Das WG-Zimmer einrichten

Viel Platz haben die wenigsten Studenten in ihrer ersten Wohnung oder im WG-Zimmer: Daher ist Kreativität bei der Einrichtung gefragt.
Viel Platz haben die wenigsten Studenten in ihrer ersten Wohnung oder im WG-Zimmer: Daher ist Kreativität bei der Einrichtung gefragt.

Struktur schaffen statt Kleinkram horten und die Zimmer verstopfen / Beim Bett besser nicht sparen

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12. Juli 2014, 03:00 Uhr

Endlich im eigenen kleinen Reich! Das WG-Zimmer einzurichten gehört sicher zu den schönsten Aufgaben, die Studienanfänger in den ersten Wochen vor und nach dem Unistart erledigen. Doch was sich nach Spaß anhört, bringt besondere Herausforderungen mit sich. Die erste erwartet die künftigen Studenten bereits im heimischen Kinderzimmer: das Kistenpacken. „Bloß nicht alles wegwerfen“, rät Jacqueline Hofmann, Sozialpädagogin aus Chemnitz. Denn mit der neu gewonnen Freiheit geht zugleich der Schutz des Elternhauses verloren und Momente der Einsamkeit sind nicht selten. „Dann ist es gut, wenn man Erinnerungsstücke bei sich hat, die Halt geben.“ Fotos, Tagebücher, die Kuschelbettwäsche oder der Lieblingsteddy dürfen daher gerne mit umziehen.

Ansonsten gilt: den Neustart wagen. „Dazu gehört auch, selbst auszumisten“, sagt Hofmann. Eltern sollten nur helfen, wenn einem die Aufgabe über den Kopf zu wachsen droht. Im neuen Heim gilt es, Arbeits-, Schlaf- und Wohnraum auf wenigen Quadratmetern unterzubringen. Nach Möglichkeit sind diese Bereiche voneinander getrennt. „Vom Bett aus auf den Arbeitsplatz zu schauen, ist nicht ideal“, sagt die Fachbuchautorin Katrin Höller aus Köln.

„Schließlich muss man auch mal abschalten.“ Der Schreibtisch wird etwa hinter einem Raumteiler versteckt. „Der sollte jedoch nicht zu hoch geraten, sonst wirkt das Zimmer schnell kleiner, als es tatsächlich ist.“ Besser ist ein Sideboard. „Ragt es 30 bis 50 Zentimeter über die Oberkante des Schreibtisches, hat man den gesamten Raum im Blick und trotzdem den Arbeitsbereich optisch ausgesperrt“, erklärt die Innenarchitektin Marianne Constanze Gollub aus Berlin. Eine andere Möglichkeit, dem Raum Struktur zu verleihen, seien verschiedenfarbige Wände. „Ich rate zu hellen Tönen, etwa Gelb oder ein angenehmes Blau.“ Der Bodenbelag sollte dunkler sein. „Zu dieser Grundfarbe können eine bis zwei Kontrastfarben kombiniert werden.“

Um den Raum größer wirken zu lassen, bleibt die Decke weiß mit einem Absatz am Übergang zur Wand. Gestreifte Tapeten strecken das Zimmer optisch ebenfalls, sagt Höller. Ansonsten gelte es, bedruckte Tapeten sparsam einzusetzen: „Lieber dezente Muster statt der riesigen Blumen wählen, um den Raum nicht zu überfrachten.“ Aus demselben Grund gibt es am besten nur sparsam Dekoration. „Bloß nicht zu viel Kleinteiliges“, warnt Gollub. Dafür werden Dinge, die man ohnehin benötigt, zu Hinguckern: „Eine Wanduhr oder Tischleuchte in einem tollen Design, ein buntes Regal oder ein schicker Korbstuhl vom Flohmarkt können jede Deko ersetzen.“ Fotos und Plakate an den Wänden lassen den Raum optisch schrumpfen. Gleiches wird erreicht, indem möglichst viel Bodenfläche frei bleibt. Alle Möbel stehen daher idealerweise auf Füßen oder Rollen, so dass ein wenig Raum unter ihnen bleibt. Für Stauraum sorgt laut Höller eine Kiste, die zugleich als Sitzmöbel dient, oder Hängeschränke, die in der Farbe der Wand gestrichen werden. Der Bettkasten ist ebenfalls ein wahres Stauraumwunder. Beim Bett werde aber besser nicht gespart, findet Gollub. Während Kleinmöbel oder Dekoration vom Flohmarkt sein dürfen, sollte der Schlafplatz keine Notlösung sein. Sparen könnten Studienanfänger hingegen beim Schreibtisch: „Statt des teuren Exemplars aus dem Möbelhaus rate ich zu einem Türblatt aus dem Baumarkt“, sagt Gollub.

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