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Auto : Skoda Rapid Spaceback: Golfspielen ohne Allüren

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Berlin (dpa-infocom) – Golf gilt als Spaß der Besserverdiener – und zwar nicht nur auf dem Rasen. Auf der Straße ist der VW Golf dem bürgerlichen Mittelmaß entwachsen. Jetzt füllt der VW-Konzern die entstandene Lücke mit dem neuen Skoda Rapid Spaceback.

Schnörkellos und ohne Schnickschnack, aber dafür geräumig und grundsolide: So steht der neue Skoda Rapid Spaceback seit Mitte Oktober bei den Händlern. Er will zu Preisen ab 14 990 Euro beweisen, dass man ohne Allüren Golfspielen kann.

Kurzfassung der Limousine

Skoda hat die Limousine kräftig beschnitten. Die Tschechen haben mit Fabia und Octavia schon zwei Kombis im Programm. So wurde der Spaceback zu einem Schrägheck und büßt dabei 18 Zentimeter ein. Da der Radstand davon nicht betroffen ist, bleiben die Platzverhältnisse für die Passagiere unverändert gut: Vorn sitzt man sehr ordentlich und hinten hat man mehr Kniefreiheit als in jedem anderen Kompakten. Selbst der Kofferraum ist noch immer größer als bei den meisten Konkurrenten, obwohl die den 4,30 Meter langen Spaceback oft sogar noch überragen: Schon bei aufrechter Rückbank passen 415 Liter unter die große Klappe - etwa eine Reisetasche mehr als beim Golf. Und wenn man sie Sitze flachlegt, gehen sogar 1380 Liter hinein.

Der Rapid wurde zwar als Preisbrecher entwickelt, dennoch fehlt es ihm nicht an Pfiff. Designchef Jozef Kaban hat lange an der perfekten Proportion gefeilt und sich am Ende sogar zwei Heckvarianten geleistet: Wer es gerne klassisch mag, bekommt den Spaceback mit einer konventionellen Klappe. Wenn es etwas schicker sein soll, bestellt man das neuartige Style-Paket. Zu dem gehören das riesige Glasdach, Aluräder und ein paar markante Zierelemente. Und die abgedunkelte Heckscheibe läuft über den Blechsteg der Klappe und erinnert an das Design moderner Tablet-Computer.

Für die neue Klasse innen aufgefrischt

Innen haben die Tschechen noch einmal nachgelegt: Mit dem Debüt des Spaceback haben sie den Rapid ein bisschen aufgemöbelt, mehr Zierleisten verlegt, ein neues Lenkrad eingebaut und die Sitze neu gepolstert. Natürlich verzichtet Skoda auch beim Spaceback nicht auf die typischen Simply-Clever-Ideen wie den Eiskratzer im Tank oder den Mülleimer in der Türkonsole.

Dass man in einem Sparmodell sitzt, merkt man deshalb erst beim Blick auf die Ausstattungsliste: Alles, was bei Golf und Co. gut und teuer ist, wird beim Rapid erst gar nicht angeboten. Klar gibt es ein Navigationssystem, Lederpolster und einen Tempomat. Aber nach einer Abstandregelung, einem auf Knopfdruck verstellbaren Fahrwerk, LED-Scheinwerfern oder einem Einparkroboter sucht man bei Skoda vergebens.

Im Alltag flott dabei

Auch unter dem Blech fahren die Tschechen einen sparsamen Kurs. Das gilt für das weniger aufwändige Fahrwerk und die Konstruktion, die eben nicht aus dem Modularen Querbaukasten stammt, sondern ältere Plattformteile nutzt. Es gilt erst recht für die Antriebe. Wo es beim Golf mittlerweile bis hinauf zu 221 kW/300 PS geht, ist beim Rapid schon mit 90 kW/11 PS Schluss.

Mehr braucht man auch nicht, wenn Fahren vor allem dem Ankommen und nicht zum Selbstzweck wird. Außerdem macht der 1,4 Liter große Benziner in dem kompakten und vor allem ziemlich leichten Auto eine ganz ordentliche Figur: Vielleicht ein bisschen kernig, aber dafür ziemlich kräftig, treibt er den Spaceback flott durch den Alltag und beweist, dass Vernunft und Vergnügen gar nicht so weit auseinander liegen müssen. Erstens braucht der immer mit DSG gekoppelte TSI-Motor auf 100 Kilometern im Mittel nur 5,8 Liter (CO2-Ausstoß 134 g/km). Zweitens schafft er es in 9,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h und mit etwas Anlauf auf Tempo 204. Wem das nicht reicht, der muss statt des Spaceback einen Sportback kaufen. Aber dann zahlt er nicht Aldi, sondern Audi und ist schnell mit dem Doppelten dabei.

Fazit: Der Spaceback ist wie früher der Golf

Kompaktes Format und ein riesiges Raumangebot. Eine Ausstattung ohne überzogenen Luxus, ein schnörkelloses Design, das trotzdem schick ist, das Fahrwerk gutmütig und die Motoren vernünftig - so füllt der Spaceback die Lücke, die der Golf bei seinem Aufstieg im VW-Portfolio hinterlassen hat. Der Bestseller aus Wolfsburg möchte mittlerweile gerne etwas besseres sein möchte und außer bei den Abmessungen längst in der Mittelklasse angekommen ist, wird der Skoda so zu dem was der Golf bislang gewesen ist - ein klassenloses Auto für alle Gelegenheiten.

Datenblatt: Skoda Rapid Spaceback 1.4 TSI

Motor und Antrieb: Vierzylinder-Turbo-Benzindirekteinspritzer
Hubraum: 1390 ccm
Max. Leistung: 90 kW/122 PS bei 5000 U/min
Max. Drehmoment: 200 Nm bei 1500 bis 4000 U/min
Antrieb: Frontantrieb
Getriebe: 7-Gang-Doppelkupplungsautomatik
Maße und Gewichte
Länge: 4304 mm
Breite: 1706 mm
Höhe: 1459 mm
Radstand: 2602 mm
Leergewicht: 1225 kg
Zuladung: 535 kg
Kofferraumvolumen: 415-1380 Liter
Fahrdaten
Höchstgeschwindigkeit: 203 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 9,4 s
Durchschnittsverbrauch: 5,8 Liter/100 km
Reichweite: 950 km
CO2-Emission: 134 g/km
Kraftstoff: Diesel
Schadstoffklasse: EU5
Energieeffizienzklasse: k.A.
Kosten
Basispreis der Modellreihe: 14 990 Euro
Grundpreis des 1.4 TSI: 20 750 Euro
Typklassen: HP 16/VK 17/TK 6
Kfz-Steuer: 76 Euro/Jahr
Wichtige Serienausstattung
Sicherheit: Sechs Airbags, ESP
Komfort: Klimaanlage, Parksensoren, Tempomat

Alle Daten laut Hersteller, GDV, Schwacke

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erstellt am 16.Okt.2013 | 13:16 Uhr

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