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Weitsichtig planen : Barrierefrei umbauen - komfortabel wohnen

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Schmale und gewundene Treppen, verwinkelte Räume, unbemerkte Stolperfallen – in vielen Eigenheimen kann von Barrierefreiheit keine Rede sein. Mit gezielten Umbaumaßnahmen lässt sich das eigene Haus optimieren.

shz.de von
erstellt am 30.Jun.2016 | 13:39 Uhr

Je eher, desto besser: Wer den barrierefreien Umbau früh in Angriff nimmt, profitiert länger vom Mehr an Komfort und Wohnqualität. Schon die Konzentration auf wenige Bereiche, schafft einen deutlichen Mehrwert an Bequemlichkeit. Teilweise kann für den Umbau sogar finanzielle Förderung in Anspruch genommen werden.

Zugang zum Haus Oft führen einige Stufen zum Hauseingang. Mit zunehmendem Alter können diese aber zum Hindernis werden. Um den Alltag zu meistern, sollte an beiden Seiten ein Handlauf angebracht werden. Gute Ausleuchtung und das optische Hervorheben der Stufenkanten sind empfehlenswert. Damit das Haus auch mit Rollstuhl oder Rollator leicht erreicht werden kann, empfiehlt sich eine Rampe, mit einer Steigung von maximal 6 Prozent.

<p>Barrierefreies Wohnen ist für alle Generationen angenehm.</p>

Barrierefreies Wohnen ist für alle Generationen angenehm.

Foto: tdx/rensch haus
 

Gestaltung des Innenraums  Innerhalb des Hauses sollte optimale Bewegungsfreiheit herrschen. Aus statischen Gründen können Wände jedoch nur selten entfernt werden. Stattdessen lassen sich Türen verbreitern oder durch einen Durchgang ersetzen. Ein offen gestalteter Wohnraum lässt zudem Tageslicht in alle Räume. In Kombination mit einem durchdachten Beleuchtungskonzept ergibt sich die Grundlage für Barrierefreiheit im Wohnraum. Für Treppen im Innenbereich gilt dasselbe wie im Außenbereich: Sichere Handläufe, gute Ausleuchtung und gegebenenfalls die Kennzeichnung der Stufenkanten erleichtern den Treppenauf- und -abstieg erheblich. Wenn das Treppensteigen schwer fällt, reichen diese Maßnahmen oft nicht aus. In diesen Fällen ist die Installation von Aufzügen oder Treppenlifts unentbehrlich. In der Anschaffung sind sie verhältnismäßig kostspielig, erhalten so aber den uneingeschränkten Zugang zu jedem Geschoss.

Im Fokus: Badumbau Der Ort, an dem wohl die meisten Unfälle passieren, ist das Bad. Geflieste, nasse Oberflächen, stumpfe Kanten und ein hoher Einstieg in Dusche und Badewanne erhöhen das Unfallrisiko. Mit einer bodengleichen Duschwanne, ausreichend Bewegungsfreiheit, Sitzgelegenheiten und nach Bedarf auch zugfesten Haltegriffen wird das Bad zum sicheren und komfortablen Wellnessbereich. Besonders hilfreich sind „Walk-in“-Duschen, die mit Rollator und Rollstuhl befahren werden können. Anstelle der Schwingtüren haben sie einen fest montierten Spritzschutz. Eine rutschfeste Oberfläche der Duschböden sorgt zudem für Standsicherheit und bei Bedarf kann ein Duschsitz montiert werden. Mit ansprechenden Markenfliesen deutscher Hersteller lassen sich heute „wohnliche“ Badgestaltungen in verschiedensten Stilrichtungen realisieren, die zugleich den Anforderungen an barrierefreie Bäder genügen. Professionelle Unterstützung bei der Planung und eine bis ins Detail perfekte Umsetzung bieten viele Meister- und Innungsbetriebe des Fachverlege-Handwerks, die sich auf das Thema spezialisiert haben.

Finanzielle Förderung  Um Förderprogramme für den Abbau von Barrieren im Eigenheim in Anspruch zu nehmen, müssen entsprechende Anträge bereits vor Beginn der Baumaßnahmen eingereicht werden. Eine nachträgliche Bezuschussung ist nicht möglich. Die KfW-Bankengruppe vergibt beispielsweise mit dem Programm Altersgerecht Umbauen (159) zinsgünstige Kredite von bis zu 50000 Euro pro Wohneinheit. Im Gebäudebestand ist völlige Barrierefreiheit aufgrund der baulichen Gegebenheiten weder vollständig umsetzbar noch für die Mehrzahl der Nutzer erforderlich. Oft genügen einzelne Umbaumaßnahmen um den Wohnkomfort zu steigern. Dafür eignet sich der KfW-Zuschuss 455, bei dem bis zu 5000 Euro Fördermittel gewährt werden können. Eine Kombination aus beiden Programmen ist nicht möglich.

Beantragt werden KfW-Fördermittel in der Regel über die Hausbank. Darüber hinaus bieten auch die Bundesländer, Banken und Sparkassen sowie die Wohn-Riester-Rente Fördermöglichkeiten für den Umbau an. Oft wird der Abbau von Barrieren im Eigenheim erst dann realisiert, wenn es der Gesundheitszustand eines Bewohners erforderlich macht. Im Falle einer Pflegestufe ist die Pflegekasse in der Pflicht, sich mit bis zu 4000 Euro pro Umbaumaßnahme zu beteiligen. Für diese Art der Förderung wenden sich Renovierer direkt an die Pflegekasse.

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