Verkäufer, Mieter und Käufer.

shz.de von
05. April 2018, 04:12 Uhr

Wer braucht den Energieausweis?

Grundsätzlich gilt, dass jeder, der ein Gebäude verkauft, vermietet oder verpachtet einen Energieausweis braucht. Als Ausnahme gelten allerdings Gebäude, die unter Denkmalschutz stehen. Auch bei einem Neubau ist der Ausweis Pflicht. Wer allerdings sein eigenes Haus bereits seit Jahren bewohnt, braucht keinen Energieausweis.

Welche Arten gibt es?

Unterschieden werden zwei Arten:

  • Der Verbrauchsausweis wird aus den Verbrauchsdaten der Bewohner durch die Heizkostenabrechnung aus den letzten drei Jahren erstellt.
  • Der Bedarfsausweis dagegen enthält eine Berechnung des Energiebedarfs, in die der Zustand der Bausubstanz einfließt.

Der Energieausweis weist also entweder den Endenergieverbrauch (Verbrauchsausweis) oder den Endenergiebedarf (Bedarfsausweis) des Gebäudes aus und ordnet die Immobilie in eine Energieeffizienzklasse von A+ bis H ein. Daran können sich Käufer und Mieter orientieren, wenn sie ihren künftigen Energieverbrauch und die Heizkosten ungefähr abschätzen wollen.

Wer braucht welchen?

Die Schwierigkeit ist, dass Eigentümer nicht immer selbst entscheiden können, welchen Energieausweis sie ausstellen lassen. Denn die Energieeinsparverordnung (EnEV) gibt vor, welcher Ausweis wann erlaubt ist:

• Für Wohngebäude mit bis zu vier Wohnungen, die auf der Grundlage der Wärmeschutzverordnung 1977 oder später gebaut wurden, besteht Wahlfreiheit zwischen Bedarfsausweis oder Verbrauchsausweis.

• Für Wohngebäude mit mehr als vier Wohnungen gilt, unabhängig vom Baujahr, ebenfalls Wahlfreiheit.

• Für Wohngebäude mit bis zu vier Wohnungen, die vor 1977 gebaut wurden, ist der Bedarfsausweis vorgeschrieben. Ausnahme: Wurden diese Gebäude bereits saniert, dann besteht Wahlfreiheit.

• Wird bei einer Komplettsanierung der Energiebedarf eines Hauses berechnet, ist der Bedarfsausweis Pflicht.

• Auch bei Neubauten ist der Bedarfsausweis Pflicht.

<p>Wer eine Wohnung oder ein Haus mietet, beziehungsweise kauft, sollte zuerst einen Blick auf den Energieausweis werfen. </p>
Franziska Gabbert

Wer eine Wohnung oder ein Haus mietet, beziehungsweise kauft, sollte zuerst einen Blick auf den Energieausweis werfen.

Was steht drin  und wie lange ist er gültig?

Je nach Ausweisart sind im Energieausweis die Angaben zum Energieverbrauch beziehungsweise Energiebedarf sowie die daraus resultierende Effizienzklasse zu finden. Dargestellt wird das auf einer Skala von grün bis rot. Darüber hinaus sind individuelle Modernisierungsvorschläge enthalten, mit denen der Energieverbrauch gesenkt werden kann. Ein Energieausweis ist zehn Jahre gültig.

Wer muss den Energieausweis wann vorlegen oder übergeben?

Wird ein Haus oder eine Wohnung vermietet, verkauft oder verpachtet, muss der Energieausweis schon bei der ersten Besichtigung vorgelegt werden. Kommt der Vertrag zustande, muss der Ausweis dann dem Käufer oder neuen Mieter als Kopie oder Original ausgehändigt werden. Die wichtigsten Kennzahlen gehören auch in eine Immobilienanzeige.

Wer stellt ihn aus?

Den Verbrauchsausweis erhalten Hausbesitzer zum Beispiel bei vielen Energieversorgern und Energiedienstleistern, die Heizdaten ablesen. Einen Bedarfsausweis erstellen Architekten, Bauingenieure, Handwerksmeister oder Energieberater.

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