Die Dachwohnung als Problemlöser

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Die Fachmesse NordBau will zur Behebung der Wohnungsnot in deutschen Städten beitragen

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12. Juli 2014, 03:33 Uhr

Nicht nur in München, Frankfurt oder Stuttgart: Bezahlbare kleinere Wohnungen sind auch in den Metropolen der norddeutschen Küstenländer kaum noch zu haben. Insbesondere in den Städten mit Hochschulen wie Kiel, Flensburg Lübeck, Rostock, Wismar und natürlich Hamburg ist die Lage dramatisch. Allein in Kiel haben 1500 Studenten keine Wohnung, andere leben in unwürdigen Not-Quartieren. Tendenz steigend. Dabei ist die Wohnungsnot in den Städten nicht auf Studenten beschränkt. Generell fehlen für Singles oder kleine Familien städtische Quartiere. Bezahlbare. Und die Politik wacht nur langsam auf.

Dieses brennende Thema hat sich Nordeuropas größte Baufachmesse, die NordBau in den Neumünsteraner Holstenhallen (10. bis 14. September 2014), auf die Fahnen geschrieben. „Wohnen über den Dächern der Stadt“ lautet das diesjährige Hauptmotto der Messe. „Mit unserem Motto wollen wir das Problem angehen, wollen Plattform für Ideen und Problemlösungen sein“, betont Messedirektor Wolfgerd Jansch während eines Besuchs von Dach-Musterwohnungen in Kopenhagen. In der dänischen Hauptstadt wird seit einigen Jahren unter der Regie von Baugenossenschaften mustergültig der Ausbau von Dachwohnungen betrieben. Hier holten sich Jansch und Holstenhallen-Chef Dirk Iwersen Anregungen für neue Wege in den norddeutschen Städten. Iwersen: „Unter den Dächern unserer Städte liegt die Lösung der Wohnungsprobleme. Wir müssen nur anfangen, die Potenziale zu nutzen.“

Die Voraussetzungen sind in Deutschland sogar besser als in Dänemark. Während in unserem Nachbarland die Investitionen ohne jegliche staatliche Unterstützung laufen, gibt es bei uns kostengünstige Kredite von Investitionsbank und vor allem der KfW (KfW -Programm Energieeffizient bauen). Zudem ist das Bauen in Deutschland ohnehin wesentlich günstiger als etwa in Dänemark.

Dabei schweben den Messeverantwortlichen neben dem üblichen Mieter-Vermieter-Modell auch unkonventionelle Lösungen vor, die private Investoren ermutigen sollen. Mit Blick auf Studenten etwa sind für Jansch und Iwersen unter anderem generationsübergreifende Modelle denkbar. Frei nach dem Motto: „Biete Wohnung, erwarte Betreuung.“ Jansch: „Damit erreicht ein älterer Hausbesitzer gleich zwei Dinge: Er erhöht den Wert seines Hauses und hat sozusagen als Miete jemanden, der sich um seinen Einkauf, den Garten und das Haus kümmert.“

Mit solchen Gedanken trifft Jansch bei Alexandra Dreibach, Leiterin von „Wohnen für Hilfe“ des Studentenwerks Schleswig-Holstein, auf Begeisterung: „Diese Ideen sind eine tolle Sache und ich würde sie nach Möglichkeit unterstützen.“

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