Anzeige : Sylter Bahnverkehr: Motorentausch, die Zweite

Um die Motoren ausbauen zu können, muss als erstes das Fahrzeugdach abgehoben werden.

Um die Motoren ausbauen zu können, muss als erstes das Fahrzeugdach abgehoben werden.

Wo es aktuell bei der Marschbahn Probleme gibt, wie DB Regio diese löst und was bereits gut funktioniert.

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19. Oktober 2018, 23:57 Uhr

16 Millionen Euro investiert die DB Regio im Rahmen ihres Sofortprogramms, um den Bahnverkehr zwischen Elmshorn und Sylt zu verbessern. Zum Sofortprogramm auf der Marschbahn zählen auch fünf Ersatzloks, die rund um die Uhr bereitstehen, um bei nicht ausreichender Verfügbarkeit der vom Land bereitgestellten Loks eingesetzt zu werden. „Dass wir weiterhin auf diese Loks aus anderen Bereichen in Nord- und Süddeutschland angewiesen sind, war nicht unser Ziel. Ursprünglich wollten wir die bei den Bestandloks bereits Anfang des Jahres gestarteten sogenannten Rollkuren, die Überholung der Motoren, bereits bis Ende September abhaken. Doch ein fehlerhaftes Bauteil, das während der Rollkur verbaut wurde, machte uns einen Strich durch die Rechnung“, erklärt Christoph Ströh, Verkehrsvertragsmanager Netz West bei DB Regio Schleswig-Holstein.

Zwar sind bereits 14 der 15 Bestandloks mit jeweils vier neuen Motoren ausgestattet, jedoch enthalten 20 der bereits ausgetauschten Motoren schadhafte Materialien und benötigen nun eine erneute Aufarbeitung durch den Hersteller Bombardier. Das bedeutet konkret: Im August hat die DB Regio ein undichtes Bauteil in der Zylinderlaufbuchse festgestellt, wodurch Öl in das Kühlwasser gelangen kann. Tritt dieser Fall ein, müssen die Motoren sofort abgeschaltet werden. Solange nicht mehr als zwei der vier Motoren pro Fahrzeug betroffen sind, kann die Lok zwar mit etwas weniger Zugkraft weiterfahren. Das erhöht allerdings das Risiko von Verspätungen.

Blick ins Innere der Lok auf zwei der vier Motoren.
DB Regio

Blick ins Innere der Lok auf zwei der vier Motoren.

 

Sobald eine Lok planmäßig im Instandhaltungswerk in Husum zur erneuten Rollkur eintrifft, warten bereits die neuen Austauschmotoren auf sie. Diese Motoren gehören zu keiner festen Lok, sondern stehen zusätzlich für die Reparaturarbeiten bereit. Durch die insgesamt vier zur Verfügung stehenden Austauschmotoren kommen die Rollkur-Loks nach dem Ausbau der alten und dem direkten Einbau der neuen Motoren jeweils nach insgesamt zwölf Arbeitstagen schon wieder auf die Schiene. Andernfalls müsste ein Fahrzeug dort mehrere Wochen stehen, bis der Hersteller die aus der Lok ausgebauten defekten Motoren zunächst per Lkw verschickt und im eigenen Werk aufgearbeitet hat. Denn allein die gesamte Aufarbeitungszeit der Motoren dauert bereits 36 Tage.

„Auch wenn die neuen Rollkuren nicht eingeplant waren, bin ich erleichtert, dass wir mithilfe der Ersatzloks als Teil des Sofortprogramms den Betrieb auf der Strecke nicht gefährden. Die Fahrgäste spüren durch diese kurzfristige Abhilfe die notwendige Überholung der Motoren kaum. Und darum geht es mir am allermeisten: die Fahrgäste sicher auf der Strecke zu befördern und den Betrieb aufrecht zu erhalten“ so Christoph Ströh.

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