Ab 2021 Pflicht : Experten warnen: Darum sollten Sie jetzt Ihre Rauchmelder kontrollieren

Avatar_shz von 02. Dezember 2020, 10:40 Uhr

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Ein Rauchmelder hilft, Rauch frühzeitig zu erkennen und Leben zu retten.
Ein Rauchmelder hilft, Rauch frühzeitig zu erkennen und Leben zu retten.

Bis zum 31. Dezember 2020 müssen deutschlandweit in Wohnräumen Rauchwarnmelder angebracht sein.

Flensburg | Etwa 400 Menschen sterben in Deutschland jedes Jahr an den Folgen von Bränden. Mehr als 90 Prozent der Opfer erleiden dabei eine tödliche Rauchgasvergiftung – denn schon wenige Atemzüge der Gase können ausreichen, um bewusstlos zu werden und zu ersticken. Zudem passieren die meisten Todesfälle in der Nacht, wenn die Feuer nicht oder erst zu spät bemerkt werden, um sich in Sicherheit bringen zu können. Aus diesem Grund gilt ab 2021 in allen Bundesländern eine Rauchmelderpflicht für private Wohnräume. Viele der Geräte wurden aber bereits vor zehn Jahren installiert und sind mit einer festinstallierten Zehn-Jahres-Batterie ausgestattet. Da sich diese mittlerweile entleert haben können, rät die Initiative "Rauchmelder retten Leben" zu einem Austausch. Feuerwehr rät zu Rauchmelder- oder Batterie-Tausch "Nach zehn Jahren kann die lebensrettende Funktion der Rauchmelder nicht mehr sichergestellt werden, nicht zuletzt aufgrund der Verschmutzung der Melder", so Jan Ole Unger, Pressesprecher der Feuerwehr Hamburg, gegenüber der Initiative. Zudem steige dann auch die Wahrscheinlichkeit von Falschalarmen. Weiterlesen: Schimmel entfernen: Mit diesen Tricks klappt es Zu überprüfen seien die Geräte idealerweise mindestens einmal im Jahr, die Feuerwehr empfiehlt eine monatliche Prüfung. Sie sollten von Staub, Spinnweben, Pollen und grobem Schmutz befreit sowie der Testknopf gedrückt werden, der in der in der Regel nach einigen Sekunden ein Signalton ertönen lässt. Ist nichts zu hören, sollten Batterie oder das gesamte Gerät ausgetauscht werden. Schleswig-Holstein: Mieter ist für Wartung zuständig In Schleswig-Holstein ist für die Wartung zwar grundsätzlich der Mieter zuständig, laut "Rauchmelder retten Leben" bleibt der Vermieter aber in der Pflicht, die fachgerechte Wartung der Rauchmelder sicherzustellen. Das heißt, er muss sicherstellen, dass die Rauchmelder durch den Mieter geprüft werden können und diese Pflicht auch umgesetzt wird. In Hamburg ist der Eigentümer beziehungsweise der Vermieter zuständig. Idealerweise sollten sich die Geräte aber auch selbst melden, wenn die Batterie leer ist – mit einem eigenen Ton, der sich vom richtigen Alarm unterscheidet. Bei Rauchbildung ertönt ein lauter und zusammenhängender Alarmton, der Batteriewarnton ist deutlich gemäßigter. Akustikproben gibt es auf der Website von "Rauchmelder retten Leben". Spezielle Geräte für Küche und Bad Angebracht sein müssen die Rauchmelder in Schlafzimmern, Kinderzimmern und Fluren, die als Rettungswege gelten. Die Feuerwehr empfiehlt zudem die Installation in allen Aufenthaltsräumen. In Berlin und Brandenburg ist durch die Landesbauordnung festgelegt, dass ein Rauchmelder im Wohnzimmer installiert werden muss. Da in Küche, Bad, Waschraum, Garage, Dachboden und Keller entweder viel Wasserdampf, Staub oder Abgase entstehen oder erhöhte Temperaturen herrschen können, könnten Rauchmelder dort auch fälschlich Alarm auslösen. Für diese Fälle gibt es spezielle Wärme- oder Hitzemelder. In der Regel sind Rauchmelder für Räume bis zu 60 Quadratmeter Größe ausgelegt und sollten dort grundsätzlich mittig an der Zimmerdecke 50 Zentimeter von Wänden, Lampen, Balken oder Unterzügen entfernt in waagerechter Position angebracht werden. In größeren Räumen oder solchen, die durch Stellwände, Teilwände oder große Möbel unterbrochen sind, werden mehrere Melder nötig. Offene Verbindungen, die sich über mehrere Etagen erstrecken, benötigen mindestens auf der oberen Ebene einen Rauchmelder. Nur wenn die Geräte ordnungsgemäß angebracht sind und gewartet werden, können sie auch Leben retten. ...

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