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«Buchen sollst du suchen!» - Wahrheit und Mythos über Gewitter

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Berlin (dpa) - Bei Blitz und Donner nicht mit dem Handy telefonieren und sich unter Buchen stellen? Über Gewitter kursieren viele Mythen. Einige davon sind wahr. Gut zu wissen, welche - denn Deutschland stehen in den kommenden Tagen heftige Gewitter bevor.

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erstellt am 17.Aug.2013 | 11:33 Uhr

Berlin (dpa) - Bei Blitz und Donner nicht mit dem Handy telefonieren und sich unter Buchen stellen? Über Gewitter kursieren viele Mythen. Einige davon sind wahr. Gut zu wissen, welche - denn Deutschland stehen in den kommenden Tagen heftige Gewitter bevor.

Handy aus? Ziehen die Funkwellen des Handys den Blitz an? Nein, sagt der Blitzforscher Ullrich Finke. Sie sind viel zu schwach, um Einfluss zu haben. Ein Festnetztelefon kann allerdings Gefahr bergen, wenn der Blitz ins Haus einschlägt und der Strom sich über die Telefonleitung weiter verteilt. Experten raten zudem, bei Gewitter an Computern, Fernsehern und HiFi-Anlagen die Netz- und Antennenstecker zu ziehen.

Buchen suchen? Ein altes Sprichwort besagt: «Vor Eichen sollst du weichen, Buchen sollst du suchen.» Das ist falsch. Da sich der Blitz in der Regel hohe Objekte sucht, sind Bäume kein guter Schutz. Experten raten, mindestens zehn Meter Abstand zu Bäumen und Masten zu halten.

Legen oder hocken?Wer im Freien von einem Gewitter überrascht wird und in keinem Gebäude Schutz findet, sollte sich in einen Graben oder eine Mulde hocken und mit den Armen umfassen. Die Füße stehen dabei am besten dicht nebeneinander.

Ab ins Auto? Das Auto ist bei Gewitter tatsächlich ein sicherer Ort. Die Karosserie bildet einen sogenannten Faradayschen Käfig und leitet den Blitz ab. Autos mit vielen Kunststoffteilen oder Cabrios bieten aber weit weniger Schutz.

Schmuck ab? Ziehen Spange, Kette und Brosche den Blitz an? Nein, sagen Experten. Metallische Gegenstände am Körper werden bei Gewitter aber dennoch schnell zur Gefahr: Bei Blitzeinschlägen in unmittelbarer Nähe können sie sehr heiß werden und zu schweren Verbrennungen führen. Regenschirme sollten aber zugemacht und weggelegt werden.

Raus aus dem Wasser? Unbedingt! Gewitter sind für Schwimmer besonders gefährlich, da Wasser die Blitzströme gut leitet. Badende sollten daher sofort das Becken oder den See verlassen. Und obwohl Gebäude mit Blitzschutz im Grunde sicher sind, sollte man während eines Gewitters besser nicht baden oder duschen und auch keine Wasserrohre und sonstige Leitungen aus Metall berühren.

Zeit zählen? Wer die Sekunden zwischen Blitz und Donnerschlag zählt, kann damit die Entfernung des Gewitters herausfinden. Die Sekundenzahl geteilt durch drei ergibt die Kilometerzahl, die das Gewitter noch entfernt ist, erläutert der Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE). Allerdings kann das Ergebnis trügen: Zwischen der Wolke und dem Einschlagpunkt des Blitzes können fünf Kilometer und mehr liegen. Erst Entfernungen ab zehn Kilometern gelten als sicher.

DWD-Broschüre zu Gewittern (pdf)

Broschüre «Damit Sie nicht der Schlag trifft» (pdf)

VDE-Merkblatt zu Blitzschutz bei Veranstaltungen

Blitze können zwischen Wolken hin und her sausen, aber auch auf die Erde treffen. In Deutschland schlagen nach DWD-Angaben jährlich etwa zwei Millionen Blitze ein. Dabei können Stromstärken von bis zu 400 000 Ampère entstehen. Wird ein Mensch vom Blitz getroffen, kann das zu einem Herzstillstand oder schweren Verbrennungen führen. Auch Gehirn und Nervensystem können vom Stromschlag Schaden nehmen.

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