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Skoda Octavia: Clevere Alternative in der Kompaktklasse

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Berlin (dpa-infocom) - Was für VW der Golf, ist für Skoda der Octavia: das Kernmodell der Marke. Nun kommt die neue Generation des tschechischen Erfolgsmodells auf den Markt. Wird sie den hohen Erwartungen gerecht?

shz.de von
erstellt am 29.Mai.2013 | 05:33 Uhr

Berlin (dpa-infocom) - Was für VW der Golf, ist für Skoda der Octavia: das Kernmodell der Marke. Nun kommt die neue Generation des tschechischen Erfolgsmodells auf den Markt. Wird sie den hohen Erwartungen gerecht?

Ohne die kompakte Limousine Octavia hätte es die tschechische VW-Tochter Skoda weder an die Spitze der Importwertung, noch auf weltweit fast eine Million Zulassungen gebracht. Kein Wunder also, dass die Erwartungen groß sind, wenn Mitte Februar zu Preisen ab 15 990 Euro die dritte Generation des Erfolgswagens in den Handel kommt.

Eine neue Größe in der Kompaktklasse

Einiges spricht dafür, dass der neue Octavia den Erwartungen gerecht wird: Er ist größer geworden und bietet somit innen mehr Raum. Das Beladen ist nun praktischer. Und der Wagen ist schicker als sein Vorgänger. Hinzu kommt: Der Tscheche kostet weniger als der Golf, der in der gleichen Klasse antritt und ebenfalls aus dem Modularen Querbaukasten (MQB) von VW entwickelt wurde. Das alles sind gute Voraussetzungen, um sich unter den Kompaktmodellen noch mehr in den Vordergrund zu schieben.

Allerdings ist «kompakt» beim Octavia so eine Sache: Er ist fünf Zentimeter breiter, der Radstand wächst um elf und die Länge um neun Zentimeter auf klassenunübliche 4,66 Meter. Die Folge: Zusammen mit dem schnörkellosen Design kann er es optisch fast mit Autos wie dem Audi A4 (4,70 Meter) oder dem VW Passat (4,80 Meter) aufnehmen.

Innen viel Platz und Nützliches

Vom neuen Format profitieren alle Insassen: Vorne hat man es luftig und bequem, im Fond müssen auch Erwachsene nicht die Knie anziehen. Und der überaus große Kofferraum sticht so manchen Kombi aus: 590 Liter bei voller Bestuhlung, 1590 Liter bei umgeklappter Rückbank.

Wie schon beim Rapid setzen die Tschechen auch beim Octavia auf clevere Ideen: Statt in den Aschenbecher stopft man Kaugummipapiere jetzt in einen Mülleimer in den Türtaschen. Für Handy und mp3-Player gibt es eine Halterung. Der Eiskratzer steckt griffbereit im Tankdeckel, die Warnwesten lagern unterm Sitz, und im Kofferraum helfen ein Dutzend Haken und Haltenetze bei der Kleinteile-Logistik.

Die Materialien muten solide an, die Verarbeitung ist gut und erinnert nicht mehr an das Billigambiente der ersten Octavia-Generation. Zu spüren bekommen Kunden den Qualitätssprung beim Preis: Zwar ist das Basismodell ein paar hundert Euro billiger als der günstigste VW Golf. Doch wer die Limousine mit mehr Ausstattung und stärkeren Motoren ordert, ist leicht mehr als 35 000 Euro los.

Zum Start acht Motoren

Die Möglichkeiten zum Aufrüsten sind sehr gut: Nicht nur, dass Skoda mehr Komfort- und Assistenzsysteme ins Angebot genommen hat - vom Einparkroboter bis zur Verkehrszeichenerkennung. Auch die Motorenpalette ist üppig. Schon zum Start stehen je vier Benzin- und Dieselmotoren mit einer Leistungsspanne von 63 kW/86 PS bis 132 kW/180 PS zur Wahl. Neben der Neuauflage des Kombi sollen Allradvarianten, eine Erdgasversion und ein Sportmodell folgen.

Allerdings dürfte der typische Skoda-Kunde auch mit einer schwächeren Motorisierung zufrieden sein. So wird der 1,6-Liter-Diesel mit 77 kW/105 PS wohl zu den meistverkauften Motoren zählen. Mit einem Normverbrauch von 3,8 Litern (CO2-Ausstoß: 101 g/km) und einer Reichweite von über 1300 Kilometern ist er auf jeden Fall eines: eine vernünftige Wahl.

Das Vergnügen bleibt dabei übrigens nicht auf der Strecke. Vor allem im Zusammenspiel mit der Doppelkupplungsautomatik macht der Vierzylinder eine überraschend gute Figur und bringt die Fuhre flott in Fahrt. Wenn maximal 250 Newtonmeter (Nm) an Drehmoment zu Werke gehen, schafft man den Sprint von 0 auf 100 in 10,9 Sekunden und kratzt bei Vollgas auf der Autobahn an der 200 km/h-Grenze. Das reicht zwar nicht für einen Adrenalinrausch, aber langweilig wird einem im Octavia so auch nicht. Dazu passt das Fahrwerk, das auch auf schlechten Straßen besteht. Wem es in den Kurven an Biss fehlt, der kann gegen Aufpreis auf Knopfdruck den Charakter des Octavia ändern: Dann wird zum Beispiel die Lenkung deutlich direkter.

Fazit: Fast so gut wie der Golf, aber billiger

Aus dem gleichen Baukasten wie der VW Golf konstruiert, genauso zeitlos elegant gezeichnet, dafür aber mit mehr Platz und für weniger Geld - so wird der neue Octavia zur cleveren Alternative in der Kompaktklasse. Natürlich wird er nicht den Golf von seinem Thron stürzen - schon aus Rücksicht auf die Konzernhierarchie. Doch so nah wie diesmal war er seinem Vetter noch nie.

 

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