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Augen auf im Straßenverkehr : Wenn die Augen hinterm Steuer zufallen - fünf Tipps gegen Müdigkeit beim Autofahren

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Müdigkeit am Steuer ist eine unterschätzte Gefahr. 26 Prozent der befragten Autofahrer sind laut einer Umfrage mindestens schon einmal am Steuer eingeschlafen. Ratgeber, was bei bei Erschöpfung beim Fahren hilft.

shz.de von
erstellt am 06.Sep.2017 | 13:25 Uhr

„Mitten in der Nacht, beziehungsweise in den frühen Morgenstunden ist die Einschlafneigung hinter dem Steuer und damit die Wahrscheinlichkeit für das Eintreten eines Sekundenschlafes besonders hoch“, warnt Andrea Häußler von TÜV SÜD. Das ist gefährlich: Wer kurz einnickt, legt binnen drei Sekunden bei einer Geschwindigkeit von Tempo 100 über 80 Meter im Blindflug zurück. In dieser kurzen Zeit kann ein schwerer Unfall verursacht und Menschenleben gefährdet werden.

„Eine plötzliche Müdigkeit beim Autofahren gibt es nicht“, schildert Häußler ihre Erfahrungen: „Müdigkeit macht sich bemerkbar.“ Erste Anzeichen im Fahrverhalten sind Übersehen von Verkehrszeichen, unregelmäßiges Tempo, Probleme, die Spur zu halten. „Wenn Ihnen ungewollt die Augen zufallen, wenn Sie plötzlich erschrocken zusammenzucken, weil Sie nicht mehr auf den Verkehr geachtet haben, dann ist das Alarmstufe rot – sie waren bereits Opfer des Sekundenschlafs“, warnt die TÜV SÜD-Expertin. Andere Anzeichen sind Frösteln, gedankliches Abschweifen oder Nervosität. „Die Warnsignale des Körpers sind sehr individuell, aber man kann sie lernen“, weiß Häußler.

Wenn sich diese Warnsignale bemerkbar machen, muss schnell gehandelt werden. Wer sich an den folgenden Tipps orientiert, kann auf der nächsten Autofahrt angemessen auf Müdigkeitssymptome reagieren und sich auch schon im Vorfeld vor Tiefpunkten schützen:
 

1. Biologische Tiefpunkte vermeiden
Erfahrungsgemäß gibt es bestimmte Tiefpunkte, in denen der Körper aufgrund des menschlichen Biorhythmus' sehr anfällig ist für Müdigkeit. Der erste Tiefpunkt liegt in der zweiten Hälfte der Nacht, zwischen zwei und fünf Uhr morgens - besonders wichtig zu wissen für jene, die in diesen Stunden beispielsweise ihre Urlaubsfahrt beginnen wollen, der zweite nachmittags gegen 14 Uhr. Für längere Fahrten in den Urlaub ist es daher empfehlenswert, diese Zeitfenster zu meiden und die Abfahrtszeit gegebenenfalls daran anzupassen.

2. Nicht nur auf Kaffee, Energy Drink & co. vertrauen
Zugegeben, der Koffeingehalt in so genannten Aufputschgetränken sorgt kurzzeitig für eine erhöhte Konzentrationsfähigkeit und eine gesteigerte Aufmerksamkeit. Jedoch hält dieser Zustand nur für eine kurze Zeit an und die Müdigkeit kehrt nach dem kleinen Energiekick häufig schnell wieder.

3. Regelmäßig Pausen einlegen
Bei längeren Autofahrten ist es ratsam, alle zwei bis drei Stunden eine kleine Fahrpause einzulegen. Hierbei sollte der Fahrer nicht im Auto sitzenbleiben, sondern - egal bei welchem Wetter - frische Luft schnappen und sich die Beine vertreten. Oft hilft hier schon ein kleiner Spaziergang um den Rastplatz oder entlang der Autobahnraststätte.

4. Schlafen
Ganz genau: Wenn der Körper sein Recht auf Erholung einfordert, sollte auf ihn gehört werden. Am Besten wird hierfür das Fahrzeug an einen ruhigen und sicheren Ort abgestellt, sodass der Fahrer zur Ruhe kommen kann. Bereits nach zehn bis zwanzig Minuten beginnt die Erholung, die Leistungsfähigkeit nimmt wieder zu und die Fahrt kann erfrischt fortgesetzt werden.

5. Mit Beifahrer fahren
Ein Beifahrer hilft dabei, den Fahrer durch Gespräche und Unterhaltungen aktiv und wach zu halten. Gleichzeitig sollte er auch darum gebeten werden, ein wachsames Auge auf den Fahrer zu werfen und gegebenenfalls eine Pause einfordern. Außerdem ist es generell empfehlenswert, sich mit einem Beifahrer abzuwechseln, da die Strecke gemeinsam besser bewältigt werden kann.

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