Käfer auf Höhenflug : Was der VW Beetle als Gebrauchter taugt

Der VW Beetle fällt durch seine besondere Form auf. Das Auto gilt als Augenschmaus und Lifestyle-Modell. Aber wie zuverlässig ist der Beetle als Gebrauchter? Lohnt eine Investition?

shz.de von
21. Mai 2018, 04:33 Uhr

Wohlgemerkt: Der New Beetle von VW ist älter als dessen Nachfolger Beetle. Bei dem musste der Hersteller nicht mehr im Namen auf die Wiederauferstehung des über Jahrzehnte millionenfach gebauten legendären Käfers hinweisen.

Ob alt oder neu oder «new»: Bald wird man den Beetle nur noch als Gebrauchtwagen kaufen können. Denn nach dem Ende des Coupés hat VW auch das Cabrio eingestellt, das 2018 in seiner letzte Saison fährt.

Doch auch als Secondhand-Auto ist das Käfer-Zitat eine sichere Sache - zumindest hinsichtlich der Zuverlässigkeit. «Der Beetle ist bei der ersten HU Klassensieger bei den Kompakten», schreibt der «TÜV Report 2018» über das Modell mit den Kulleraugen. Auch dem New Beetle gibt es demnach kaum etwas anzukreiden. Bei dessen mittlerweile vierter und fünfter Kfz-Hauptuntersuchung (HU) fällt er allenfalls mit häufigen Mängeln an der Auspuffanlage und überbordendem Ölverlust auf.

Während beim New Beetle noch die Lenkung elfjähriger Exemplare und das Abblendlicht öfters negativ auffallen, trägt der neuere Beetle im Grunde nur das Makel relativ häufiger Defekte an den Bremsscheiben.

Der ADAC bestätigt das gute Abschneiden des Wolfsburgers: In der Pannenstatistik des Clubs kommt das Modell im Grunde nur mit der Diagnose «entladene Batterien» vor, die für die Baujahre 2008 bis 2013 gestellt wird. Der New Beetle ist naturgemäß, da älter, insgesamt anfälliger und ging in ältere Statistiken des ADAC schon mit Marderbissen an den Kühlschläuchen oder defekten Zündspulen ein.

Den Vorgänger trafen regelmäßig Rückrufe, beim Beetle ist lediglich eine Aktion verzeichnet. Die betraf im Frühjahr 2012 allein in Deutschland über 150 000 Fahrzeuge, darunter auch andere VW-Modelle. Grund war eine Fehlfunktion am Ladedrucksteller, die zu unzureichender Gasannahme führte. Abhilfe leistete ein Softwareupdate, das mit dem Eintrag «Aktionscode 24V9» im Serviceheft und einem Aufkleber im Bereich der Reserveradwanne dokumentiert ist.

Als Nachfolger des zwischen 1998 und 2010 gebauten New Beetle kam der Beetle 2011 auf den Markt. Er war dem Käfer im Design wieder ähnlicher. Das Fahrzeug gilt als Lifestyle-Modell, dessen Nutzwert begrenzt ist - was vor allem am kleinen Kofferraum zu sehen ist, der beim New Beetle 200 und beim Beetle wenigstens 310 Liter fasst.

Anders als beim Ur-Käfer handelt es sich um ein frontgetriebenes Modell. 2016 bekam der Beetle sein letztes Facelift. Als Neuwagen bestellbar ist mittlerweile auch das Cabrio nicht mehr, das sich zuletzt weit besser verkaufte als das Coupé.

Die modernen Käfer werden allesamt konventionell mit Diesel- und Benzinmotoren befeuert. Worauf Interessenten achten sollten: Im Beetle wurde auch der «EA189»-Motor verbaut, der im Zuge des Dieselskandals bekannt und von VW 2014 aus dem Programm genommen wurde. Die Selbstzünder kommen je nach Baujahr und Ausführung auf 77 kW/105 PS bis 110 kW/150 PS.

Beim Vorgänger New Beetle erstreckt sich das Spektrum von 66 kW/90 PS bis 77 kW/105 PS aus je 1,9 Litern. Als Benziner kommen im Beetle Motoren von 77 kW/105 PS bis 162 kW/220 PS zum Zuge. Hinzu kommt ein Fünfzylinder mit 125 kW/170 PS. Dem New Beetle wurden Benziner mit 55 kW/75 PS bis 110 kW/150 PS unter die Fronthaube montiert.

Wer sich auf dem Gebrauchtwagenmarkt nach einem Beetle 2.0 TSI BMT mit 162 kW/220 PS umsieht, muss mit gut 15 000 Euro für ein Auto von 2014 rechnen - bei 58 000 Kilometer auf dem Zähler.

Für das gleiche Auto als Cabrio vermerkt der «DAT Markspiegel» der Deutschen Automobil Treuhand durchschnittliche 17 700 Euro bei gleicher Laufleistung. Genügt ein 1.4 TSI mit 118 kW/160 PS vom Baujahr 2011, werden demnach 8750 Euro fällig (96 000 Kilometer). Ein gleich motorisiertes Cabrio vom Baujahr 2012 führt die Preissammlung mit mindestens 11 800 Euro und 84 000 Kilometern an.

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