Hohe Durchfallquote : So oft darf man durch die Führerscheinprüfung fallen

Auch wenn in den Fahrstunden alles klappt, der Ausgang einer Prüfung ist immer ungewiss.
Auch wenn in den Fahrstunden alles klappt, der Ausgang einer Prüfung ist immer ungewiss.

Mehr als jeder Dritte fiel 2017 bei der theoretischen Führerscheinprüfung durch. Diese darf man zwar wiederholen, aber auch das kann endlich sein. Zahlen und Fakten rund um den Führerschein.

shz.de von
06. Mai 2018, 04:12 Uhr

Aus einer Statistik des Kraftfahrtbundesamts geht hervor, dass immer mehr Fahrschüler in Deutschland durch die Führerscheinprüfungen fallen. Auf alle Führerscheinklassen bezogen, steigt die bundesweite Durchfallquote in der Theorieprüfung bereits zum fünften Mal in Folge an: Lag diese 2016 noch bei 34,8 Prozent sind es 2017 schon 36,8 Prozent. In der praktischen Prüfung fielen 28,1 Prozent durch, im Vorjahr waren es 26,6 Prozent. Hier steigt die Quote schon das dritte Jahr in Folge an.

Betrachtet man nur die Zahlen für den Autoführerschein (Klasse B) sind die Durchfallquoten in der Theorie und Praxis noch höher: Die theoretische Prüfung bestanden 44,0 Prozent (2016: 42,7 Prozent) nicht, durch die praktische fielen 39,9 Prozent (Vorjahr: 37,6 Prozent) der Fahrschüler durch.

Das ist erlaubt

Grundsätzlich dürfen beide Prüfungen beliebig oft wiederholt werden. Von Gesetzesseite gibt es keine Grenze dafür, jedoch kann der Prüfer eingreifen, wenn sich keine Verbesserung einstellt, oder die Fehler sogar noch vermehren. Mit einem Vermerk an die Zulassungstelle gibt es seine Beobachtungen weiter und dann entscheidet die Behörde, ob und wie es weitergeht.

Das bedeutet unter Umständen, dass eine medizinisch-psychologische Untersuchung angeordnet wird. Damit sollen dann weitere Gründe für das Dauerversagen ermittelt werden. Prüflinge sollten aber nicht gleich in Panik verfallen, denn meist wenden sich die Prüfer nicht vor dem vierten oder fünften Versagen an die Behörde außer es liegen triftige Gründe dafür vor.

Wer die Prüfung wiederholt, musst zuvor aber eine kleine Zwangspause einlegen. Denn laut der Verordnung greift hier eine Sperrfrist von mindestens zwei Wochen. Bei Täuschungsversuchen sind es sogar sechs Wochen. Zudem ist es festgelegt, dass die praktische Prüfung innerhalb von zwölf Monaten nach dem Ablegen der Theorieprüfung erfolgen muss, sonst verliert diese ihre Gültigkeit und muss wiederholt werden.

(Mit Material von dpa)

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