Von Promillegrenzen, Fahrverboten und Radwegen : Verkehrssünder auf zwei Rädern - Wie sich die Verkehrsregeln für Rad und Auto unterscheiden

<p>Was viele nicht wissen: Selbst wenn ein Radfahrer keinen Führerschein besitzt, kann er bei schweren Verkehrsvergehen Punkte in Flensburg kassieren. Solange dieser allerdings keine konkreten Pläne für das Erlangen der Fahrerlaubnis hat, haben diese Punkte kaum einen Einfluss für den Radler. Ein Fahrverbot kann Fahrradfahrer allerdings trotzdem ereilen, nämlich zum Beispiel dann, wenn eine große Menge Alkohol im Spiel ist. </p>
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Was viele nicht wissen: Selbst wenn ein Radfahrer keinen Führerschein besitzt, kann er bei schweren Verkehrsvergehen Punkte in Flensburg kassieren. Solange dieser allerdings keine konkreten Pläne für das Erlangen der Fahrerlaubnis hat, haben diese Punkte kaum einen Einfluss für den Radler. Ein Fahrverbot kann Fahrradfahrer allerdings trotzdem ereilen, nämlich zum Beispiel dann, wenn eine große Menge Alkohol im Spiel ist.

Das erste sommerliche Wochenende liegt hinter uns. Und die warmen Temperaturen lockten Scharen von Radfahrern auf die Straßen. Nicht selten lässt jedoch das Wissen in puncto Verkehrsregeln bei Radlern sehr zu wünschen übrig. Fragen und Antworten zu fünf wichtigen Verkehrsregeln für Radler.

shz.de von
10. April 2018, 04:12 Uhr

Für Radfahrer gelten ähnliche Regeln wie für Autofahrer. So ist es Radlern genauso verboten, beim Fahren das Handy am Ohr zu haben wie Autofahrern. In anderen Punkten fallen die Vorschriften für die Zweiradfahrer jedoch manchmal etwas lockerer aus. Versicherungsexperten von der Arag beantworten häufig gestellten Fragen.

Frage 1: Ist es verboten, auf dem Rad über Kopfhörer Musik zu hören?

Generell ist es erlaubt, mit Ohrstöpseln oder Kopfhörern sowohl auf dem Land als auch in der Stadt auf dem Zweirad zu sitzen. Sollte die Lautstärke der Musik allerdings Verkehrsgeräusche wie Warnsignale übertönen, muss man mit einer Strafe rechnen. Und wer übriges auf dem Rad telefoniert, ohne eine Freisprechanlage oder Kopfhörer zu nutzen, der muss mit einer Bußgeldstrafe von 55 Euro rechnen.

<p>Wer beim Radfahren nicht auf Musik verzichten möchte, sollte immer darauf achten, dass die Lautstärke der Kopfhörer nicht die wichtigen Verkehrsgeräusche übertönen. </p>
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Wer beim Radfahren nicht auf Musik verzichten möchte, sollte immer darauf achten, dass die Lautstärke der Kopfhörer nicht die wichtigen Verkehrsgeräusche übertönen.

 

Frage 2: Kann ich mich nach einer durchzechten Nacht bedenkenlos aufs Rad schwingen, oder gibt es auch für Radfahrer eine Promillegrenze?

Um bei einer lang ersehnten Geburtstagsfeier oder bei einer Kneipentour mit Freunden nicht auf den Alkohol verzichten zu müssen, schwingen sich viele auf ihr Rad, statt das eigene Auto zu bewegen. Und wer nach ein paar Bierchen dann anschließend auf dem Rad erwischt wird, hat grundsätzlich nichts zu befürchten. Dennoch sollte man es nicht übertreiben, da es auch für Radfahrer eine Promillegrenze gibt. Diese liegt zwar deutlich höher als bei Autofahrern, nämlich bei 1,6 Promille, sollte aber nicht überschritten werden, da sonst saftige Bußgelder und im schlimmsten Fall sogar ein Radfahrverbot drohen. In den meisten Fällen wird – wie auch beim Auto – sogar ein Fahrtüchtigkeitstest angeordnet, also die Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU). Erst wenn man den Test bestanden hat, darf man nach dem Fahrverbot wieder auf den Drahtesel steigen.

Frage 3: Wann dürfen Radfahrer in die entgegengesetzte Richtung einer Einbahnstraße fahren?

Ist nichts anderes ausgewiesen, gilt die erlaubte Fahrtrichtung für Radfahrer genauso wie für Autofahrer. In vielen Städten werden die Einbahnstraßen für Radfahrer aber durch ein Zusatzschild mit dem Symbol „Radfahrer frei“ aber mittlerweile freigegeben.

<p>Sieht man das Einbahnstraßenschild zusammen mit diesem Radfahr-Symbol, dürfen Zweiradfahrer die Straße in beide Richtungen befahren. </p>
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Sieht man das Einbahnstraßenschild zusammen mit diesem Radfahr-Symbol, dürfen Zweiradfahrer die Straße in beide Richtungen befahren.

 

Frage 4: Muss ein Radweg immer genutzt werden, oder kann ich bei Schlaglöchern auch die Straße nutzen?

Es ist bei einem vorhandenen Radweg nur dann verboten, auf der Straße zu fahren, wenn es ausdrücklich ausgeschildert ist. Ein Schild mit weißen Radfahrer auf blauem Grund bedeutet, dass der Radweg in jedem Fall zu benutzen ist. Wer dagegen verstößt, muss mit einem Bußgeld von mindestens 20 Euro rechnen. Und wer sich nicht an das meist zeitlich begrenzte Fahrverbot in Fußgängerzonen hält, muss mit mindestens 15 Euro Bußgeld rechnen, beim Fahren auf Gehwegen werden mindestens zehn Euro fällig.

Frage 5: Kann der Radweg in beide Richtungen befahren werden?

Radfahrer, die einem auf dem eigenen rechten Radweg entgegenkommen, sind selten beliebt bei anderen Verkehrsteilnehmern. Und das Fahren auf der falschen Straßenseite gilt nicht einmal als Kavaliersdelikt, sondern es ist auch streng verboten. Für Radfahrer gelten hier nämlich die gleichen Vorschriften wie für die Autofahrer. Wenn man beim Fahren auf der linken Seite also erwischt wird, droht ein Bußgeld, da das Rechtsfahrgebot auch für Radfahrer gilt.

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